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Milower Land Blick auf die Geschichte des Milower Landes
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17:13 24.09.2018
Günter Geib, ehemaliger Milower Amtsdirektor Quelle: Uwe Hoffmann
Milow

Amts- und Gemeindejubiläum wurde gerade in Milow gefeiert. Für den Direktor des Amts Milow, Günther Geib, eine Gelegenheit zur Rückbesinnung.

Erst spät entstanden

In Milow sieht man noch, dass der Ort erst 1914 – durch den Zusammenschluss der drei Gemeinden Milow, Leopoldsburg und Neu-Milow – entstanden ist. Neben der Milower Pfarrkirche dient die 1769 vollendete barocke Patronatskirche Leopoldsburg inzwischen als Sparkasse. „Vor einigen Monaten fanden wir auf dem Dachboden des Amtsgebäudes eher zufällig eine Urkunde aus dem Jahr 1976”, sagt Gemeindebürgermeister Felix Menzel.

Dann ein Gemeindeverbund

„Am 2. April schlossen sich die Orte Milow, Nitzahn, Vieritz, Jerchel, Möthlitz, Bützer und Zollchow mit Premnitz zum Gemeindeverband Premnitz zusammen. Dieser lose Verwaltungsverbund bestand bis 1990.” Im Zuge der Ämterbildung 1992 schlossen sich die acht Gemeinden des damaligen Kreises Rathenow, Großwudicke, Milow, Nitzahn, Vieritz, Jerchel, Möthlitz, Bützer und Zollchow, zum Verwaltungsverbund Amt Milow zusammen. Erster Amtsdirektor wurde Günter Geib.

„Als langjähriges Mitglied der CDU – heute über 50 Jahre – war ich schon zu DDR-Zeiten Mitglied der Gemeindevertretung Milow. So kandidierte ich erneut zur ersten freien Kommunalwahl im März 1990”, erinnert sich der gebürtige Milower, zu dieser Zeit stellvertretender Leiter des Katasteramtes des Kreises Rathenow. „Aber für Milow kandidierte keiner als Bürgermeister. So führte ich, als Gemeindevertretervorsteher, bis zum August die Amtsgeschäfte.”

Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Amtes. Quelle: Uwe Hoffmann

Dann wurde, die inzwischen verstorbene, Rosemarie Bianga von den Gemeindevertretern zur Bürgermeisterin gewählt. Bereits am 14. Februar 1991 bildeten die Orte Jerchel, Milow, Möthlitz, Nitzahn, Vieritz und Milow eine Verwaltungsgemeinschaft. Zum 16. Juli 1992 wurde dann das Amt Milow gebildet.

„Das lief nicht ohne Widerstand ab“, so Geib. „ Die Amtsbildung stand zwischenzeitlich auf der Kippe. So strebte Bützer mit Bürgermeister Helmut Lindemann beispielsweise eher eine gemeinsame Verwaltung mit Premnitz an.” Ab 1. September 1992 gab es Gespräche mit den künftigen Mitarbeitern der Amtsverwaltung. Aus möglichst jedem Ortsteil wurden bisherige Verwaltungsmitarbeiter übernommen und zum 1. Oktober nahm die Amtsverwaltung die Arbeit auf.

Hilfe von Partnern

Das erste Amtsgebäude wurden die „rote” und benachbarte „grüne” Schule in der Schulstraße. „Geholfen hat uns sehr die Verwaltung der Schleswig-Holsteiner Partnergemeinde Osterrönfeld. Sie machten uns Mut für die neue Verwaltungsarbeit und unterstützten uns beispielsweise bei der Ausstattung der Feuerwehr”, so Geib weiter.

Die amtsangehörigen Gemeinden behielten zunächst ihre kommunale Selbstständigkeit, gaben aber über die Jahre einige Aufgaben, wie die Kitas, an das Amt ab. So kamen zu den Pflichtaufgaben, die das Amt zuerst vorrangig erfüllte, immer mehr freiwillige Aufgaben dazu. Später wurde als neue Amts- und heutige Gemeindeverwaltung in der Friedensstraße 105, das damalige Gebäude der in Abwicklung befindlichen Firmen Thermoplast mit Hauptsitz in Schönhausen/Elbe, bezogen.

Günter Geib, ehemaliger Milower Amtsdirektor (links) und Bürgermeister Felix Menzel mit den Ortsteilwappen. Quelle: Uwe Hoffmann

Zum 26. Oktober 2003 wurde der Zusammenschluss der damals insgesamt acht Gemeinden, mit dem Zollchower Ortsteil Schmetzdorf und dem Möthlitzer Ortsteil Bahnitz, zur Gemeinde Milower Land, mit nun 4.280 Einwohnern, wirksam. Ein hauptamtlicher Bürgermeister war zu wählen – Günther Geib kandidierte. Gewählt wurde allerdings Peter Wittstock. Zur Wahl 2011 wurde Felix Menzel, bis dahin Großwudicker Ortsvorsteher, der Nachfolger von Peter Wittstock.

Blick nach vorne

Geib schaut auch in die Zukunft: „Wenn die Verwaltung zu teuer ist, muss man über Reformen nachdenken. Aber eine erneute Reform mit einem Anschluss an Premnitz oder einer Teilung des Milower Landes zwischen Premnitz und Rathenow ist für die Bürger zu früh. Die Erhaltung der Identität der Bürger ist wichtig”, meint Geib zur Diskussion um die inzwischen abgesagten Kommunalreform.

Von Uwe Hoffmann

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