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Milower Land Verein lädt am Samstag zur Saatgutbörse
Lokales Havelland Milower Land Verein lädt am Samstag zur Saatgutbörse
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11:01 28.02.2020
Zur Saatguttauschbörse bietet Hans-Joachim König unter anderem rund 60 alte Tomatensorten an. Quelle: Uwe Hoffmann
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Milow

Alte Tomatensorten liegen dem Rathenower Hans-Joachim König seit Jahrzehnten am Herzen. In seinem Garten am Haus und in der Kleingartensparte „Fortschritt“ kultiviert er vor allem das aus Südamerika stammende Gemüse. Heute sind es rund 60 verschiedene Sorten.

Mehrere Vorteile

Aber auch seltene Bohnensorten wachsen hier. „Derzeit probiere ich eine 2000 bis 6000 Jahre alte Anbaumethode aus, die die nordamerikanischen Indianer schon angewandt haben. Dabei handelt es sich um einen Etagenanbau. Um eine Maispflanze rankt sich eine Bohnenpflanze. Und rings um die Maispflanze wird Kürbis angepflanzt“, erzählt Hans-Joachim König. „Die Wurzeln der Bohne sammeln Stickstoff als Nährstoff. Durch die Kürbispflanze wird Unkraut ferngehalten. Und gleichzeitig ist dieser Anbau platzsparend.“

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Variantenreich und vielfältig

Etwa 3000 Tomatensorten gibt es auf der Welt. Im Katalog des VERN in Greiffenberg (Angermünde) werden knapp 70 alte Tomatensorten, auch für den Balkon angeboten. „Früchte im Supermarkt werden vor allem auf Ertrag und mit guten Eigenschaften für den Transport gezüchtet. So findet man dort nur wenig verschiedene Sorten. Alte Sorten bieten, neben ihrem sehr variantenreichen Aussehen, vielfältigen Geschmack und verschiedene Eigenschaften für die Verarbeitungsmöglichkeiten in der Küche“, erklärt der Gartenfreund seine Liebe zu alten Kultursorten.

Saatguttauschbörse in Milow. Quelle: Uwe Hoffmann

Zudem seien alte regionale Sorten an die Klimaverhältnisse angepasst und teilweise noch resistent gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Der Samen von Tomaten ist fünf bis zehn Jahre lang keimfähig. Zu den Tomatensorten, die König anbaut, gehören die „Schokoladentomate“, eine „Paprika-Tomate“, die kleine birnenförmige „Rotes Birnchen“, die widerstandsfähige „Vitella“, das „Weiße Ochsenherz“ mit 200 Gramm schweren Früchten oder die „Siberian Pear“.

Die Etagenzwiebel

„Viele alte Sorten habe ich getauscht, so mit dem Vorsitzenden des NABU-Regionalverbandes Westhavelland, Tino Wachowiak. Aber auch Hans-Joachim König sucht immer noch interessante alte Sorten, so „Landshuter Riese“, „Schlesische Himbeere“ mit bis zu 500 Gramm schweren Früchten oder „Rotkäppchen“, eine Lagertomate aus dem 17. Jahrhundert aus Baden-Württemberg, die im November geerntet wird und bis Februar gelagert werden kann. Ebenso sucht er noch die „Etagenzwiebel“. Sie trägt Zwiebeln ringförmig unten und noch einmal oben.

Verschiedene alte Tomaten zum Apfeltag in Milow. Quelle: Uwe Hoffmann

Seit 2010 arbeitet Hans-Joachim König im Naturparkzentrum Milow. Zum Obstblütenfest und zum Apfeltag auf der Streuobstwiese betreut er einen Stand, an dem seit dem letzten Jahr Pflanzen und Saatgut alter Gemüsesorten angeboten werden. Anfang 2019 initiierte König erstmals eine eigene Saatguttauschbörse im Naturparkzentrum mit. Zur zweiten Saatguttauschbörse am 29. Februar bietet Hans-Joachim König nicht nur Samen eigener Sorten an. Auch alte Gemüsesorten des VERN werden

Die Saatguttauschbörse im Naturparkzentrum findet am 29. Februar, 10 bis 16 Uhr, statt.

Von Uwe Hoffmann