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Havelland Lucke-Hof präsentiert sich auf Grüner Woche
Lokales Havelland Lucke-Hof präsentiert sich auf Grüner Woche
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01:29 22.02.2018
Mehrfach schon waren Kindergruppen auf dem Lucke-Hof, um dort ein paar erholsame Tage zu verbringen. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Der Lucke-Hof kommt groß raus. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble an der Alten Hauptstraße 35 von Premnitz soll auf der Grünen Woche, die in Berlin am 20. Januar beginnt, als gutes Beispiel vorgestellt werden. Das „Forum ländlicher Raum“ als Netzwerkkoordinator aller Lokalen Aktionsgruppen (LAG) für das Leader-Förderprogramm im Land Brandenburg hat die Inhaberin Ute Lucke-Polz eingeladen, ihr Konzept auf der Messe vor großem Publikum vorzustellen.

„Das Projekt Lucke-Hof ist ein gutes Beispiel für die Leader-Förderung und passt gut zu den diesjährigen Themen der Internationalen Grünen Woche“, teilt Josephine Lenk vom Regionalmanagement der LAG Havelland mit. Derart gut erhaltene historische Vierseitenhöfe gebe es nicht mehr viele. Es sei daher schön, wenn durch Leader-Förderung und Denkmalschutzförderung Baukultur im ländlichen Raum erhalten werden könne, die einen Teil der Besonderheit und der Identität Brandenburgs und des Havellandes ausmache.

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Ute Lucke-Polz, Inhaberin und Fördervereinsvorsitzende des Lucke-Hofs. Quelle: Bernd Geske

Wichtig bei der Auswahl für die Grüne Woche sei gewesen, erklärt Josephine Lenk, dass das historische Gemäuer durch die Aktivitäten des Fördervereins Lucke-Hof mit Leben erfüllt werden konnte. Der Hof biete Raum für Gemeinschaft und regelmäßige Feste. Er sensibilisiere auch junge Menschen für das historische Erbe – Baukultur und altes Handwerk und vieles weitere. Die Aktivitäten stärkten den ländlichen Raum in der öffentlichen Wahrnehmung, indem sie Identität und Freude am Leben stiften. Das wolle das Leader-Programm erreichen. Man hoffe, dass das gute Beispiel in Premnitz viele weitere Menschen zu ähnlichen Vorhaben motiviere. Das Regionalmanagement der LAG Havelland werde sie gern dabei unterstützen.

Der große Tag wird der 24. Januar sein. Ute Lucke-Polz wird zuerst an einem Fachgespräch teilnehmen, bei dem Akteure ihre Gedanken austauschen, die sich für die Entwicklung lebendiger Ortskerne einsetzen. Die Premnitzerin ist gebeten, über ihre praktischen Erfahrungen zu berichten. Schwerpunkte sollen Unterstützung durch die örtliche Politik, Akzeptanz der Bewohner und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr sein.

Etwas später soll Ute Lucke-Polz auf der großen „Land-Schau-Bühne“ ihr Hofprojekt der Öffentlichkeit präsentieren. Schwerpunkte werden Fragen sein, wie: Was ist der Lucke-Hof heute? Wie sieht es aus mit dem sozialen Engagement? Welche Rolle haben Förderungen dabei gespielt? Insgesamt werden zehn Projekte vorgestellt.

Von der EU ins Kulturerbe aufgenommen

Der Lucke-Hof wird seit fast 300 Jahren von der Familie bewirtschaftet.

Die Luckes übernahmen ihn 1723 als Lehnschulzenhof. Im Zuge der preußischen Agrarreformen wurde er 1815 Eigentum der Familie.

Erklärtes Ziel ist es, auf dem Hof Kinder und Jugendliche zu beherbergen, die aus verschiedenen Gründen sozial benachteiligt sind.

Der Förderverein Lucke-Hof veranstaltet in jedem Jahr ein Backofenfest, beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals und veranstaltet eine Stallweihnacht.

Die EU hat die denkmalgerechte Restaurierung des Hofs anerkannt, als sie ihn 2016 ins Kulturerbe aufgenommen hat.

Der Lucke-Hof ist auch ausgewählt worden, weil seine schrittweise Sanierung und Restaurierung, die 2011 mit der Gründung eines Fördervereins begann, jetzt zu einem gewissen Ende gekommen ist. Scheune, Pferdestall und Rinderstall sind schon länger fertig. Den Abschluss bildeten im vergangenen Jahr das Gutshaus und das Lehmbackhaus von 1723, nur wenige Restarbeiten sind zu erledigen. Wie Ute Lucke-Polz auf Nachfrage sagt, kann sie für den Bauabschnitt Fördermittel bis zu 124 000 Euro bekommen.

Noch stehe die genaue Summe nicht fest, da noch nicht alle Verwendungsnachweise vorgelegt werden konnten. Weil der Hof unter Denkmalschutz stehe, erklärt sie, sei eine Förderhöhe von 75 Prozent möglich. Ute Lucke-Polz als Besitzerin des Hofes, die auch Vorsitzende des Fördervereins ist, weist darauf hin, dass sie für den genannten letzten Bauabschnitt 50 000 Euro Eigenmittel beisteuern musste. Um diesen Betrag aufbringen zu können, habe sie ihr Haus in Berlin, wo sie lange Zeit lebte und arbeitete, verkaufen müssen.

Für die neue Saison, die im Frühling beginnt, liegen bereits Anmeldungen von zwei Kindergruppen vor, die mehrere Tage auf dem Lucke-Hof verbringen werden. Angemeldet sind auch zwei Schulklassen, die dort ein Projekt über gesunde Ernährung umsetzen wollen.

Von Bernd Geske