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17:34 16.08.2018
Sein Blueser-Outfit hat Carsten Fröhlich längst gegen die Biker-Weste eingetauscht, dem Blues aber ist er treu geblieben. Quelle: Christin Schmidt
Milow

Eine Leben ohne Blues? Für Carsten Fröhlich unvorstellbar. Der gebürtige Premnitzer, Jahrgang 1962, hörte schon in frühester Jugend mit Vorliebe Joe Cocker, Janis Joplin, Eric Clapton oder eine der zahlreichen DDR Blues Bands.

„Mein großer Bruder hat mich zum Blues gebracht“, sagt Carsten Fröhlich. Wenngleich er längst die damals typische Blueser Kleidung – Shell Parka, Kletterschuhe aus Wildleder und Fleischerhemd – gegen ein Bikeroutfit mit Lederweste eingetauscht hat, der Musik ist er treu geblieben.

Bis heute teilen die Geschwister diese Leidenschaft. Carsten Fröhlich fährt aber nicht nur zu Konzerten oder legt in seinem Wohnzimmer die Musik seiner Idole auf. Der 55-Jährige holt den Blues in die Region und sorgt seit 2007 jedes Jahr dafür, dass Blues-Fans in Milow auf ihre Kosten kommen.

Igor Flach gab den entscheidenden Impuls

Carsten Fröhlich ist der Gründer und Veranstalter des Hörbar Blues Open Air Festivals, das am Freitag, 17. August zum zwölften Mal stattfindet. Dass er die Veranstaltung ins Leben, sei aber nicht nur sein Verdienst.

„Als ich 2006 in Milow die Hörbar eröffnete, hatte ich Igor Flach und Bluesrudy eingeladen. Die waren so vom Publikum und der Stimmung begeistert, dass mich Igor Flach bei seinem nächsten Besuch nahezu aufforderte, eine größere Open-Air-Veranstaltung zu organisieren“, erzählt Fröhlich.

Musiker in Action beim 11. Hörbar Blues Open Air Milow Quelle: Uwe Hoffmann

Für alle, die es nicht wissen, Igor Flach zählt zu den besten Bluesharp-Spielern der Republik. Als er Ende 2006 in der Jugendherberge in Milow übernachtete, sagt er noch einmal zu Carsten Fröhlich: „Hier muss man draußen spielen.“ Flach sicherte seine Unterstützung zu und Carsten Fröhlich lud 2007 zum ersten Hörbar Blues Open Air ein.

Von der Jugendherberge ans Havelufer

Auf der Bühne an der Jugendherberge standen natürlich der Ideengeber und Bluesrudy. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, Musiker und Publikum gleichermaßen begeistert. Carsten Fröhlich hatte bewiesen, Milow und der Blues, das passt einfach.

Schnell war klar, das Festival soll keine Eintagsfliege gewesen sein. Was Carsten Fröhlich nicht ahnen konnte, der Mann, der ihn überzeugte, den Blues nach Milow zu holen, sollte die zweite Auflage nicht mehr miterleben.

Igor Flach starb im März 2008 mit nur 42 Jahren an einem Herzleiden. Die Erinnerungen an den großen Musiker hält Fröhlich mit seinem Festival nach wie vor lebendig.

Zwar hat sich seither einiges verändert – die Hörbar gibt es nicht mehr und die Festivalbühne steht jetzt an der Milower Badestelle. Die Begeisterung hat aber nicht nachgelassen.

Newcomer und alte Hasen spielen am Milower Havelufer

Drei Bands bucht Carsten Fröhlich jedes Jahr, darunter zahlreiche Größen des DDR Blues wie Stefan Diestelmann, Engerling und Monokel Kraftblues. Aber auch internationale Gäste und Newcomer holt er nach Milow. Sie alle spielen nicht nur die bei Festivals üblichen 30 bis 40 Minuten. Sie dürfen sich in Konzertlänge austoben.

Längst hat das kleine aber feine Festival an der Havel in der Blues-Szene einen Namen. Das ganze Jahr über bekommt Carsten Fröhlich Anfragen von Musikern, die hier auftreten wollen. Sogar aus den USA rufen sie an. Wer letztendlich auf der Bühne steht, das entscheidet der eingefleischte Fan allein. Dabei achtet er vor allem auf Qualität.

Helfen lässt er sich aber beim Festival selbst. Dann packt die Familie mit an. Besonders wichtig sind für ihn auch Matthias Schnitzer und Christian Rosenbaum. „Die beiden Techniker sorgen seit Jahren mit großer Leidenschaft für perfekten Sound und passendes Licht, das Blues-Stimmung am Havelufer zaubert“, schwärmt Carsten Fröhlich.

Ab Freitag früh werden sie alles für die Auftritte von The Dead Beatz aus Österreich, Pete Gavin and The Shanghai Blues Gang und Dynamite Daze vorbereiten. Ab 19 Uhr klingt dann der Blues.

Carsten Fröhlich hofft derweil vor allem auf gutes Wetter. In den letzten drei Jahren gab es zum Blues stets Regen. Wenngleich das ja irgendwie passt, bei einem Open Air Konzert wünscht man sich trotzdem eine laue Sommernacht. Verdient hätte es der Blues-Fan aus Milow.

Von Christin Schmidt

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