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Havelland Lauter Harry Potters an der Jahnschule
Lokales Havelland Lauter Harry Potters an der Jahnschule
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18:07 27.01.2017
Lehrerin Petra Manthey hat sich das Potter-Projekt ausgedacht.
Lehrerin Petra Manthey hat sich das Potter-Projekt ausgedacht.
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Rathenow

Knapp 1000 Rathenower Grundschüler haben am Freitag ihre Zeugnisse erhalten. Aber mit einem Hogwarts-Diplom wurden nur die 22 Schüler der Klasse 5b des Jahn-Gymnasiums ausgezeichnet.

„Hogwarts-Diplom?“, werden Sie jetzt fragen. „Haben das nicht die Zauberschüler in den Harry-Potter-Romanen der britischen Schriftstellerin Joanne K. Rowling verliehen bekommen?“ Ja, so ist es. Aber offenbar gibt es auch Zauberschüler in Rathenow. Die Schüler der Klasse 5b jedenfalls machten, was das Outfit angeht, dem berühmten Romanhelden alle Ehre: Zauberhut, Zauberstab, unverwechselbare Harry-Potter-Brille. Sogar die typischen Hogwarts-Krawatten baumelten um ihren Hals. Und die blitzförmige Narbe, die der fiktiven Zauberlehrling auf der Stirn trägt, hatten sie sich auch aufgeschminkt.

Die Verleihung des Diploms war der krönende Abschluss eines Projekts, das Klassenlehrerin Petra Manthey vor zwei Wochen gestartet hatte. Im Deutschunterricht stand das Thema Medienkompetenz auf dem Lehrplan. Und weil sich das reichlich trocken anhört, ließ sich Petra Manthey etwas Besonderes einfallen, um ihre Schüler zu motivieren: Sie bediente sich des ausgesprochen beliebten Zauberlehrlings, um das Thema zu veranschaulichen. Und der eignet sich tatsächlich ausgesprochen gut, um die verschiedenen Medien zu vergleichen. Denn neben dem ursprünglichen Roman gibt es mittlerweile auch Hörbücher und Verfilmungen des Harry-Potter-Stoffs. So konnte im Unterricht herausgearbeitet werden, was das Charakteristische der jeweiligen Gattung ist. Und siehe da: Die Schüler ließen sich nicht nur – wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre – von dem Film bezaubern. Sondern sie entdeckten auch die speziellen Vorzüge, die Buch und Hörbuch zu bieten haben.

Lehrerin Petra Manthey. Quelle: Markus Kniebeler

Nun ist das ja schon, verglichen mit dem Unterricht vergangener Zeiten, eine moderne Art der Wissensvermittlung. Doch die Verzauberung der Klasse 5b ging noch viel weiter. Dank der großzügigen Unterstützung durch hiesige Sponsoren konnten die zuvor beschriebenen Outfits angeschafft werden. Und nachdem zu Beginn des Projekts jeder Schüler einen Brief mit der Botschaft erhalten hatte, dass er in das Hogwarts-Internat aufgenommen worden sei, verwandelte sich der Klassenraum der Jahnschule dank der erwähnten Kostüme und liebevoller Ausschmückung in eine echte Zauberschule.

Petra Manthey und die Referendarin Steffi Sander ließen sich aber noch jede Menge mehr einfallen, um den Schülern ein echtes Hogwarts-Gefühl zu vermitteln. So gab es ein Zaubertrank-Seminar, in der sich die Fünftklässler aus gesunden Teesorten ihr eigenes Wundergetränk zusammenbrauen durften. In einer anderen Stunde experimentierten sie mit Milch, Pfeffer, Zitronensaft und Kerzenwachs, um nach Vorbild der britischen Zauberlehrlinge Geschriebenes verschwinden und wieder auftauchen zu lassen. Ihre Erlebnisse und Erkenntnisse schließlich hielten sie in kreativ gestalteten Falt-Mappen, so genannten Lapbooks fest, die nicht nur toll aussehen, sondern auch der beste Beleg dafür sind, wie engagiert die Kinder sich mit dem Thema ausein-ander gesetzt haben.

Für den Spaß, den die Kinder in den vergangenen Wochen hatten, gibt es aber noch einen anderen Beweis. Auf einer Scheibe sollten sie markieren, wie ihnen das Projekt gefallen hat. Ein Blick auf die Scheibe sagt alles: Fast alle Punkte kleben in der Mitte der Scheibe. Petra Manthey hat also mit ihrer kreativen Form der Wissensvermittlung mitten ins Schwarze getroffen.

Als die Hogwarts-Diplome verteilt wurden, freuten sich die Schüler außerordentlich. Danach gab es dann noch die Zeugnisse. Und wer weiß: Vielleicht haben die Jungen und Mädchen ja in den vergangenen Wochen so viel gelernt, dass sie die ein- oder andere unangenehme Note einfach wegzaubern können.

Zeugnisse für über 2300 Schüler

In Rathenow wurden gestern Halbjahrszeugnisse an insgesamt über 2300 Schüler verteilt.

997 Schüler an den vier städtischen Grundschulen („Geschwister Scholl“, „Friedrich Ludwig Jahn“, „Am Weinberg“, „Otto Seeger“) erhielten ihre Zeugnisse.

1314 Schüler waren es an den drei weiterführenden Schulen (Jahngymnasium, Duncker-Oberschule, Bürgel-Gesamtschule).

Nach den Winterferien, die bis zum 5. Februar andauern, geht es mit dem 2. Schulhalbjahr weiter. Dieses endet am 19. Juli.

Das neue Schuljahr beginnt am Montag, den 4. September.

Von Markus Kniebeler