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Havelland Kraniche stürzen sich auf die Saat
Lokales Havelland Kraniche stürzen sich auf die Saat
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15:36 18.10.2013
Hauptsächlich auf Mais- und Getreidestoppeln beschaffen sich Kraniche ihre Nahrung. Quelle: Peter Geisler
Havelland

Bei dem Wort Kranich sieht der Nauener Landwirt Dirk Peters rot. Die geschützten Vögel haben dem Geschäftsführer der Agro-Farm GmbH schon manchen Kopfschmerz und hohe Verluste beschert. "Wir hatten Schläge in der Nähe von Utershorst, auf den haben die Tiere alles weggefressen und vollgeschissen. Und die Pflanzen, die stehen geblieben waren, sind verbrannt, weil der Kot der Vögel so stickstoffhaltig ist."

Alles Mögliche hatten die Mitarbeiter versucht, um die Vögel von den Äckern halbwegs fernzuhalten. Zuerst mit Schreckschusspistolen, später, als das nur noch mit Genehmigung erlaubt war, stellte der Betrieb jeden Tag einen Mann ab, der mit dem Traktor von Schlag zu Schlag fuhr um die Vögel zu verscheuchen. "Der Aufwand war einfach nicht mehr zu rechtfertigen", sagt Dirk Peters. Vor fünf Jahren beschloss der Landwirtschaftsbetrieb deshalb, kein Getreide und keinen Raps mehr anzubauen, sondern sich ganz auf Futterpflanzen zu konzentrieren. Im Jahr 2012 unternahm der Agro-Farm dann noch mal einen letzten Versuch, baute auf 54 Hektar Wintergerste an. "40 Prozent haben die Kraniche verspeist", so Peters

Wie man den Kranichen begegnen soll, weiß der Landwirt auch nicht. Früher habe es für die Ernteausfälle dieser Art noch Geld von der EU gegeben, damit aber sei längst Schluss. "Es muss wohl ein Kranichmanagement, so wie bei Wölfen oder Bibern her. Die Vögel abzuschießen, geht natürlich nicht", meint Dirk Peters und spielt damit auf die von Landesbauernverbandspräsident Udo Folgart vor einigen Tagen getätigte und inzwischen revidierte Aussage an. Der kam jetzt von einer Klausurtagung des Deutschen Bauernverbandes zurück, "wo wir sehr intensiv über den Umgang mit den geschützten Zugvögeln aus Sicht der Landwirte gesprochen haben", so Folgart. Noch gebe es in Deutschland eine sehr unterschiedliche Herangehensweise bezüglich der Fraßschäden der Kraniche. Die hänge auch vom Geldbeutel des jeweiligen Bundeslandes ab. Einige könnten Entschädigungen zahlen, einige nicht. "Wir haben uns darauf verständigt, eine Analyse der Gesamtsituation erarbeiten zu lassen, um dann Maßnahmen festlegen zu können", sagte Folgart.

Unbestreitbar ist, dass die Zahl der Kraniche in der jüngeren Vergangenheit stark zugenommen hat. Auf dem größten Kranich Rastplatz im Rhin-Havel-Luch in Linum sollen zu Höchstzeiten bis zu 90.000 Tiere stehen, sagen die Naturschützer. "Weil das Futter aber dort für alle nicht ausreicht, weichen die Vögel auf andere Gegenden aus, wie beispielsweise den Rast- und Schlafplatz Nauen", weiß Anke Goersz von der Kranichschutzgruppe Osthavelland. Sie beklagt, dass die kleineren Rastplätze wie Berge, Nauen, Senzker Luch und Jahnberge gegenüber Linum, was den Schutz und die Förderung angehe, vernachlässigt werden. "So können sich die Tiere bei der Herbstrast nicht so gut verteilen. Das aber würde Mensch, Vögeln und Landwirtschaft besser bekommen", so die Kranichexpertin. Als Sofortmaßnahmen schlägt sie vor, dass die Landwirte den Maisanbau für Biogasanlagen beschränken sowie die Mais- und Getreidestoppel so lange wie möglich stehen lassen, damit die Vögel dort fressen können. Doch auch diese sogenannte Ablenkfütterung hat der Nauener Landwirt Peters mehrfach ausprobiert. Gebracht hat es nichts. Aus seiner Sicht sind Entschädigungszahlungen die beste Hilfe für betroffene Landwirte.

Von Jens Wegener

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