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Havelland Legehennenanlage könnte noch gestoppt werden
Lokales Havelland Legehennenanlage könnte noch gestoppt werden
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10:32 02.02.2018
Ein Investor will in Nennhausen eine Legehennen-Anlage errichten. Quelle: Julian Stratenschulte
Nennhausen

Das liebe Federvieh hat gemeinsame Gegner in der Natur. Seeadler und Rabenvögel machen aus der Luft gerne Beute auf Hühner und Großtrappengelege. In der Landschaft machen zu ebener Fuchs, Marder und Waschbär Beute auf Hühner, rauben den Großtrappen Eier aus den Gelegen und verschmähen ihre Jungen nicht.

Und genau das könnte für die Genehmigung eines Bauvorhabens zum Problem werden. Ein Investor aus Niedersachsen beabsichtigt die Errichtung einer Anlage für 12 000 Legehennen in Biohaltung in Nennhausen. Der Investor hat für den Bau von zwei Ställen für jeweils 6000 Tiere und einer Verpackungsanlage für Bioeier das Gelände der Biogasanlage im Gewerbehof am Ortsrand von Nennhausen ins Auge gefasst. An den Hof grenzende Landwirtschaftsflächen sollen als Freilaufvolieren für die Legehennen hergerichtet werden, für jedes Huhn vier Quadratmeter.

Der Investor betreibt in Niedersachsen und Mecklenburg - Vorpommern schon mehrere solcher Anlagen und hat für sein Vorhaben im Havelland die Nennhausener Bioei GmbH & Co. KG. gegründet.

Die Abgeordneten von Nennhausen haben dem Projektentwurf im laufenden Planungsverfahren bereits das gemeindliche Einverständnis erteilt. Naturschutzvereine und Umwelteinrichtungen haben nun jedoch Bedenken geäußert, die im weiteren Planungsverfahren einer genaueren Prüfung bedürfen. Befürchtet wird seitens der Einwendenden, dass eine Anlage mit 12 000 Legehennen viele Seeadler, Rabenvögel auch Füchse, Marder und Dachse anlocken könnte. Sie könnten dann auch eine Gefahr für die benachbarten Großtrappen im Naturschutzgebiet Havelländisches Luch werden.

Das Schutzgebiet der Großtrappen endet südlich der Bahnlinie und reicht somit bis in die Nähe des Gewerbehofes, auf dem die Legehennenanlage errichtet werden soll. „Die Anlage könnte für Großtrappen und auch andere Bodenbrüter zum Problem werden “, sagt Henrik Watzke, Geschäftsführer des Fördervereins Großtrappenschutz. In anderen Regionen hätten ähnliche Anlagen für Legehennen schon Füchse, Marder, Seeadler und Rabenvögel angelockt, die nun Bodenbrütern in der benachbarten Landschaft Schaden zufügen. Henrik Watzke hat mit der Betriebsleiterin der Biogasanlage auf dem Gewerbehof Nennhausen, Christine Heidler, auch schon solche Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern besichtigt.

Im Havelland hat sich der Seeadlerbestand in den letzten Jahren gut entwickelt und dem Großtrappenschutz auch schon Sorgen bereitet. Henrik Watzke erwartet deshalb eine genaue Abwägung, ob die Legehennenanlage verträglich ist mit dem Schutz der Großtrappe. Dafür bedarf es einer Vorarbeit und wissenschaftlicher Erkenntnisse. Klarheit schaffen soll seine Studie, die seitens des Investors in Auftrag gegeben wurde und an der die TU Berlin und das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Friedrich Löffner mitarbeiten. Komme die Studie zu dem Ergebnis, dass die Legehennenhaltung nicht verträglich sei mit dem Großtrappenschutz, werde die Anlage nicht gebaut, so Christine Heidler auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Die Studie solle zudem grundlegende Erkenntnisse liefern für künftige Legehennenanlagen in ähnlicher Lage.

Von Norbert Stein

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