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Milower Land 2. Havelländischer Kulturpreis geht an Annette und Gerhard Göschel
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15:27 11.02.2020
Kulturpreis für Annette und Gerhard Göschel, überreicht von Roger Lewandowski (l.) und Matthias Kremer (r.). Quelle: Marlies Schnaibel
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Ribbeck

Der 2. Kulturpreis der Kulturstiftung Havelland geht an das Ehepaar Annette und Gerhard Göschel aus dem Milower Land. Am Montagabend wurde ihnen der Preis auf einer Festveranstaltung im Ribbecker Schloss verliehen.

Im vergangenen Jahr war der Kulturpreis der Kulturstiftung das erste Mal vergeben worden. Zum Auftakt gleich zwei Mal: einmal ins Osthavelland und einmal ins Westhavelland. Ausgezeichnet wurden die im Februar 1963 gegründete Band Sugar Beats aus Grünefeld sowie die Objektkünstlerin Gabriele Konsor und die Fotografin Birte Hoffmann aus Strodehne.

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Der 2. Kulturpreis der Kulturstiftung Havelland ging ins Milower Land an das Ehepaar Göschel.

Nun die zweite Auflage des Preises, diesmal in der Kategorie „Bildende Kunst“. Eine fünfköpfige Jury unter Leitung der Kunsthistorikerin und Galeristin Petra Lange hatte das Ehepaar Göschel aus 31 Bewerbern ausgewählt. Es war Montag an Bruno Kämmerling, dem Geschäftsführer der Kulturstiftung, den mehr als einhundert Frauen und Männern in der Feststunde die Preisträger vorzustellen.

Ankunft vor 20 Jahren

Er erinnerte daran, dass der Hamburger Künstler Gerhard Göschel vor 20 Jahren mit seiner Frau den Galm entdeckte und dem winzigen Dorf im Westhavelland eine kulturelle Blütezeit bescherte. Der 1. Galmer Hofkultur mit dem Aufruf „Schöne, neue Welt“ folgten damals 150 Gäste. Kultur führt hier seitdem Menschen aus Nah und Fern zusammen.

Ort der Begegnung

„Wir wollten einen Ort der Begegnung der Künste schaffen“, beschreibt Annette Göschel ihre Vision von damals. Langjährige Erfahrungen im Kunstbetrieb und in der pädagogischen Arbeit brachte das Paar mit. An der Hochschule der Bildenden Kunst in Hamburg hatte Annette Göschel studiert und dort 20 Jahre als Kunstpädagogin gearbeitet. Ihr Wissen und ihre Ideen brachte sie jetzt auch im Havelland ein, etwa beim Undine-Märchenwettbewerb oder bei der Ausstellung „Kinderhofkultur“.

Kulturstiftung seit 2011

Die 2011 gegründete Kul­turstiftung Havelland will kulturelle Projekte von über­regionaler oder regional herausge­hobener Bedeutung im Havelland finanziell fördern und aktiv beglei­ten.

Dem Stiftungsrat gehören an: Roger Lewandowski, Bruno Kämmerling, Matthias Kremer, Burkhard Schröder, Bernd Martin und Michael Schönberg.

Der Landrat des Landkreises Havelland gehört dem Stiftungsrat für die Dauer seines Amtes an. Die übrigen Mitglieder werden für die Dauer von fünf Jahren in den Stiftungsrat berufen. Die Mitglieder des Stiftungsrates sind ehrenamtlich tätig. Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

Gerhard Göschel wurde in Wien geboren, wuchs in Franken auf und studierte an verschiedenen Kunsthochschulen, so in Nürnberg, Frankfurt und Berlin. Schwerpunkt seiner Arbeiten waren Kunst-am-Bau-Projekte. Mit seinen Objekten und Skulpturen – oft hintersinnig und ironisch – ist er auch einem breiten Publikum im Havelland bekannt geworden. Mit der Galmer Hofkultur haben Göschels inzwischen ein Zeichen gesetzt, das weit über die Landkreisgrenzen hinaus strahlt und immer wieder neue Ideen hervorbringt. So das über 18 Monate laufende Workshop-Projekt „Jäten im Paradies“.

Klare Jury-Entscheidung

Mit dem Kulturpreis sollen ein besonderes kulturelles Engagement, als auch die künstlerische Leistung von Künstlern gewürdigt werden, er soll an Einzelpersonen oder Künstlergruppen gehen, die zudem von überregionaler Bedeutung sind und zur Identitätsstiftung im Gebiet des Havellandes beitragen. Eine Menge Anforderungen an die Preisträger also. Die Entscheidung der Jury für Annette und Gerhard Göschel geriet trotz intensiver Diskussion über alle eingereichten Vorschläge ziemlich eindeutig.

Ausführliche Laudatio

Überreicht wurde der Preis am Montag von Landrat und Stiftungsratsvorsitzenden Roger Lewandowski und von Matthias Kremer, dem Marktdirektor der MBS und stellvertretendem Stiftungsratsvorsitzenden. Nach der ausführlichen und kenntnisreichen Laudatio geriet die Preisübergabe nicht ganz ausgereift, weder Platz noch Licht war für die Gratulation vorhanden.

Bilder einer Ausstellung

Grund für die Enge war der musikalische Teil des Abends. Mit großer Technik und vielen Scheinwerfern hatte das Team der Gruppe Pond sich auf seinen Auftritt vorbereitet. Wolfgang Paule Fuchs spielte auf den elektronischen Instrumenten seine Neubearbeitung von Modest Mussorgskis Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“.

Erinnerung an Planetenwind

Fuchs gehörte in der DDR zu den bekanntesten und erfolgreichsten Vertretern der elektronischen Instrumentalmusik. Seine Gruppe Pond wurde gern als Tangerine Dream des Ostens bezeichnet, die Platten „Planetenwind“ und „Auf der Seidenstraße“ verkauften sich hunderttausendfach. Mal rockig, mal bombastisch, mal sphärengleich überraschte Fuchs nun am Montag die Zuhörer in Ribbeck.

Von Marlies Schnaibel