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Havelland Landpartie 2018 wird zur Radlertour
Lokales Havelland Landpartie 2018 wird zur Radlertour
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02:15 08.01.2018
Bei der Landpartie im Havelland kommen Radfahrer und Tierliebhaber auf ihre Kosten. Quelle: privat
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Havelland

Mit dem Rad von Hof zu Hof – so ähnlich könnte die Brandenburger Landpartie in diesem Jahr im Osthavelland ablaufen. Es bleibt bei dem Grundsatz: Landwirtschaft zum Anfassen, regionale Produkte genießen. Allerdings sollen die Besucher am 10. Juni möglichst nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad ins Havelland kommen. An sieben Standorten können sie anhalten, um sich zu informieren. „Die Idee zu dem neuen Konzept stammt vom Kreisbauernverband Havelland“, sagt Geschäftsführer Johannes Funke, um gleich zu ergänzen: „Möglich wurde das nur dank des guten Zusammenwirkens mit dem Tourismusverband Havelland.“

Nach dem Prinzip: Jeder kann losfahren, wo er möchte, jeder kann anhalten, wo er möchte – werden entlang des Havelland-Radwegs und der Radwege am sogenannten Nauener Dreieck (Ribbeck, Groß Behnitz, Nauen) zwischen 10 und 18 Uhr landwirtschaftliche Betriebe entweder Stände aufstellen oder die Radler auf ihren Höfen empfangen. „Vorbilder für solche Höfe-Rad-Touren gibt es im Rheinland, in Niedersachsen und in Westfalen“, sagt Johannes Funke. Da das Radwegenetz im Havelland dem in anderen Bundesländern in keiner Weise nachstehe, seien die Voraussetzungen optimal. „Bei gutem Wetter halte ich 1000 Teilnehmer für möglich.“

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Für die insgesamt rund 28 Kilometer lange Tour am 10. Juni wurden sieben Stationen ausgewählt. In der Baumschule Nauen erfahren Besucher alles über Obst- und Ziergehölze. Ob Hochstamm, Busch oder Viertelstamm, jede Wuchsform kann mit Geschäftsführer Sören Hobohm und seinem Team besprochen werden. Es gibt Apfelsaft aus der Region zum Verkosten (Ort: am Havelland-Radweg bei Nauen).

Der Landfrauenverein Havelland und der Heimatverein Lietzow begrüßen Gäste direkt am Radweg bei Lietzow. Unter dem Motto „Landleben genießen“ ist zu erfahren, wie man Erntekronen bindet oder Butter herstellt. Ein Blick in den Kuhstall rundet diesen Halt ab.

Am Havelland-Radweg bei Berge wartet Schäfermeister Helmut Biermann auf die Gäste und erklärt das Wichtigste zur Haltung von Schafen, alles über Wolle und Lammfleisch sowie zum Erhalt der Kulturlandschaft. In seiner Schäferei gibt es die in Brandenburg vom Aussterben bedrohten Schafrassen Merinofleischschaf und Skudde.

Einer von bundesweit nur zehn Landwirtschaftsbetrieben, die am F.R.A.N.Z.-Projekt teilnehmen, ist der Havellandhof Ribbeck. Dabei werden Maßnahmen erprobt, die die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft erhalten und erhöhen. Am Radweg bei Ribbeck stehen Experten des Projektes, darunter Landwirt Peter Kaim, Rede und Antwort.

In zweiter Generation bewirtschaften die Landwirte Henning und Mathias Jung mit ihren Familien Felder in Klein und Groß Behnitz. Auf dem geschichtsträchtigen Hof in Klein Behnitz ist Landtechnik aus der Historie und der Moderne zu erleben. Außerdem erfahren die Gäste etwas zum Thema Jagd und sie können Wildspezialitäten probieren. Für die kleinen Agrarfreunde gibt es Kutschfahrten (Ort: Vorwerk 8 in Klein Behnitz).

Bei der Agro Farm Nauen in Neukammer, Brandenburger Chaussee 19, dreht sich an dem Tag alles um eine im Vorjahr begonnene Kooperation mit dem Unternehmen Bayer. Dabei werden Maßnahmen zur Förderung der Bienengesundheit sowie des Gewässer- und Anwenderschutzes mit moderner und nachhaltiger Landwirtschaft verbunden. Neben den Erläuterungen zu dem Projekt steht eine Verköstigung an.

Der Jugendhof Brandenburg in Berge, Behnitzer Weg 12, bietet sich für einen Zwischenstopp an. Neben Kuchen und Snacks aus dem eigenen Holzbackofen kann man den Bioland-Betrieb mit einer kleinen Streuobstwiese, einer Sanddornplantage und der ersten Windkraftanlage des Havellandes erkunden. Sehenswert ist das soziale Jugendwohnprojekt, dessen Wohnhäuser in ökologischer Bauweise mit Dachbegrünung errichtet wurden.

Der Flyer mit dem Landpartie-Programm wird am 25. Januar auf der Grünen Woche vorgestellt.

Von Jens Wegener