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Havelland Mikado wehrt sich
Lokales Havelland Mikado wehrt sich
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08:00 01.10.2014
Vor dem Rathaus stiegen im April Ballons zum Auftakt der Toleranzwochen auf – Mitveranstalter war Mikado. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Mit einer weiteren Demonstration vor dem Nauener Rathaus wollen Mitglieder und Freunde des Vereins Mikado am Donnerstag ab 15 Uhr gegen die Kündigung des Mietvertrages für das Haus der Begegnung aufmerksam machen. „Wir werden dem Bürgermeister einen Fragenkatalog übergeben und hoffen, dass wir Antworten darauf bekommen“, sagt Raimond Heydt vom Mikado-Vorstand. Im Verein sei man überzeugt, dass die Stadtverwaltung Mikado aus dem Haus der Begegnung raushaben wolle.

Vor wenigen Tagen hatte Bürgermeister Detlef Fleischmann dem Vereinsvorstand mitgeteilt, dass der Mietvertrag zum Jahresende gekündigt wird (MAZ berichtete). Begründet wurde dieser überraschende Schritt mit einem Vorstoß des Landkreises Havelland, der die Idee geäußert habe, so Fleischmann, in Nauen ein Familienzentrum einzurichten. Um dafür den Rücken frei zu haben, wolle die Stadt über das Haus der Begegnung verfügen können, selbst wenn es derzeit noch kein Konzept für ein Familienzentrum gibt und das frühestens zum Ende 2015 greifen soll.

Derzeit noch kein neues Konzept für das Haus der Begegnung

Völlig unklar ist Mikado, woher plötzlich die Idee eines Familienzentrums kommt. Denn: „Auf Kreisebene existiert keine politische Beschlusslage zum Thema Familienzentren. Weder die gesetzliche Arbeitsgemeinschaft, noch der Jugendhilfeausschuss des Kreistages, noch der Kreistag selbst haben sich auch nur einmal mit Inhalten der angeblich geplanten Familienzentren befasst“, so Heydt.
Aus der Kreisverwaltung war gestern dazu nichts Genaues zu erfahren. Kreissprecherin Caterina Rönnert sagte: „Der Landkreis begrüßt ausdrücklich das Vorhaben der Stadt Nauen, im gemeinsamen Bestreben und gemeinsamer Verantwortung ein Familien- und Generationenzentrum in Trägerschaft der Stadt Nauen zu errichten.“ Nach aktuellem Planungsstand sollen in dem künftigen Zentrum neben städtischen Angeboten auch Leistungen des Landkreises etabliert werden.

Fraktionen der Nauener SVV haben sich positioniert

Inzwischen haben sich alle Fraktionen der Nauener Stadtverordnetenversammlung zum Umgang mit Mikado und der Zukunft des Hauses der Begegnung positioniert, die meisten sehen die Sache entspannt. „Wir sind im Ausschuss gerade dabei, ein Konzept der Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt zu entwickeln“, sagt Linke-Fraktionschefin Susanne Schwanke-Lück. In diesem Zusammenhang sei das Angebot des Landkreises natürlich erst einmal eine gute Idee, die wir nutzen sollten.“ Sie kann die Überraschung bei Mikado nicht verstehen, denn „das war bereits im vorletzten Bildungsausschuss angekündigt.“ Raimond Heydt von Mikado hält dagegen: „Die Kündigung sollte erfolgen, weil die Dienstleistungsgesellschaft Nauen ab Januar die Verwaltung des Hauses für die Stadt Nauen übernimmt. Nur sollte parallel ein neuer Nutzungsvertrag vorgelegt werden. Das hat man wohl vergessen.“

Der CDU-Fraktion ist daran gelegen, die Kinder- und Jugendarbeit in Nauen weiter zu entwickeln. „Die vom Landkreis geschaffene Möglichkeit der Einrichtung eines Familienzentrums ist dabei als Chance zu sehen und ernsthaft zu prüfen“, sagt Vorsitzender Marc Elsnat. Aber dies könne erst geschehen, wenn ein Konzept vorliege, über das die Stadtverordneten zu entscheiden haben. Er hoffe, dass es zwischen Mikado und der Stadt zumindest eine Übergangslösung gibt, sodass es eben nicht zu dem befürchteten Kahlschlag bei der Kinder- und Jugendarbeit ab Januar komme.

Ähnlich sehen es die Sozialdemokraten. Fraktionschef Oliver Kratzsch: „Es gibt ein Angebot, welches das Haus der Begegnung noch attraktiver und für ein breiteres Publikum nutzbar machen soll. In welcher Form und mit welchen Partnern dies erreicht werden kann, wird in den Fachausschüssen, der Stadtverordnetenversammlung sowie mit interessierten Trägern diskutiert.“

Begegnungsstätte

Neben dem Haus der Begegnung in der Ketziner Straße, in dem sich unter anderem die Bibliothek und der Jugendklub befinden, gibt es in der Kernstadt kaum alternative Treffpunkte für Kinder und Jugendliche.
Der Humanistische Freidenkerbund betreibt in der Karl-Thon-Straße einen Jugendklub und das Restaurant „Kinder-Oase“ in der Mittelstraße 4a.

Außerdem kann sich vor allem die ältere Generation im Nachbarschaftstreff im Karl-Bernau-Ring 51 treffen.

Die Wählerinitiative Frischer Wind, zu der Mikado-Mitglied Anke Bienwald gehört, spricht sich zwar dafür aus, ein Konzept für ein familienfreundlicheres Nauen zu erarbeiten. Allerdings soll das „gemeinsam mit den bereits bestehenden Trägern, der Verwaltung und den politischen Gremien erfolgen“, wie Fraktions chef Steffen Glagow sagt.

Aus Sicht der Ländlichen Wählergemeinschaft/Bauern ist es „keine Art und Weise, den Verein Mikado vor die Tür zu setzen“, so Fraktionschef Manuel Meger. Es sei wichtig, Mikado zu unterstützen und zu halten, da es sonst eine Menge Angebote für Jung und Alt nicht mehr geben würde.

Die Geschäftsführerin des Leonardo-da-Vinci-Campus Nauen, Irene Petrovic-Wettstädt, zeigt sich erstaunt über das Vorgehen der Stadt: „Seit vielen Jahren ist uns Mikado ein verlässlicher Partner in vielen Projekten, die der Stadt Nauen zugute kommen, von der Kinder-Uni bis zum Toleranzfest. Wir fordern alle Verantwortlichen auf, Lösungen zur Weiterarbeit des Vereins zu finden."

Von Jens Wegener

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