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Milower Land Politische Konkurrenz freut sich für Menzel
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18:03 02.09.2019
Felix Menzel (l.) feiert mit Katja Poschmann, die für die SPD in den Landtag einzieht, und Freunden in seinem Heimatort Kleinwudicke. Quelle: Christin Schmidt
Kleinwudicke

Felix Menzel (SPD) ist erleichtert. 2118 Menschen aus dem Milower Land haben ihm am Sonntag ihre Stimme gegeben. Sie wollen, dass der einst jüngste Bürgermeister Brandenburgs auch in den nächsten acht Jahren die Geschicke in der Gemeinde leitet.

Der erste Arbeitstag nach der Wahl begann für Felix Menzel mit einer Torte, die ihm die Mitarbeiter der Verwaltung spendiert hatten. Bereits am Abend zuvor ließen es sich einige Kollegen nicht nehmen, dem Chef des Hauses direkt nach der Wahl persönlich zu gratulieren.

„Wir sind total glücklich“, verkündete die Sekretärin des Bürgermeisters, Martina Max mit einem freudigen Lächeln am Sonntagabend. Sie war extra nach Kleinwudicke gekommen, wo Felix Menzel in der Kneipe seiner Eltern zum Wildschwein essen eingeladen hatte und das Bier für seine Gäste selbst zapfte.

Quorum deutlich erfüllt

Dem 34-Jährigen war in den letzten Tagen und Wochen immer mal wieder etwas Anspannung anzumerken. Die Wahl nahm er nicht auf die leichte Schulter.

Zwar musste er keinen richtigen Wahlkampf führen – einen Gegenkandidaten gab es nicht. Allerdings galt es das Quorum zu erreichen, damit die Wahl am Ende auch gültig ist.

Das ist deutlich gelungen. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,9 Prozent. 2350 gültige Stimmzettel lagen am Ende des Tages in den Wahlurnen. Um das Quorum zu erreichen, wären 533 Stimmen nötig gewesen.

Das Ergebnis ist für Menzel Motivation

„Ich freue mich riesig über 90,1 Prozent und 2118 Ja-Stimmen und bin total dankbar. Den Wahlhelfern sowie meinen Freunden und Wegbegleitern danke ich für ihren Einsatz. Insgesamt haben wir 3686 Wahlberechtigte, demnach habe ich also die absolute Mehrheit erreicht“, erklärte Felix Menzel erleichtert.

Ausruhen auf seinen Sieg will er sich aber nicht. „Für uns gibt es noch viel zu tun in den nächsten Jahren und ich nutze das Ergebnis als Motivation“, so Menzel am Montag.

Für seine Wegbegleiter und auch für die vermeintliche politische Konkurrenz ist das Ergebnis keine Überraschung. „Das ist ein verdienter Wahlsieg und ich bin mir sicher, dass die gute und kontinuierliche Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt wird. Darüber freue ich mich.

Viel Lob auch von der CDU

Dass wir unterschiedlichen Parteien angehören, spielt dabei keine Rolle. Wer gute Arbeit leistet, verdient Anerkennung“, erklärte Holger Schiebold (CDU) und überreichte dem Bürgermeister zum Wahlsieg eine Magnumflasche Sekt.

Schiebold hatte in den vergangenen acht Jahren als Abgeordneter in der Gemeindevertretung mit Menzel zusammengearbeitet. Genau wie Wolfgang Gräfe, der nach wie vor Vorsitzender der Gemeindevertretung ist und ebenfalls nach Kleinwudicke kam um zu gratulieren.

„Das ist ein toller Erfolg, den ich ja so auch vorausgesagt habe. Absolut verdient wenn man eine so gute Arbeit leistet. Wir haben im Milower Land schon ganz andere Zeiten erlebt und deshalb bin ich froh, dass es nun mit Felix Menzel weitergeht“, betonte Wolfgang Gräfe, der in der CDU-Fraktion sitzt und ohne Parteibuch seit vielen Jahren ehrenamtlich politisch aktiv ist.

Nur drei Nein-Stimmen in Zollchow

Besonders erfreut war Gräfe, dass in seinem Heimatort Zollchow bei der Bürgermeisterwahl 119 Bürger mit Ja stimmten und nur drei mit Nein.

Die meisten Gegenstimmen kassierte Felix Menzel in Milow. Dort stimmten 91 Wähler mit Nein und 460 mit Ja. Insgesamt standen am Ende den 2218 Ja-Stimmen 232 Nein-Stimmen gegenüber. Ein Ergebnis das sich sehen lassen kann, meinte auch Parteifreund Michael Lorenz:

„Dieses Ergebnis ist hochverdient. Es ist eine Anerkennung seiner Aktivitäten. Ich finde ohnehin, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass ein junger Mann mit Familie sich so engagiert, selbst an den Wochenenden unterwegs ist und sich für seine Gemeinde stark macht. Ich freue mich jedenfalls sehr über seinen Wahlsieg, auch weil ich weiß, dass er es sich selbst sehr gewünscht hat.“

Das Wahlergebnis in den einzelnen Ortsteilen

Von insgesamt 3686 Wahlberechtigten im Milower Land nahmen am Sonntag 2350 Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Auf die Frage, ob Felix Menzel weiterhin Bürgermeister sein soll, stimmten die einzelnen Ortsteil wie folgt ab:

Bahnitz: 84 Ja, 9 Nein

Bützer: 290 Ja, 17 Nein

Großwudicke: 336 Ja, 17 Nein

Jerchel: 85 Ja, 8 Nein

Milow: 460 Ja, 91 Nein

Möthlitz: 75 Ja, 7 Nein

Nitzahn: 154 Ja, 25 Nein

Schmetzdorf: 84 Ja, 7 Nein

Vieritz: 120 Ja, 15 Nein

Zollchow: 119 Ja, 3 Nein

Briefwahl: 311 Ja, 33 Nein

Wolfgang Gräfe stellte zudem fest, dass er schon vor acht Jahren wusste, dass sich mit Felix Menzel einiges im Milower Land zum Besseren verändern wird. „Dass es so gut wird, habe ich aber nicht gedacht“, gestand der Zollchower Ortsvorsteher.

Ganz aus dem Häuschen waren auch Mutter und Vater Menzel: „Ich bin natürlich stolz auf meinen Sohn. Das ist ein tolles Ergebnis. Alle Menschen wird man nie erreichen, es gibt immer welche, die etwas zu meckern haben“, erklärte Heidemarie Menzel, die seit vielen Jahren im „Jägerheim“ hinterm Tresen steht.

Am kommenden Wochenende kann Felix Menzel seinen Wahlerfolg auch mit den Freunden der Partnergemeinde Osterrönfeld bei Rendsburg feiern.

Gemeinsam mit Mitarbeitern der Verwaltung, Ortsvorstehern und Gemeindevertretern wird er nach Schleswig-Holstein fahren, um sich mit der dortigen Verwaltung und den Abgeordneten auszutauschen und die seit Beginn der 1990er Jahre bestehende Partnerschaft zu pflegen.

Von Christin Schmidt

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