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Havelland Lautes und buntes Jugendmusikfestival
Lokales Havelland Lautes und buntes Jugendmusikfestival
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06:36 25.04.2018
Die Band Kompass bekam viel Applaus. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild
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Rathenow

„Ich wünsche Euch viel Spaß und eine geile Mucke“, so Bürgermeister Roland Seeger auf der Bühne. Für Samstag organisierten neun Westhavelländer Jugendliche seit Jahresbeginn das, unter anderem durch Stadt, Landkreis, „Demokratie leben!“ und Rathenower Unternehmen unterstützte 9. „Laut+ und Bunt“-Musikfestival im Mühleninnenhof des Rathenower Optikparks.

Roland Hille kommt aus Rathenow und ist jetzt Sänger der Band „Launce“ Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Eine große Hilfe im Team war Denise Jäkel, die das Festival bereits in den letzten Jahren unterstützte. „Laut und Bunt“ ist mehr als ein Musikfestival. Ziel ist es, sich mit einer Vielfalt aus Musikrichtungen gegen Gewalt, Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, jedoch für Toleranz, Weltoffenheit, ein besseres Zusammenleben und ein buntes Rathenow zu positionieren. Neben sieben Bands, ab 17 Uhr auf der Bühne, gab es wieder verschiedene Stände der „linksjugend“ und der „Jungen Union“, des Jahn-Gymnasiums als „Schule ohne Rassismus“ und der Aktion „Schöner leben ohne Nazis“.

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Es wurde ausgiebig gefeiert. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Auf fünf Graffiti-Wänden, auf denen sich auch die Besucher ausprobieren konnten, entstand vor Ort unter anderem ein „Laut und Bunt“-Logo. „Mehr Toleranz für uns und alle“, meinten auch „Mundfasching“. Das Berliner HipHop-Duo, das für „DRE Muzik“ aus Premnitz einsprang, eröffnete die Bühnenshow. „Ich komme aus Rathenow und bin froh, auch mal in Rathenow auf der Bühne zu stehen“, so Christoph Wulsch, Sänger und Gitarrist der Berliner Band „Vor Rotterdam“. Die Band spielt Pop mit deutschen Texten. Neben eher melodiösen ruhigen Titeln animierten die rhythmischen Stücke die ersten Gäste zum Tanz. Zum Rathenower Stadtfest spielen „Vor Rotterdam“ am 9. September auf der Jugendbühne.

Im Mühlenhof konnte man sich an einer Graffittiwand ausprobieren. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

„Animi Vox“ kommen aus Minden an der Weser. Die vier Musiker der Indie-Rock-Band mit ihren eingängigen Titeln spielen seit 2011 zusammen. Nach ersten Singles erscheint bald ihre EP „Babylon“. Texte mit teils provokanten Aussagen, wie „Demokratie ist eine Lüge“, gab es mit „ABM“ (Alcoholic Breakdance Massacre), eine Punk-Band mit deutschen Texten aus dem Havelland. Ein klares Statement gegen Nazis setzten in ihren Texten und Aussagen die Rapper von „Unterwelt Produktion“. Zu ihrem Auftritt füllte sich der Mühlenhof ab 21 Uhr auch schon merklicher.

Die Moderatoren Denise Jäkel und Julien Glapski. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

„Wir sind sieben Stunden hier her gefahren, um hier zu spielen“, so „Kompass“-Sänger Julian. „Wir finden es so Scheiße, dass Menschen diskriminiert werden.“ Die aus Betzdorf im Westerwald stammende Band holte dann die Festivalbesucher zum Tanzen zu ihren deutschsprachigen Rocksongs direkt an die Bühne. Die Berliner „Erotik-Rock“-Band „Launce“ verlieh ihren „Musikstil“ auch äußerlich Ausdruck. Statt expliziter Texte, wie bei einigen Rappern, gab es neben den verrückten Kostümen der Musiker auch die entsprechende, nicht ganz jugendfreie Deko und einige Einlagen von wild kostümierten Gästen der Band auf der Bühne.

Punkrock gab es mit der Gruppe „ABM Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

„Konfetti werden wir nicht mehr werfen – zumindest nicht vor die Bühne“, so Sänger und Gitarrist Roland Hille. Der gebürtige Rathenower dürfte manchem noch als Musiker von „The Ultimate Rhino Combo“ bekannt sein. Die Rathenower Band, die bis 2012 existierte, spielte bereits zum 1. „Laut und Bunt“ am 19. Juli 2008. So endete um Mitternacht ein lautes und buntes neuntes Jugendfestival mit einer großen, sehr ausgelassenen, aber friedlichen Party auf und vor der Bühne. Wie in den letzten Jahren kamen rund 1000 Besucher aus dem Havelland, Brandenburg/Havel, Sachsen-Anhalt sowie Gäste wie aus Berlin, Leipzig, Duisburg oder Schweden. Die Aftershowparty gab es wieder in der „Musikbrauerei“.

Dieses Logo entwarfen die Besucher am Konzertnachmittag. Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Mit dem neunten „Laut und Bunt“ hat das neue Organisationsteam die Tradition des Musikfestivals fortgeführt. Und im nächsten Jahr wird es das zehnte geben, wie Bürgermeister Seeger auf der Bühne versprach. Neben „Taste of HipHop“ oder der Jugendbühne zum Rathenower Stadtfest gibt es nicht viele derartige Musikevents in Rathenow und im Westhavelland. „Wenn wir in Potsdam so eine Veranstaltung organisieren, dürfen wir in der Regel nur bis 22 oder maximal 23 Uhr machen“, gab es auch anerkennendes Lob von Florian, der mit einigen Freunden den Stand der „linksjugend solid“ betreute. „Und der Rathenower Bürgermeister steht dahinter und stellt sich mit auf die Bühne – toll!“

Ebenfalls dabei: Die „Stinknormalen Superhelden“ Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Von Uwe Hoffmann

23.07.2017
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