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Milower Land Diese Gemeinde wird jünger
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17:24 22.02.2019
Seit 20 Jahren betreibt ein Förderverein die Kita "Havelknirpse" in Bahnitz. Quelle: Foto: Christin Schmidt
Bahnitz

Das hätte Wolfgang Gräfe selbst in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet. In seiner Gemeinde werden wieder so viele Kinder geboren, dass die Kitas aus allen Nähten platzen und ein Neubau nötig ist.

Seit 1990 ist Gräfe Gemeindevertreter (CDU) und hat einiges erlebt. Dazu gehörten auch in den 1990er Jahren die Schließung von Einrichtungen in Zollchow, Vieritz, Nitzahn oder Möthlitz zu. Es waren schwere Entscheidungen für die Abgeordneten.

Nun hat sich das Blatt deutlich gewendet. Die drei verbliebenen Kitas im Milower Land bieten nicht mehr genügend Platz. Die größte Kita, die Zwergenburg in Milow mit 150 Plätzen, stößt längst an ihre Kapazitätsgrenze.

Alle Kapazitäten ausgereizt

Auch die Kita in Großwudicke mit 92 Plätzen ist ausgelastet. Beide befinden sich in kommunaler Trägerschaft. Die Kita in Bahnitz, die von einem Förderverein betrieben wird, hat Platz für 25 Kinder. Das sind insgesamt knapp 270 Plätze und laut Kita-Bedarfsplan des Landkreises Havelland noch immer 45 zu wenig.

Wenngleich in diese Berechnung nicht das Angebot „Hausaufgaben und mehr“ einbezogen wurde, dass seit 2018 in Milow für Entlastung im Kita- und Hortbereich sorgen soll, klar ist, es fehlen Plätze. Und diese können auch nicht durch eine Erweiterung der vorhandenen Einrichtungen geschaffen werden.

Die Gemeinde hat bereits alles ausgereizt und in den letzten drei Jahren 120 neue Plätze geschaffen. „Wir brauchen eine neue Krippe und werden deshalb in Milow bauen“, verkündete Bürgermeister Felix Menzel (SPD) in der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend in Bahnitz.

Die Gemeinde wächst nicht, aber sie wird jünger

Eine Ankündigung die dem Vorsitzenden der Gemeindevertreterversammlung, Wolfgang Gräfe, besonders freut. Er erinnert sich noch gut daran, dass in dem Haveldorf vor etwas mehr 20 Jahren die Schließung der Kita kurz bevor stand.

Die konnte verhindert werden, weil ein Förderverein die Einrichtung übernahm. Inzwischen ist auch die Kita-Havelknirpse wieder voll ausgelastet. Sogar eine Kapazitätserweiterung war zwischenzeitlich nötig.

„Unsere Gemeinde wächst zwar nicht, aber sie wird jünger“, hatte Felix Menzel kürzlich bei einem Pressetermin stolz verkündet. Und er ist sich sicher, dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

Milower Springberg zieht junge Familien an

Dafür sorge auch das neue Wohngebiet am Springberg in Milow. 38 Parzellen sind dort entstanden, weitere sollen folgen. Viele Grundstücke werden schon bald von jungen Menschen bebaut, die zwischen 1983 und 1996 geboren wurden, so Menzel.

Um zu erklären, dass das genau die Jahrgänge sind, die in den nächsten Jahren Kinder bekommen, bemüht der Bürgermeister gern den Fachbegriff der Kohortenfertilität.

„Wir können uns alle noch an die Diskussion um die Auslastung der Kita Milow erinnern. Da lagen wir vor wenigen Jahren bei knapp 70 Prozent. Auch in der Grundschule Milow bangten wir um die Klassenbildung. Das ist alles Schnee von gestern“, machte Menzel deutlich.

120 zusätzliche Plätze in den letzten Jahren geschaffen

2015 schaffte die Gemeinde bereits 50 zusätzliche Plätze in der Kita in Milow. In Großdwudicke kamen 25 Plätze über das sogenannte sonstige Angebote dazu.

2018 folgten auch in Milow weitere 45 Plätze Dank des sonstigen Angebots. „Das sind 120 zusätzliche Plätze. Wenn man sich die Größe unserer Gemeinde anschaut, entspricht das einer neuen Kita“, so Menzel.

Um die Situation zu entspannen, soll nun eine neue Krippe in Milow entstehen. Am Mittwoch haben die Gemeindevertreter sich einstimmig dafür ausgesprochen, für den Bau zwei Teilflächen nahe der Grundschule zu erwerben.

Neue Krippe mit 60 Plätzen geplant

26.500 Euro sind nun dafür eingeplant. 400 Quadratmeter Nutzfläche soll das neue Gebäude haben und Platz für 60 Kinder unter drei Jahren bieten. Ziel der Verwaltung ist es, zum 1. Juni den Bauantrag zu stellen.

Die Gemeinde plant außerdem, das vom Landkreis geförderte Programm „Hausaufgaben und mehr“ in Großwudicke auszubauen und in eigene Trägerschaft zu übernehmen.

In Milow soll dieses Angebot zum Schuljahresbeginn enden. Zugleich ist die Erweiterung des Hortes um mindestens 45 Plätze vorgesehen. „Die Entwicklung in den Ortsteilen zeigt, dass die 45 Plätze, die laut Bedarfsplanung fehlen, nicht ausreichen werden“, so Menzel. Deshalb seien diese Maßnahmen zusätzlich zum Neubau notwendig.

Große Überzeugungsarbeit musste er dafür bei den Abgeordneten nicht leisten. Über den Kindersegen freuen sich alle und sind gern bereit, die entsprechenden Voraussetzungen für den Nachwuchs zu schaffen.

Von Christin Schmidt

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