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Milower Land Zwei Heimkehrer bringen die Region ins Netz
Lokales Havelland Milower Land Zwei Heimkehrer bringen die Region ins Netz
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08:26 18.08.2018
Jan und Ulrike Lierse sind in ihre Heimat zurückgekehrt und bauen in Großwudicke ein Internetunternehmen auf. Quelle: Privat
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Großwudicke

Zurück in die Heimat, zurück aufs Land, diesen Wunsch wollen sich immer mehr gebürtige Havelländer erfüllen. Nicht wenige scheitern jedoch an der Jobsuche. Fast wäre es auch Jan und Ulrike Lierse so gegangen. Sie sind in Groß- und Kleinwudicke aufgewachsen, haben dort zusammen die Schule besucht, verliebten sich ineinander und verließen für das Studium die Heimat.

Mit Anfang 30 wuchs das Heimweh. „Wir wollten eine Familie gründen und waren uns schnell einig, dass unsere Kinder nicht in der Stadt, sondern hier in ländlicher Idylle aufwachsen sollen“, sagt Ulrike Lierse. Da beide keinen Job in der Nähe fanden, haben sie sich nun die Arbeit in die Heimat geholt.

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Das Paar baut gerade in Großwudicke das Internetunternehmen „Webprojekte Lierse“ auf. In einer Region, die eher für Landwirtschaft, Optik und Tourismus bekannt ist, eine recht exotische Branche.

Das wird auch beim Blick ins World Wide Web deutlich. Jan Lierse hat sich in den letzten Wochen und Monaten die Online-Präsens verschiedener regionaler Unternehmen angeschaut und festgestellt, dass es großen Nachholbedarf gibt.

„Wer nicht im Internet ist, existiert nicht“

Einige sind in Sachen Datenschutz nicht auf dem aktuellen Stand und Gefahr laufen, eine Abmahnung zu kassieren. Andere haben es verpasst, ihre Seiten für Tablets und Smartphones zu optimieren.

Wieder andere sind zwar über Suchmaschinen im Netz zu finden, allerdings mit falschen oder veralteten Angeben. „Es ist doch so: Wer heutzutage etwas sucht, schaut im Internet nach. Das bedeutet im Umkehrschluss, wer nicht im Netz ist, existiert quasi gar nicht“, erklärt Jan Lierse.

An all diesen Missständen will das Paar nun arbeiten und so dafür sorgen, dass die ihre Heimat im digitalen Zeitalter nicht vom Rest der Welt abgehängt wird. Sie bieten den kompletten Service in Sachen Internet und kümmern sich sogar um Familienvideos, die auf YouTube gelandet sind und nun unbedingt wieder verschwinden sollen. Das klingt einfach, ist aber tatsächlich sehr aufwendig, weiß Jan Lierse.

Sein Büro hat er vorerst im Elternhaus eingerichtet. Seine Frau unterstützt ihn nach Kräften, kümmert sich aber in erster Linie um den Nachwuchs. Ein Zwillingspaar hat im letzten Jahr das Familienglück komplett gemacht.

Ob Dorffleischer oder Friseur – Lierse bringt regionale Unternehmen ins Netz

Dass die jungen Eltern so entspannt sind, haben sie auch den Großeltern zu verdanken, die liebend gern auf die Enkel aufpassen. „Sie sind natürlich sehr froh, dass wir uns entschieden haben, zurückzukommen “, sagt die junge Mutter. Drei Generationen auf einem Hof – bei den Lierses ein Erfolgskonzept.

Auch bei Kunden kommt das Familienunternehmen gut an. „Vielen gefällt es, dass wir von hier kommen und ein kleines Unternehmen sind. Wir sprechen eine Sprach und mir ist das Persönliche sehr wichtig“, erklärt Geschäftsführer Jan Lierse, der auch mal „Hausbesuche“ macht.

Seine Zielgruppe sind vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region und das branchenübergreifend – vom Dorffleischer, über Sportvereine und Kommunen bis hin zu Bauunternehmen, Friseure, Elektriker oder Steuerberater.

Wo „Webprojekte Lierse“ in fünf Jahren stehen soll? „Bis dahin möchte ich einen festen Kundenstamm in der Region aufbauen, dazu vielleicht ein kleines Bürohaus und ein oder zwei Angestellte. Ich könnte mir auch gut vorstellen einen Co-Working-Space hier im Dorf mit aufzubauen. Aber mein oberstes Ziel ist es natürlich, in fünf Jahren noch am Markt zu sein“, betont Jan Lierse.

Er genießt es, sich mit seiner Partnerin eine Existenz aufzubauen und ein Büro im Grünen zu haben. Das Paar könnte glücklicher kaum sein. „Ich kann jetzt sehen, wie meine Kinder groß werden und muss nicht täglich pendeln, zehn bis zwölf Stunden unterwegs sein.“ Übrigens, die Internetverbindung ist in Großwudicke bestens. Wäre diese Voraussetzung nicht gegeben, wäre die Rückkehr in die Heimat vermutlich gescheitert.

Wer mehr über das Unternehmen erfahren möchte, wird auf www.webprojekte.berlin fündig.

Von Christin Schmidt

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