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Milower Land Fledermäuse meiden die Fangnetze
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13:25 19.08.2018
Zu sehen waren die Fledermäuse schon. Aber um die aufgebauten Fangnetze machten sie einen großen Bogen.
Zu sehen waren die Fledermäuse schon. Aber um die aufgebauten Fangnetze machten sie einen großen Bogen. Quelle: Norbert Stein
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Milow

Die „10. lange Naturwachtnacht“ lockte am Wochenende Besucher in brandenburgische Großschutzgebiete. Die Ranger der Naturwacht Westhavelland hatten am Freitag zur „Langen Naturwachtnacht der Fledermäuse“ auf die Streuobstwiese in Milow eingeladen.

Alles war gut vorbereitet. Nur die eigentlichen Hauptakteure der langen Nacht kamen nicht. Keine einzige Fledermaus verfing sich bis 22.30 Uhr in einem Netz. Ein 70 Quadratmeter großes und zwei kleinere Fangnetze hatte Klaus Thiele, langjähriger Fledermausexperte des Nabu, mit Helfern aufgestellt.

Klaus Thiele beim Aufstellen der Fangnetze. Quelle: Norbert Stein

Das Wetter sei in Ordnung für einen nächtlichen Beutezug der Fledermäuse, sagte Klaus Thiele den gespannt vor den Fangnetzen ausharrenden 25 Besuchern.

Fledermäuse mit Detektoren geortet

500 bis 1000 Mücken vertilge eine Fledermaus in einer Nacht, hatte zuvor Naturparkranger Bea Koch erklärt. Ein entsprechendes Nahrungsangebot war in der lauen Sommernacht auf der Streuobstwiese vorhanden. Klaus Thiele und Bea Koch hatten auch sogenannte Bat-Detektoren dabei, mit denen Ultraschallgeräusche von nahenden Fledermäusen geortet werden konnten. Sie waren also in der Nähe und einige Exemplare sahen die Besucher in der Dämmerung auch fliegen. Nur in einem Netz verfing sich keine Fledermaus.

„Schade, wenigstens ein Exemplar hätten wir uns gerne angeschaut. Aber es gibt nun einmal keine Fanggarantie“, sagte Stephan Haverkamp aus Schönwalde, als er sich mit seinem Sohn Fynn (9 Jahre) nach über zwei Stunden auf der Streuobstwiese wieder auf den Heimweg machten. Interessant sei die Veranstaltung aber dennoch gewesen, waren sich Vater und Sohn einig.

Auch interessant: Die Insekten in der Lichtfangsäule. Quelle: Norbert Stein

Der Ausflug zur langen Nacht der Fledermäuse war für Fynn ein schöner Ferienabschluss. Dazu beigetragen hat auch Detlef Eichstädt. Der Experte für Entomologie beim Nabu-Regionalverband Westhavelland hatte auf der Streuobstwiese eine Lichtfangsäule aufgestellt, die Hornissen, Köcherfliegen und weitere Insekten anlockte.

Einführungsvortrag im Naturparkzentrum

Vor dem Treffen auf der Streuobstwiese hatte Bea Koch mit einem Vortrag im Naturparkzentrum Milow die lange Nacht der Fledermäuse eröffnet. In Brandenburg gebe es 18 Fledermausarten, erzählte sie. Braunes Langohr, Fransenfledermaus, Zwergfledermaus, Mopsfledermaus und Wasserfledermaus gehören zu den etwa 14 Arten im Naturpark Westhavelland.

Bea Koch erzählte ihren Zuhörern von Lebens- und Verhaltensweisen der Fledermäuse. Lia (13 Jahre) aus Potsdam fand alles spannend. Sie war mit ihrem Opa zu langen Nacht der Fledermäuse gekommen und fuhr mit vielen Eindrücken wieder nach Hause.

Von Norbert Stein