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Havelland Körcenter wird Pflegestützpunkt
Lokales Havelland Körcenter wird Pflegestützpunkt
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12:24 22.02.2018
Investor Peter zum Felde Quelle: Foto: M. Kniebeler,
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Rathenow

Das Rathenower Körcenter wird zu einem Gesundheits- und Pflegezentrum umgewandelt. Am Montagabend stimmten die Mitglieder des Bauausschusses mit großer Mehrheit dafür, einen entsprechenden B-Plan aufzustellen. Sieben von neun Abgeordneten votierten mit ja, zwei waren dagegen. Die endgültige Entscheidung treffen die Stadtverordneten am 25. April.

Investor Peter zum Felde, der das leer stehende Einkaufszentrum im vergangenen Sommer erwarb und seitdem von Grund auf saniert, hatte lange mit dem Nutzungskonzept hinterm Berg gehalten. Aber nun ist die Katze aus dem Sack.

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Nach Auskunft des künftigen Betreibers sollen die Läden im Körcenter zu Wohnungen, Gemeinschafsräumen und Praxen umgebaut werden. Geplant sind 40 Einraum-Appartmentes für betreutes Wohnen, die den künftigen Mietern dank eigener Küche und eigenem Sanitärbereich ein selbstständiges Leben erlauben. Wird Hilfe benötigt, kann diese auf Knopfdruck binnen kürzester Zeit herbeigerufen werden. Außerdem werden zwei so genannte Betreuungs-Wohngemeinschaften eingerichtet, in denen bis zu 20 Intensivpatienten – also Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen – rund um die Uhr betreut werden können. Und schließlich wird es einen Tagespflege-Bereich mit bis zu 66 Plätzen geben – für hilfsbedürftige Menschen, die vormittags gebracht und abends wieder abgeholt werden. Ergänzt wird das Betreuungsangebot durch einen Therapiebereich. Egotherapeuten, Physiotherapeuten und Podologen werden hier ihre Praxen einrichten, die nicht nur von Bewohnern des Gesundheitszentrums, sondern von allen Rathenowern genutzt werden können. Zwischen 80 und 100 neue Arbeitsplätze sollen dem Betreiber zufolge in dem Pflege- und Gesundheitszentrum entstehen. Inmitten der ehemaligen Ladenpassage ist ein Begegnungszentrum geplant – mit Eiscafé, Backshop, einer kleinen Drogerie und einem Friseur. Bewohner des Zentrums und Besucher von außerhalb sollen hier gemeinsame Stunden verbringen.

Im Bauausschuss riefen die Pläne ein positives Echo hervor. Hartmut Rubach (SPD) zeigte sich erleichtert, dass es endlich ein vernünftiges Nutzungskonzept für die Problemimmobilie gebe. Karl-Reinhold Granzow (Linke) stimmte dem zu. „Von Matratzenlagern und Möbelläden halte ich nichts mehr“, sagte Granzow, und spielte damit auf diverse Investoren aus den genannten Branchen an, die sich für das Körcenter interessiert, sich dann aber ohne Vorankündigung aus dem Staub gemacht hatten.“ Einzig Jürgen Vogeler (SPD) drückte sein Unbehagen über die neue Entwicklung aus. „Ich finde es schlimm und ich finde es traurig, dass in Rathenow nur noch Altersheime und Pflegeanstalten entstehen“, sagte er. Für die Stadtentwicklung sei eine solche Entwicklung alles andere als gut.

Der Mehrheit der Abgeordneten war allerdings die Erleichterung darüber anzumerken, dass das Sorgenkind Körcenter offenbar doch noch eine Zukunft hat. Und Winfried Idler (CDU), seines Zeichens sachkundiger Einwohner, gab zu bedenken, dass das Zentrum neben den alten Menschen, die gepflegt werden, auch junge Menschen in die Stadt ziehe, die als Pfleger und Betreuer benötigt werden. Von daher sei mit der Investition durchaus eine Belebung Rathenows verbunden.

Von Markus Kniebeler