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Milower Land Wenn Ost und West in den Dialog treten
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12:20 31.08.2019
Mit Filmabenden, Gesprächen und Interviews widmen sich die Mitglieder des Kunstvereins Bahnitz 30 Jahre nach dem Mauerfall dem Thema WendeZeit und bringen Ost und West zusammen. Quelle: Lisa Schmitz
Bahnitz

Es gibt Ereignisse, die sind von solcher Tragweite, dass sie nicht nur in die Geschichtsbücher eingehen. Sie bleiben den Menschen mit ganz persönlichen Erinnerungen im Gedächtnis. Ein solches Ereignis ist der Fall der Berliner Mauer.

Fragt man Menschen danach, wie sie diesen Tag erlebt haben, können sie sich meist genau daran erinnern, wo sie am 9. November 1989 waren, was sie erlebt und gefühlt haben.

Erinnerungen an diese Zeit weckten nun die Mitglieder des Kunstvereins Bahnitz im Rahmen ihre Projekts WendeZeit nach. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer haben sie mit Bahnitzern darüber gesprochen, wie die Wendejahre ihr Leben veränderten.

Erinnerungen wecken, Gemeinsamkeiten entdecken

Einen Einstieg in das Thema bietet die Ausstellung „Über Grenzen“ in der Kunsthalle Bahnitz. Zudem lud der Verein das Dorf dazu ein, sich im Rahmen von Veranstaltungen intensiv mit dieser Zeit zu befassen. Unter anderem fand am 9. August ein Filmabend statt.

In der Kunsthalle liefen die Filme Cycling the Frame“ und „Invisible Frame“ von Cynthia Beatt. Ersterer ist ein historisches Zeitdokument, das die Schauspielerin Tilda Swinton zeigt, die mit dem Fahrrad entlang der Westberliner Seite der Mauer fährt. 21 Jahre später fuhren Cynthia Beatt und Tilda Swinton noch einmal jene inzwischen unsichtbare Grenzlinie entlang, die die Stadt einst teilte.

Der Film weckte natürlich auch beim Publikum Erinnerungen und sorgte dafür, dass der Filmabend mit einer intensiven Diskussionsrunde endete. „Es ist rührend, wie offen alle plötzlich über ihre persönlichen Erfahrungen gesprochen haben“, sagt die Künstlerin Sabrina Jung.

Die Bahnitzer Künstlerin Christa Biederbick hat diesen historischen Moment eingefangen. Ein Bild, das Erinnerungen weckt. Quelle: Christa Biederbick

Und der Vereinsvorsitzende Bodo Rau erinnert sich, dass mancher Bahnitzer, der im Osten aufwuchs, berichtete wie enttäuscht er vom Goldenen Westen war: „So golden war die S-Bahn Station an der Oberbaumbrücke in Berlin Kreuzberg nämlich gar nicht. Im Gegenteil, es war schmuddelig und grau. Andere erzählten, dass sie ihr Begrüßungsgeld gleich im Baumarkt ausgaben.“

Da in Bahnitz auch viele Menschen leben, die im Westen des Landes sozialisiert wurden, trafen die unterschiedlichsten Geschichten aufeinander. „Es gab eine unglaubliche Akzeptanz auf beiden Seiten. Es war deutlich zu spüren, dass die Menschen es lieben, sich auszutauschen. Wir mussten sie nur antippen und dann flossen die Geschichten“, erzählt Sabrina Jung.

Diese Bahnitzerin hat sich von Sabrina Jung und Claudia König interviewen lassen. Auszüge aus den Gesprächen so wie weitere aktuelle und private Aufnahmen haben die beiden Frauen in einem Buch zusammengefasst. Quelle: Sabrina Jung/Jörg Sasse

Sie hat sich im Rahmen des Projekts gemeinsam mit der Geografin Claudia König zudem intensiv mit den Biografien von drei Bahnitzer Frauen befasst. In persönlichen Gesprächen haben die Frauen berichtet, wie sie die Wendezeit erlebt haben und wie diese ihr Leben veränderte.

Daraus sowie aus privaten Fotos und Bildern, die Sabrina Jung von den Frauen aufnahm, sind sensible Porträts entstanden, die am Samstag, dem 31. August von 14 bis 17 Uhr in der Kunsthalle vorgestellt werden.

Die Veranstaltung ist zugleich die Finissage für die aktuelle Ausstellung „Über Grenzen“.

Von Christin Schmidt

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