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Havelland Luther die Leviten gelesen
Lokales Havelland Luther die Leviten gelesen
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12:43 29.09.2014
Der Turm der Falkenhagener Kirche war im Rahmen der Kirchennacht für Besucher zugänglich. Quelle: Marlies Schnaibel
Falkensee

Mit einer ökumenischen Andacht eröffnete Pfarrer Matthias Ebeling von der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde am Sonnabend das Programm in der Falkenhagener Kirche. Eine besondere Attraktion: Man konnte den sonst nicht zugänglichen Turm besteigen und bei klarem Himmel einen weiten Blick über Falkenhagen genießen. Insgesamt sechs Gotteshäuser beteiligten sich an der Nacht der offenen Kirchen in Falkensee.

"Unser Programm ist das beste!"

In der katholischen Kirche St. Konrad lobte Pfarrer Clemens Pullwitt das Veranstaltungsangebot des Abends. „Ich bin jetzt mal gemein: Unser Programm ist das beste!“ Tatsächlich erwies es sich als abwechslungsreich: Nach der Messe stand eine musikalische „Reise zum Pförtner in Altötting“an. Georg Weigelt aus dem Gemeinderat hatte Bilder von Lebensstationen des Heiligen Konrad von Parzham, dem Patron der Kirche, zu einem Diavortrag zusammengestellt. Dazu spielte der Organist Reinhard Schäfertöns Stücke von meist bayrischen Komponisten, darunter von Max Reger den Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“.

Interview mit Pfarrer Clemens Pullwitt

Nicht nur Gottesdienste

Clemens Pullwitt, Pfarrer der katholischen Kirche St. Konrad Quelle: Hans-Peter Theurich

MAZ: Was erhoffen Sie sich als Pfarrer von der Nacht der offenen Kirchen in Falkensee?
Clemens Pullwitt: Mit dem Angebot öffnen wir uns einem breiteren Publikum. Wir möchten zeigen, was wir neben Gottesdiensten an interessanten Themen zu bieten haben.

Erwarten Sie auch unbekannte Gesichter?
Pullwitt: Ja natürlich. Unser Programm spricht hoffentlich auch die Menschen an, die im Normalfall nicht so oft in die Kirche gehen.

Was wünschen Sie sich für die nächste Nacht der offenen Kirchen?
Pullwitt: Dass es uns gelingt, wieder so ein gutes und interessantes Programm auf die Beine zu stellen wie dieses Mal. Daran werden wir rechtzeitig arbeiten.

Interview: Judith Meisner

Ein weiterer Höhepunkt in St.Konrad war ein Vortrag über Ikonen von Eva-Maria Thomas. Sie berichtete über die besondere Malweise für die Heiligenbilder. „Ich suchte nach einem Ausweg in einer schwierigen Situation, und die Ikonenmalerei hat mir geholfen“, erklärte sie. In Schlesien ging Eva-Maria Thomas sogar für zehn Tage in ein Kloster. „Es wird dort schweigend gemalt, wie bei einer Meditation.“ Einige ihrer Werke stellte die Malerin vor, etwa einen Christus als Weltenherrscher oder eine Gottesmutter von Vladimir, auch zärtliche Madonna genannt. Das Original gehört zu den russischen Nationalheiligtümern. Chorgesänge und ein Film über den Heiligen Konrad rundeten den Abend in der katholischen Kirche ab.

Mittelalterlicher Imbiss zu den Tischreden Luthers

Tacheles geredet wurde in der evangelischen Kirche Seegefeld. Unter dem Titel „Bist Du sicher, Martinus?“ las Pfarrerin Gisela Dittmer Martin Luther die Leviten. Die Besucher nahmen an einer langen Tafel Platz, das Ehepaar Luther präsidierte. Nach dem Text „Die Tischreden der Katharina Luther, geb. Bora“ von Christine Brückner hörte das Publikum, was der Ehefrau des Reformators so im Kopf herumgegangen sein mag, wenn sie sich mit Alltagsproblemen herumschlug. Sie versorgte einen großen Haushalt und hielt ihren nicht gerade zimperlichen Ehegemahl bei Laune oder ertrug seine Tiraden über die Frauen. Die Besucher lauschten beeindruckt und kosteten einen mittelalterlichen Imbiss aus Bier, Traubensaft und Schmalzstullen.

In der Seegefelder Kirche spielte Pfarrerin Gisela Dittmer die Ehefrau des Reformators Martin Luther (Tobias Beyer). Quelle: Hans-Peter Theurich

Umrahmt wurde die szenische Lesung von Barockmusik, gespielt von Dorothee Vogel, Sigrun Vogel und Tobias Beyer, der auch Martin Luther darstellte. Pfarrerin Gisela Dittmer hatte offenbar große Freude an ihrer schauspielerischen Aufgabe. Das Publikum dankte es mit Applaus.

Zum Programm der Falkenseer Kirchen gehörten unter anderem Tänze der Renaissance, Rock- und Popmusik zum Mitsingen. Ein Gospelkonzert gab es zum Abschluss in der Finkenkruger Kirche.

Von Judith Meisner

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