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Milower Land Die Kunst bringt dieses Dorf näher zusammen
Lokales Havelland Milower Land Die Kunst bringt dieses Dorf näher zusammen
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00:25 05.11.2018
Rund 250 interessierte Gäste kamen zur Eröffnung in die Bahnitzer Kunsthalle, darunter zahlreiche Dorfbewohner, die sich aktiv in das Projekt einbrachten. Quelle: Joerg Sasse
Bahnitz

Die Kunst hat in Bahnitz schon lange einen festen Platz. An kaum einem anderen Ort im Havelland fühlen sich so viele Kreative wohl. Das Dorf ist aber nicht nur Rückzugs- und Erholungsraum für die Künstler. Es ist der Ort an und mit dem sie leben und arbeiten.

Das Kunstprojekt „Landschaft im Wandel“ hat diese Symbiose in den letzten Wochen und Monaten deutlich sichtbar gemacht und nun auf eine neue Qualitätsstufe gehoben. Hier, zwischen Havel und der Landesstraße 96 existieren Landleben und Kunst nicht mehr nur nebeneinander, in Bahnitz gibt es jetzt ein ganz neues Miteinander.

„Die Dorfgemeinschaft ist zusammengerückt und hat gemeinsam etwas gestaltet. Das Ergebnis ist nicht nur in der Kunsthalle zu sehen, wo noch bis Sonntag die Ausstellung zum Projekt ,Landschaft im Wandel’ zu sehen ist, es ist im ganzen Ort zu spüren“, schwärmt Petra Dombrwoski (CDU), Ortsvorsteherin in Bahnitz.

Die Bahnitzer lieben ihr Dorf jetzt noch mehr

Rund 250 Besucher wollten die Vernissage am 21. Oktober nicht verpassen. Das Interesse war und ist noch immer groß, vor allem bei den Bahnitzern. „Die Herzen haben sich geöffnet, sogar Tränen sind geflossen“, verrät Petra Dombrowski.

Sie ist begeistert von der Ausstellung und dem Projekt insgesamt. „Es war so wunderbar die Menschen zu beobachten. Beim Blick auf die Landschaftsaufnahmen fielen Sätze wie: ,Oh wie toll. Das ist unser Bahnitz!’ Die Menschen nehmen ihr Dorf jetzt anders war und lieben es noch mehr“, ist sich die Ortsvorsteherin sicher.

Gut zwei Stunden bringen die Besucher in der Kunsthalle zu. Sie schauen sich alles genau an und kommen miteinander ins Gespräch. „Einige haben sich auf den vielen privaten Aufnahmen, die die Bahnitzer zur Verfügung gestellt haben, entdeckt. Es wurden Erinnerungen geweckt und das Alltägliche hat an Wert gewonnen“, berichtet Projektkoordinatorin Claudia König.

Claudia König, Petra Dombrowski, Sabrina Jung und Bodo Rau (v.l.) im alten Dorfladen, der nun Vereins- und Begegnungsraum ist. Quelle: Christin Schmidt

Der Erfolg ist nicht zuletzt auch der Offenheit der Dorfbewohner und ihrem Interesse an der eigenen Heimat zu verdanken. „Wir kannten uns zwar schon vorher, aber durch das Projekt haben sich alle noch mehr geöffnet. Auch wir Künstler haben Bahnitz neu entdeckt“, berichtet Sabrina Jung.

Sie lebt seit fast fünf Jahren in Bahnitz und hat für die aktuelle Ausstellung zwei Bahnitzer an den Abenteuerspielplätzen ihrer Kindheit und Jugend interviewt. „Ich glaube, dass die Zusammenarbeit so gut gelungen ist, weil das Vertrauen da war. Wir leben alle hier und sind keine Fremden. Das habe ich in den Interviews deutlich gespürt.“

Am Sonntag ist die Ausstellung zum letzten Mal zu sehen. Das Projektende ist aber auch ein Anfang. „Wir wollen das Ganze gemeinsam mit dem Dorf fortführen. Die Herausforderung besteht nun darin, das Vergangene ins Jetzt und in die Zukunft zu holen“, sagt Claudia König.

Eine Zukunftswerkstatt für Bahnitz

Sie und ihre Mitstreiter laden zu einer Zukunftswerkstatt ein und wollen dabei auch Kinder und Jugendliche einbinden, die so ihr Dorf besser kennenlernen und zugleich aktiv in die Zukunftsgestaltung eingebunden werden sollen.

Die Zukunftswerkstatt beginnt am Sonntag, dem 4. November um 14 Uhr in der Alten Schule in Bahnitz mit einer offenen Diskussionsrunde. Der gemeinsame Blick in die Vergangenheit soll den Weg in die Zukunft ebnen. „Wir wollen wissen, wie sich die Menschen ihr Dorf in 20 oder 30 Jahren vorstellen und dann mit ihnen Visionen entwickeln, um die Zukunft aktiv zu gestalten.“

Wer den Kunstverein unterstützen möchte, sollte Mitglied werden oder eine der Landschaftsaufnahmen kaufen, die Matthias Koch mit seiner Drohne für die Ausstellung eingefangen hat. Auch das Buch mit Interviews und Bildern von Sabrina Jung können die Bahnitzer und andere Interessierte erwerben. Ein Teil der Einnahmen kommt dann der Vereinsarbeit zu Gute.

Der neue kreative Treffpunkt in Bahnitz

Der frühere Dorfladen in Bahnitz ist nun Sitz des Kulturvereins und damit ein neuer Treffpunkt für das ganze Dorf.

Hier können sich ab sofort alle Dorfbewohner zu einem kreativen Austausch und zum Plaudern treffen.

Der Brücke Verein stellt den Raum zur Verfügung.

In der Woche ist jeweils von 10 bis 13 Uhr ein Ansprechpartner vor Ort.

Hier kann auch jederzeit Bildmaterial für das Dorfarchiv abgegeben werden, das nach und nach aufgebaut wird.

Noch sind die Vereinsmitglieder dabei, den Raum einzurichten und zu beleben.

Im nächsten Jahr soll das Büro zu einem Café erweitert werden.

Von Christin Schmidt

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