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Milower Land Nachbar rettet Familie vor Flammen: Verdacht der schweren Brandstiftung
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21:49 05.07.2019
Ein Nachbar rettet die Frau und vier Kinder, die in diesem Haus lebten, aus den Flammen. Quelle: Kay Harzmann
Marquede

Das Feuer, das am Freitagmorgen in einem Wohnhaus im Milower Ortsteil Marquede ausbrach, könnte mutwillig entzündet worden sein. Wie die Pressestelle der Polizei am Freitagnachmittag mitteilte, ermitteln die Beamten zum Verdacht einer schweren Brandstiftung.

Die Frau, die mit ihren vier Kinder in dem Haus lebte, hatte großes Glück im Unglück. Ein Nachbar hatte sie am frühen Morgen mit einer Leiter aus dem brennenden Gebäude gerettet. Gegen 6.20 Uhr entdeckten Zeugen das offene Feuer im Dachgeschoss und alarmierten daraufhin die Rettungskräfte.

Noch bevor die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr eintrafen, waren Mutter und Kinder in Sicherheit. „Bei unserem Eintreffen brannte das Haus bereits lichterloh. Die Personen zu diesem Zeitpunkt lebend aus dem Gebäude zu holen, wäre nahezu unmöglich gewesen“, sagt David Schillbach. Er ist stellvertretender Gemeindebrandmeister im Milower Land und leitete den Einsatz in Marquede.

Ein Mann rettet am Freitagmorgen eine Frau und vier Kinder aus einem brennenden Haus in Marquede in Milower Land. Die Feuerwehr ist seit Stunden im Einsatz. Was Auslöser für den Brand war, ist bisher nicht bekannt.

Insgesamt 42 Kameraden waren mit acht Fahrzeugen vor Ort, um die Flammen zu löschen. Auch drei Kameraden der Premnitzer Wehr rückten mit einem Hubrettungsfahrzeuge aus. Damit konnten die Einsatzkräfte vom Rettungskorb aus das Feuer auch von oben löschen. Der Einsatzleiter geht davon aus, dass das Feuer im Dachgeschoss ausbrach.

Propangasflaschen, die sich in der Küche, befanden konnten die Kameraden sicher bergen. Auch das Übergreifen des Feuers auf umliegende Gebäude verhinderten sie. Ein Schuppen, der sich unweit des Hauses befindet, entzündete sich kurzzeitig leicht durch Funkenflug. Zum Teil befanden sich auch Glutnester im Garten.

„Wir haben zudem mehrere Meerschweinchen vor den Flammen gerettet. Die Tiere befanden sich in Käfigen vor dem Haus“, berichtet Schillbach. Auch Hühner waren auf dem Hof. Alle Personen und Tiere konnten zwar rechtzeitig evakuiert werden, drei Kinder wurden dennoch vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

Landesstraße 96 komplett gesperrt

Erst gegen 11.30 Uhr beendete die Feuerwehr den Einsatz. Die Landesstraße 96 musste für die Lösch- und Rettungsarbeiten komplett gesperrt werden. Das Haus brannte völlig aus und kann nur noch abgerissen werden, so der Einsatzleiter.

Die Familie ist inzwischen bei Freunde untergekommen. Die Leiterin der Milower Jugendherberge, Manuela Krüger, hatte auf Bitte des Bürgermeisters der Gemeinde spontan die Verpflegung der Kameraden übernommen.

Die Polizei war ebenfalls vor Ort. Kriminalisten und Brandursachenermittler werden nun zur Spurensuche eingesetzt. Sie nehmen ihre Arbeit üblicherweise 24 Stunden nach Abschluss der Feuerwehrarbeiten auf, wenn die Überreste des Gebäudes abgekühlt sind.

Drei Einsätze in einer Woche

Hinter David Schillbach und seinen Kameraden liegt eine anstrengende Woche. „Drei Mal ging in den letzten Tagen schon am frühen Morgen der Pieper. Neben dem Brand rückten wir auch zu einem Unfall aus. Zudem gab es den Verdacht auf einen Waldbrand“, so der Feuerwehrmann.

Der Brand am Freitag war für die Kameraden im Milower Land der bisher größte Einsatz in diesem Jahr.

Von Christin Schmidt

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