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Havelland Klein Behnitz hat einen neuen Ortsbeirat
Lokales Havelland Klein Behnitz hat einen neuen Ortsbeirat
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10:30 06.02.2017
Die Sieger des Abends: Guido Müller, Marius Strauch und Mike Gröger (v.l.).  Quelle: Tanja M. Marotzke
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Klein Behnitz

 Bereits im April letzten Jahres löste sich der Klein-Behnitzer Ortsbeirat auf. Zwei der drei Mitglieder, Joachim Richard und Bärbel Stahl, hatten damals ihr Mandat niedergelegt. Am Sonntag wurde das Gremium von den Klein-Behnitzern neu bestimmt. Vier Alteingesessene, alle bei der Feuerwehr des kleinsten Nauener Ortsteils aktiv, und ein Neu-Klein-Behnitzer hatten sich zur Wahl gestellt.

88 Klein-Behnitzer wählten

Das Rennen machten Marius Strauch mit 88 Stimmen, Guido Müller mit 65 Stimmen und Mike Gröger mit 50 Stimmen. Darüber informierte die Nauener Wahlleiterin Andrea Bublitz um genau 18.23 Uhr. „Die Gewählten bleiben nun bis zur nächsten regulären Kommunalwahl im Amt. Der Ortsvorsteher wird in der ersten Sitzung des neu gewählten Beirates bestimmt“, so die Wahlleiterin. Die Wahlbeteiligung lag bei nicht einmal der Hälfte. „Es haben von 196 Wahlberechtigtengerade einmal 88 Klein Behnitzer den Weg zur Wahlurne angetreten. Darüber waren wir etwas erstaunt“, sagte Bublitz.

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Motivation und Erfahrung

Mit seinen 31 Jahren ist Marius Strauch zwar der jüngste Kandidat für einen Posten beim Ortsbeirat und doch erhielt er am Sonntag die meisten Stimmen. „Ich fühle mich geehrt und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Strauch direkt nach der Wahl.

Der zweit platzierte Guido Müller kann auf einige Erfahrung in der Kommunalpolitik zurückblicken. Er war in der Vergangenheit bereits Stadtverordneter in Nauen und saß schon für Klein Behnitz im Amtsausschuss. „Mit meiner Bewerbung für den Ortsbeirat wollte ich verhindern, dass unsere Gemeinde ohne Vertretung bleibt. Für die Bürger ist es wichtig, einen Ansprechpartner vor Ort sowie einen Vertreter in Nauen zu haben“, so Müller. „Klein Behnitz ist für mich Heimat. Es war eine Lebensentscheidung hier zu bleiben und ich habe sie nie bereut“, sagt der 45-Jährige. Scharf auf den Posten des Ortsvorstehers ist der Direktor des Amts Beetzsee jedoch nicht. „Ich bin aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr tätig und beruflich stark eingebunden. Als Hauptansprechpartner käme wohl eher jemand in Frage, der zeitlich flexibler ist“, so Müller.

Klein Behnitz wird vernachlässigt

Mike Gröger ist ebenfalls in der Klein-Behnitzer Wehr aktiv. Er hat in seinem Arbeitsalltag beim Abwasserverband bereits viel mit Menschen zu tun und möchte nun auch für die Klein Behnitzer da sein. „Unsere Gemeinde wird von der Stadt Nauen vernachlässigt. Als Mitglied des neuen Ortsbeirates möchte ich alle Hebel in Bewegung setzen, um den Ort voranzubringen“, so Gröger. „Wir sind nicht das Ende der Welt und auch wenn wir in den vergangenen Jahren viele Dinge selbst gestemmt haben, würden wir uns mehr Unterstützung von der Stadtverwaltung wünschen. Wir haben jede Menge Potenzial und viele Menschen, die sich engagieren“, so Gröger weiter. „Egal wer heute gewählt worden wäre, jeder hätte sich für unsere Gemeinde eingesetzt. Wir haben uns nicht als Partei oder Gruppierung zu Wahl gestellt, sondern sind offen für alle Menschen, die etwas bewirken wollen“, so der Ur-Klein-Behnitzer.

Ähnlich sieht das auch Jürgen Krüger. Der Rentner lebt bereits seit 1953 in der kleinen Gemeinde und trat früh der Freiwilligen Feuerwehr bei. „Jahrelang wurde unsere Gemeinde in Nauen nicht so intensiv vertreten, wie ich es mir gewünscht hätte. Deshalb habe ich mich dieses Mal selbst zur Wahl gestellt“, sagt Krüger zu seiner Kandidatur.

Darüber, dass er es nicht in den Ortsbeirat geschafft hat, ist Andreas Herrmann, der seit 2010 in Klein Behnitz Zuhause ist, nicht enttäuscht. „Ich bin jetzt in Rente und finde, wenn man etwas Zeit hat, sollte man sich auch einbringen. Nur deswegen hatte ich mich beworben“, so Herrmann sportlich.

Von Laura Sander