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Havelland Malen in anderen Dimensionen
Lokales Havelland Malen in anderen Dimensionen
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17:28 09.04.2015
Duncker darf auf dem Gemälde zum Thema Optik nicht fehlen: Marco Brzozowski (vorne) und Mathias Philipp bei der Arbeit.
Duncker darf auf dem Gemälde zum Thema Optik nicht fehlen: Marco Brzozowski (vorne) und Mathias Philipp bei der Arbeit. Quelle: M. Kniebeler
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Rathenow

Die Giebelwand des Hauses Nr. 28 verwandelt Brzozowski mit seinem Kollegen Mathias Philipp in ein reines Farbenmeer. Mit Pinseln und Spraydosen arbeiten sie sich Quadratmeter für Quadratmeter vor. Bald ist das Gerüst abgebaut – und zum Vorschein kommen wird ein 150 Quadratmeter großes Kunstwerk. Wenn man davor steht, hat man den Eindruck, man blicke in einen hohen, mit bunten Scheiben überdachten Wandelgang.

Dahinter sind die Farbpyramiden des Optikparks und die Sankt-Marien-Andreas-Kirche erkennbar. Und am linken Bildrand steht, eine Brille in der Hand haltend, Johann Heinrich August Duncker – der berühmteste Rathenower aller Zeiten.

Brzozowski spielt mit diesen historischen Bezügen. Denn das von Hartmut Fellenberg, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR), in Auftrag gegebene Bild soll mehr sein, als ein Hingucker. Es soll Passanten neugierig machen auf die Geschichte der Stadt. Und es soll den Weg weisen in den Optikpark, in dem die Geschichte – insbesondere die von Duncker begründete Industriegeschichte der Stadt – nacherlebt werden kann.

Natürlich hat die in einer Woche beginnende Bundesgartenschau das Fassadenkunstprojekt befördert. „Als größtes Wohnungsunternehmen der Stadt wollen wir unseren Beitrag zur Buga leisten“, sagt Fellenberg. „Wollen mit bunten Farben für gute Laune sorgen und gleichzeitig etwas über die Stadt erzählen.“ Die kahle Giebelwand, die an der Einflugschneise zum Gartenschaugelände liegt, habe sich für eine solche Aktion geradezu angeboten.

Noch ein Gemälde

Eine zweite KWR-Fassade, der Giebel des Hauses in der Brandenburger Straße 9, wird in der kommenden Woche von Marco Brzozowski mit einem großen Gemälde verziert. Zu sehen sein wird der Bismarckturm und die Weinberglandschaft rundherum. Das Bild soll vor Bugastart fertig sein.

Für den gebürtigen Mögeliner Marco Brzozowski ist das Malen in diesen Dimensionen nichts Besonderes. Seit acht Jahren verdient er sein Geld als Fassadenkünstler. In der näheren und weiteren Umgebung der Kreisstadt hat er seine Spuren hinterlassen. „Wichtig ist, dass man eine Idee hat, bevor man loslegt“, sagt er. In einer handgefertigten Skizze hält er diese Idee fest, um sie dann am Computer auszuarbeiten. Diese Vorlage wird dann auf die Wand übertragen.

Hört sich einfacher an, als es ist. Ohne handwerkliches Geschick und künstlerisches Talent kommt man nicht weit. „Wenn ich an der Wand stehe, muss ich mir vorstellen können, wo im Gesamtbild ich mich befinde“, sagt der 30-Jährige. Denn die Übersicht gehe in der Nahperspektive verloren.

Das Rathenower Bild zählt Brzozowski zu den mittleren Formaten. Das Einlaufbauwerk der Pumpstation Premnitz hat er auch bemalt: Über 500 Quadratmeter. Und in Schwedt wird er in diesem Jahr eine magische Grenze überwinden: Er bemalt eine Fassade, die über 1000 Quadratmeter groß ist.

Von Markus Kniebeler

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