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Havelland Kreis legt Arbeitsförderprogramm neu auf
Lokales Havelland Kreis legt Arbeitsförderprogramm neu auf
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17:28 13.08.2018
Im Optikpark sind ebenfalls Mitarbeiter durch das 100-Stellen-Programm des Kreises gefördert. Quelle: Joachim Wilisch
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Rathenow

Das 100-Stellen-Programm des Kreises war ein Förderprojekt, mit dem Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt gebracht werden sollten. Dazu förderte der Kreis Arbeitsstellen bei gemeinnützigen Trägern aber auch Städten, Ämtern und Gemeinden, die im Zuge des Projektes sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze ausschrieben. Nach einem Jahr war eine Verlängerung möglich. Aber nur befristet, weil der Stelleninhaber dann von seinem Arbeitgeber ohne weitere Förderung übernommen werden sollte.

Es gab Hürden

Im Laufe der Jahre habe sich das als Hürde erwiesen, sagte jetzt Bruno Kämmerling vom Wirtschaftsreferat. „Die Arbeitgeber waren zumeist gemeinnützige Verbände, also Sozialverbände oder eben Vereine. Die waren nicht in der Lage sozialversicherungspflichtige Stellen alleine zu finanzieren.“ Das hatte zur Folge, dass in jedem Jahr neue Personen auf die Stellen kamen – wenn der Kreis das wieder bewilligte.

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Tatsächlich hat es in den vergangenen Jahren einige wenige so genannte Klebeeffekte gegeben, berichtet Bruno Kämmerling und nennt als Beispiel den Optikpark. Hier sei es gelungen, Leute, die zunächst auf einer geförderten Stelle waren, in den ersten Arbeitsmarkt zu überführen.

Voraussetzungen geändert

Um den Vereinen Sicherheit zu geben, wurden die Voraussetzungen für Anträge zum 100-Stellen-Programm geändert. Das war bereits im vergangenen Jahr Thema bei Gesprächen zwischen den Parteien, die im Kreistag eine Zählgemeinschaft bilden, die Landrat Roger Lewandowski (CDU) Mehrheiten sichert.

Auch das Lilienthal-Centrum in Stölln profitiert von dem Programm. Quelle: Tobias Wagner

Bruno Kämmerling signalisiert, dass Vereine ab sofort für drei Jahre Sicherheit haben. Die Stelle werde auf ein Jahr beantragt, könne aber zweimal verlängert werden und sei über die ganze Zeitdauer eine geförderte Stelle. „Davon profitieren sehr viele Vereine“, sagt Kämmerling. Ein Beispiel sei der Kreissportbund, auch die Kreissportjugend müsse erwähnt werden. Antragsberechtigt seien Sportvereine, Bibliotheksvereine, natürlich größere Museumsträger wie der Otto-Lilienthal-Verein in Stölln. Und gemeinnützige GmbHs wie der Optikpark bleiben auch nicht außen vor.

Weniger Projekte

Allerdings werden in Zukunft nicht mehr 100 Stellen pro Jahr gefördert. „Das war schon in den vergangenen Jahren nicht ganz der Fall. Im kommenden Jahr könnten um die 60 Stellen bewilligt werden, schätzt Bruno Kämmerling ein.

Wichtig sei, dass die Vereine und Verbände, die Interesse daran haben, Fördergeld aus dem Projekt zu bekommen, nun ihre Anträge stellen. „Die kann man sich auf der Internetseite des Landkreises Havelland herunterladen“, sagt Kämmerling. Bis zum 31. Oktober sammelt der Kreis Anträge. „Danach schauen wir uns die einzelnen Projekte an und entscheiden, welche Anträge genehmigt werden“, so der Referent.

Die Hoffnung bleibt

Natürlich bleibe die Hoffnung, dass Personen, die im 100-Stellen-Programm beschäftigt sind, in den ersten Arbeitsmarkt hineinrutschen. „Das wäre ein schöner Effekt aber es ist nicht mehr die Hauptzielrichtung, wie wir das bisher verfolgt haben“, sagt Kämmerling.

In elf Jahren 1100 Stellen

Seit dem Jahr 2007 wurden insgesamt 1100 Personen mit dem Förderprogramm in sozialversicherungspflichtige Arbeit gebracht.

Das Volumen der Förderung liegt bei rund einer Million Euro, konkret sind es derzeit 800 000 Euro. Freigegeben wird das Geld mit dem Haushaltsbeschluss des Kreistages.

Ein Drittel der Stellen sind ins zweite Jahr verlängert worden. Im Laufe der Jahre gab es auch Abbrecher, die eine andere Stelle direkt auf dem 1. Arbeitsmarkt gefunden haben.

Anträge werden bis zum 31. Oktober gesammelt, die Formulare finden sich unter www.havelland.de.

Die Idee zu dem 100-Stellen-Programm hatten Altlandrat Burkhard Schröder und die Zählgemeinschaft. Hintergrund sei allerdings, so betonen die Parteien in dem Zusammenschluss immer wieder, dass der Kreistag einen ausgeglichenen Haushalt verabschiede, der für Projekte dieser Art Handlungsfreiheit gewährt.

Von Joachim Wilisch

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