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Havelland Totholz in der Eichenallee – muss der Havelland-Radweg gesperrt werden?
Lokales Havelland Totholz in der Eichenallee – muss der Havelland-Radweg gesperrt werden?
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20:05 02.07.2019
Die Eichen am Havelland-Radweg nach Stechow sind marode. Muss der Weg gesperrt werden? Quelle: Norbert Stein
Stechow/Kotzen

Mit dem Havelland-Radweg, der von der Berliner Stadtgrenze quer durch den Landkreis bis hinter Grütz an die Grenze zu Sachsen-Anhalt führt, werben die Touristiker gerne für den Kreis. Allerdings steht zu befürchten, dass der Radweg nun wenigstens in einem Abschnitt gesperrt werden muss.

Nicht mehr standfest

Konkret handelt es sich um ein Teilstück zwischen Stechow und Kotzen im Amt Nennhausen. Hier ist der Radweg von einer alten Eichenallee gesäumt. Und diese Bäume sind in die Jahre gekommen, sie müssen gepflegt werden. Tote Äste sind in den Kronen, einige Bäume sind insgesamt nicht mehr standfest und müssten gefällt werden.

Hoher Preis

Die toten Äste können schnell abbrechen und zur Lebensgefahr für Radfahrer oder auch Fußgänger werden. Das Problem liegt bei Nennhausens Amtsdirektorin auf dem Tisch. Da die Gemeinden, durch die der Radweg führt, die Baulast für die entsprechenden Teilstücke tragen, wäre das Amt Nennhausen in der Pflicht, die Baumpflege zu bezahlen. Insgesamt kostet dies mehrere zehntausend Euro, die sich auf die Haushalte der Gemeinden Kotzen und Stechow-Ferchesar verteilen.

Diese Sperre des Radweges zwischen Stechow und Kotzen war einer Radwegesanierung geschuldet. Sieht es bald wieder so oder so ähnlich aus? Quelle: Norbert Stein

Im defizitären Kotzener Haushalt kann dieses Geld nicht eingestellt werden, auch Stechow-Ferchesar hat kein Geld übrig. Wie Ilka Lenke den Gemeindevertretern in Stechow-Ferchesar und Kotzen jetzt mitteilte könne die Feuerwehr sicher helfen, das eine oder andere Baumproblem zu beseitigen. „Aber in der Gesamtheit überfordert das die Wehren.“

Experten vor Ort

Dienstag und Mittwoch begutachten Fachleute von der Unteren Naturschutzbehörde und Experten des Amtes die Eichen. „Wie es ist, kann es nicht bleiben“, sagt Ilka Lenke und deutet an, was das in letzter Konsequenz bedeutet: „Wenn wir hier nicht mehr die Sicherheit der Radfahrer gewährleisten können, dann müssen wir das Teilstück sperren.“

Wichtige Verbindung

Das würde man in der Kreisverwaltung bedauern. Immerhin war es der ehemalige Landrat Burkhard Schröder, der einst die Initiative zum Bau des Radweges ergriff. „Es wäre sehr ärgerlich, wenn ein Teilabschnitt des Havelland-Radweges zwischen Stechow und Kotzen aufgrund maroder Bäume gesperrt werden müsste“, lässt Kreissprecher Norman Giese wissen. „Vor allem jetzt in der Sommer- und Ferienzeit ist der Havelland-Radweg ist eine wichtige Verbindung, welche von Touristen und Einheimischen genutzt wird.“

Seit 2003 führt der Radweg durch das Havelland. Quelle: Maz

Die Sicherheit der Radfahrer habe jedoch, so Giese weiter, höchste Priorität. „Die Gemeinde steht hier in der Verkehrssicherungspflicht und muss, wenn eine kurzfristige Lösung des Problems nicht möglich ist, eine Sperrung veranlassen.“ Dann solle das Amt Nennhausen über eine Alternativroute nachdenken, auf die man die Radfahrer aufmerksam machen sollte.

Zuschüsse sind möglich

Amtsdirektorin Ilka Lenke hofft auch auf Zuschüsse. Förderprogramme gibt es. „Dann bleiben aber immer noch Eigenmittel, die von den Gemeinden Stechow-Ferchesar und Kotzen aufzubringen sind“, sagt die Amtsdirektorin. Norman Giese indes erklärt, der Kreis habe die Amtsdirektorin bereits auf Förderprogramme zum Wegebau und zur Tourismusförderung aufmerksam gemacht.

Eine Umleitung

Sollte der Radweg tatsächlich gesperrt werden, müssten Radfahrer in Stechow über die Verbindungsstraße nach Nennhausen fahren und in Nennhausen über die Kreisstraße weiter nach Kotzen fahren. Hier gebe es in Teilen einen straßenbegleitenden Radweg, so Norman Giese. „Lediglich die Strecke von Nennhausen nach Kotzen über die Kreisstraße ist eine Herausforderung, da sich hier der Hügel Hohes Rott mit einer Steigung von zwölf Prozent befindet.“

Beim anradeln – im Hintergrund der Havelland-Radweg-Initiator Burkhard Schröder. Quelle: Uwe Hoffmann

Zunächst ist die Sperrung des Weges eine Option, von der Amtsdirektorin Lenke hofft, dass sie diese nicht ziehen muss: „Es wäre tatsächlich nicht in unserem Sinne“, sagte sie bei der Gemeindevertretersitzung in Kotzen.

Von Joachim Wilisch

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