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Havelland Liegegebühren für Boote bleiben unverändert
Lokales Havelland Liegegebühren für Boote bleiben unverändert
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19:37 25.07.2017
Wassertouristen am Ketziner Stadtsteg.
Wassertouristen am Ketziner Stadtsteg. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Ketzin/Havel

Es bleibt alles wie es ist: Die Liegegebühren für Boote am Ketziner Stadtsteg an der Havelpromenade werden in dieser Saison nicht mehr verändert. Das haben die Mitglieder des Hauptausschusses der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend einstimmig beschlossen.

Damit lehnten sie die Empfehlung des Ketziner Wirtschaftsausschusses ab. Der hatte sich vor wenigen Tagen dafür ausgesprochen, bisher kostenpflichtige Serviceleistungen wie das Benutzen der Toilette und der Dusche am städtischen Informations-Punkt an der Havelpromenade künftig für Boottouristen kostenfrei zu stellen und sozusagen „nur“ die Liegegebühren zu kassieren.

Besagte Liegegebühren sind in Ketzin/Havel jetzt zu einem Dauerthema geworden. Sie waren zu Beginn dieser Saison nach einem Beschluss der Stadtverordneten erhöht worden. Pro Übernachtung sind statt 1,20 Euro pro Meter Bootslänge nun 1,80 Euro fällig. Wer nicht über Nacht bleibt und bis 16 Uhr wieder ablegt, muss 4 Euro aufbringen, wenn das Boot länger als sechs Meter ist 7,50 Euro.

Nach massiven Beschwerden von Wassertouristen in sozialen Netzwerken und per Mail an die Stadtverwaltung kamen die Gebühren noch mal auf die Tagesordnung. Man befürchtete einen großen Imageschaden für Ketzin und ein Ausbleiben der Wasserwanderer. Eine erste Auswertung der Einnahmen am Stadtsteg per 30. Juni hatte ergeben, dass etwa 4000 Euro mehr in die Stadtkasse geflossen sind als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, aber auch etwa 100 Boote weniger angelegt haben.

Weil die meisten Wasserwanderer sich vor allem über die Zusatzkosten für Strom, Trinkwasser, Toilette und WC aufgeregt hatten, wollte der Wirtschaftsausschuss eine sofortige Verbesserung, indem einige Serviceleistungen bei den Liegegebühren inklusive sein sollten.

Daraus wird nun nichts. Bis zur nächsten Saison wollen Verwaltung und Stadtverordnete über neue Vorschläge diskutieren. Zuvor hatte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) informiert, dass durch die Benutzung von Toilette und Dusche in dieser Saison bisher 3030 Euro eingenommen wurden. „Wir sollten auf dieses Geld nicht einfach verzichten und zumindest zwischen Tagesgästen mit Boot und Übernacht-Anlegern unterscheiden“, warf Abgeordneter Michael Werner (SPD) ein. Auch Jürgen Tschirch SPD) schloss sich dem an: „Bei den Kitagebühren reizen wir alles aus. Und den Wassertouristen kommen wir soweit entgegen – nein.“

Von Jens Wegener