Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland So will Wustermark seine Verkehrsprobleme lösen
Lokales Havelland So will Wustermark seine Verkehrsprobleme lösen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:32 10.04.2018
Bisher ist über die Kuhdammbrücke nur das Einfahren ins GVZ möglich. Künftig soll der Verkehr in beide Richtungen rollen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Anzeige
Wustermark

Gebaut wird voraussichtlich erst in drei Jahren, aber die nötigen „Hausaufgaben“ für eines der größten Infrastrukturprojekte seit der Wende hat die Gemeinde Wustermark schon mal erledigt. Das europaweite Ausschreibungsverfahren für Planungsleistungen zur Verbreiterung der Kuhdammbrücke über den Havelkanal und den Umbau des Knotenpunktes Kuhdammweg/Landesstraße 202 im Güterverkehrszentrum Wustermark kann beginnen. Die Gemeindevertreter haben sowohl die Kostenaufstellung als auch den Zeitplan zum Bauablauf, der sich gegenüber der ursprünglichen Variante leicht verschoben hat, zur Kenntnis genommen. Entsprechende Änderungen oder finanzielle Nachbesserungen wurden in den Nachtragshaushalt für 2018 eingearbeitet und verabschiedet.

Gesamtkosten rund 3,7 Millionen Euro

Allein die Planung für beide Vorhaben wird etwa 500 000 Euro verschlingen. Die Baukosten selbst wurden auf 3,7 Millionen Euro geschätzt. „Wir hoffen mindestens auf eine 80prozentige Förderung von Bund und Land“, sagt Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos).

Anzeige

Und er ist sich mit Blick auf die Sorgen einiger Gemeindevertreter bezüglich der finanziellen Situation der Gemeinde, die viele Millionen in die Schulerweitung in Wustermark und Elstal investieren muss, sicher: „Beide Bauvorhaben im GVZ werden den Gemeindehaushalt nicht zusätzlich belasten, weil wir die Eigenanteile der Gemeinde mit Einnahmen aus Grundstücksverkäufen abdecken können“, sagte Holger Schreiber in der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Lkw-Verkehr soll aus Zesstow raus

Zuvor hatte er noch mal eindinglich die Wichtigkeit beider Vorhaben unterstrichen: „Wir brauchen eine breitere Brücke über Havelkanal und damit eine dritte Ausfahrt aus dem GVZ, weil der Verkehr dort weiter zunahmen wird.“ Das schließe den Umbau des Knotens L 202/Kuhdammweg ein. Außerdem hat die Gemeinde Wustermark eine Vereinbarung mit der Gemeinde Brieselang getroffen, die zum Ziel hat, die L 202 so zu verlegen, dass der Lkw-Verkehr in Richtung Nauen und B 5 nicht mehr durch Zeestow rollen wird.

Läuft alles wie vorgesehen, sieht der weitere Terminplan unter anderem vor: Ende August soll das Ausschreibungsergebnis für die Planung vorliegen, so dass noch in diesem Jahr der Ingenieurauftrag vergeben werden kann. Mitte 2019 sind die Fördermittelanträge bei der ILB in Potsdam zu stellen, eine Antwort beziehungsweise einen Zuwendungsbescheid erwartet die Gemeinde Wustermark Ende 2019. Tatsächlicher Baubeginn könnte im März 2021 sein. Die Verkehrsfreigabe der neuen Brücke ist im Dezember 2021 vorgesehen.

Rostocker Straße wird erneuert

Parallel dazu laufen die Planungen des Bundes zum Ausbau der Autobahn 10 in dem besagten Abschnitt. Dazu ist die Erneuerung der Brücke über die Autobahn 10 erforderlich. Diese Arbeiten sollen im März 2022 beginnen.

Bereits in der planerischen Umsetzung ist die Sanierung der Rostocker Straße im GVZ und die Herstellung der Verbindung zwischen der Kuhdammbrücke über die Autobahn 10 und der Rostocker Straße inklusive der Bau eines Kreisverkehrs.

Von Jens Wegener

Anzeige