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Milower Land Hier machen Grundschüler Lokalpolitik
Lokales Havelland Milower Land Hier machen Grundschüler Lokalpolitik
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05:52 06.12.2019
Politik zum Anfassen: In der Alten Mühle haben Schüler eine Gemeindevertretersitzung abgehalten. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

VonPolitikverdrossenheit bei Schülern kann im Milower Land nicht die Rede sein. Etwa 50 Mädchen und Jungen der 5. und 6. Klasse der Milower Inge-Sielmann-Grundschule und der Kleinen Grundschule Großwudicke haben am Donnerstag bewiesen, dass sie nicht nur mitreden wollen, sondern dass sie auch etwas zu sagen haben.

Drei Tage lang lernten sie im Rahmen des Projekts „Pimp your town“, wie Politik auf lokaler Ebene funktioniert. Sie bildeten Ausschüsse, sammelten Vorschläge dazu, wie das Leben in der Gemeinde künftig noch besser gestaltet werden kann und formulierten Anträge.

Am Donnerstag stellten sie diese in einer simulierten Gemeindevertretersitzung in der Alten Mühle in Rathenow vor und tauschten  eifrig Argumente aus.

Drei Ausschüsse und ein Medien-Team

Organisiert hatte das Projekt der Verein „Politik zum Anfassen“, der bereits 2018 mit Rathenower Schülern einen solchen Workshop durchführte. Nun waren die Grundschüler aus dem Milower Land an der Reihe. Insgesamt 45 Beschlussvorlagen präsentierten 41 Mädchen und Jungen.

Sie hatten sich in drei Gruppen aufgeteilt und in den Ausschüssen „Kultur und Sport“, „Soziales und Tourismus“ sowie Bau, Wirtschaft und Digitalisierung“ mit verschiedenen Themen befasst. 

Eine vierte Gruppe, das Medienteam, dokumentierte alles mit der Kamera, führte Interviews und erstellte Beiträge, die anschließend in einem Magazin veröffentlicht werden. Am Donnerstag galt es aber zunächst, über die einzelnen Vorlagen abzustimmen. 

Lukas und Anna haben sich im Rahmen des Projekts „Pimp your town“ im Medienteam engagiert und bringen nun ein Magazin heraus. Quelle: Christin Schmidt

„Anders als in einer richtigen Gemeindevertretersitzung kommt es heute nicht auf die Kosten an. Es geht einzig um Eure Wünsche und Ideen“, ermutigte Wolfgang Gräfe die junge Abgeordneten.

Gräfe ist seit vielen Jahren in der Lokalpolitik aktiv, er ist Ortsvorsteher in Zollchow und Vorsitzender der Gemeindevertretung. Am Donnerstag übernahm er die Leitung der Sitzung und zeigte sich begeistert von der Diskussionsfreude der Kinder. 

Egal ob es darum ging, die Schulen mit Tablets auszustatten oder eine Badeinsel auf der Havel anzulegen. Stets fanden die Schüler Argumente dafür und dagegen.

Bürgermeister ist begeistert vom Projekt

„Irgendwann kann keiner mehr mit der Hand schreiben und wir bekommen alle schlechte Augen“, warnte Anton vor mehr Technik in der Schule. Nur in einem Punkt waren sich alle einig: Die Gemeinde sollte mehr für den Klimaschutz tun. 

„Ich bin begeistert von dem Projekt und vom Engagement der Kinder“, erklärte Bürgermeister Felix Menzel (SPD). Er nahm als stiller Beobachter an der Sitzung teil. Damit endet Pimp your town für ihn aber nicht.

„Wir werden einige Themen mit in den Sozialausschuss nehmen und auch das Magazin werden wir uns genau anschauen. Ich hoffe, dass sich daraus ein wiederkehrendes Projekt mit beiden Grundschulen entwickeln lässt“, so Menzel.

So wie Luca hatten die meisten Schüler keine Scheu, zum Mikrofon zu greifen und ihre Argumente vorzutragen. Quelle: Christin Schmidt

Er kann sich vorstellen, dass den Grundschulen künftig ein Budget zur Verfügung gestellt wird, ähnlich einem Bürgerhaushalt, über das die Schüler entscheiden. „So können sie über reale Anträge abstimmen und Einfluss auf demokratische Prozesse nehmen“, erklärte Menzel.

Lob gab es auch von Schulsozialarbeiterin Janet Ziolkowski: „Das ganze Team des Vereins hat großartige Arbeitet geleistet. Alles war hervorragend organisiert und es ist ihnen gelungen, die Schüler für Politik zu begeistern.“ 

Wolfgang Gräfe stellte fest: „Viele meckern nur. Dabei ist es viel spannender, selbst mit anzupacken, zu entscheiden und so etwas zu verändern und Dinge auf den Weg zu bringen. Das habt ihr heute eindrücklich bewiesen.“

Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln der Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen. 

Von Christin Schmidt

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