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Milower Land Jugendarbeit: Hilferuf aus der kleinsten Gemeinde
Lokales Havelland Milower Land Jugendarbeit: Hilferuf aus der kleinsten Gemeinde
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09:20 13.09.2019
Bürgermeister Felix Menzel (l.) und Guido Panschuk (r., Geschäftsführer der Diakonie Havelland) mit Jugendkoordinatorin Janet Ziolkowski. Quelle: Christin Schmidt
Milow

Es ist die einzige Stelle, die die Gemeinde derzeit noch im Jugendbereich hat. Alle anderen hat der Landkreis Havelland abgelehnt oder gestrichen.

Die beiden Stellen in den Jugendfreizeitzentren in den Grundschulen konnten in den letzten Jahren nur im Ehrenamt oder auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung abgedeckt werden.

2008 war die Gemeinde Modellkommune

„Ich hisse langsam die weiße Fahne. Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll“, erklärte Felix Menzel (SPD), Bürgermeister im Milower Land am Mittwochabend in der Sitzung des neu besetzten Sozialausschusses.

2008 hatte die Kommune mit Fördermitteln im Rahmen eines Modellprojekts ein Konzept für die Jugendbetreuung im ländlichen Raum entwickelt. Das Ergebnis war ein Filialsystem in das die Grundschulen einbezogen werden.

In Milow wurden Kellerräume der Kita zu einem Freizeitzentrum ausgebaut. Ein solches gibt es auch in Großwudicke. Was aber fehlt, ist das Personal.

Mädchen und Jungen der Kleinen Grundschule Großwudicke treffen sich am Nachmittag im Freizeittreff der Schule, der seit 2008 besteht. Quelle: Christin Schmidt

„Kinder- und Jugendhilfe ist Aufgabe des Landkreises. Wir stellen seit Jahr und Tag Anträge für das 100-Stellenprogramm. Wir haben versucht eine zusätzliche PKR-Stelle zu bekommen. Alles Vergeblich“, so Menzel.

Der jetzige Zustand sei nicht das, was man vor zehn Jahren erarbeitet habe. „Damals haben wir die Jugend aus den Bushaltestellen heraus und von den Straßen holen können. Das ist mit einer einzigen Person nicht zu leisten. Deshalb brauchen wir dringend mindestens eine zweite Stelle“, machte der Bürgermeister deutlich.

Er kündigt an, in seiner Stellungnahme zum Kreishaushalt auf das Problem hinzuweisen. „Der Aufschrei aus Rathenow ist mehr als gerechtfertigt. Das betrifft auch uns und es trifft uns hart. Der Landkreis muss sich etwas überlegen“, so Menzel.

Die Jugend im Milower Land nicht vergessen

Die Ausschussvorsitzende Anke Engeleiter (CDU) sieht in dem Thema einen Schwerpunkt für die Arbeit des Ausschusses. „Wir müssen immer wieder Anträge stellen und Bedarfe festmachen“, so Engeleiter.

Ihre Stellvertreterin Ursula Eismann erklärte: „Im Bereich der Seniorenarbeit haben wir viel erreicht, wir dürfen aber die Jugend und ihre Interessen nicht vergessen.“

Um zumindest in Sachen Jugendbeteiligung künftig besser aufgestellt zu sein, plant die Gemeinde ein gefördertes Projekt, dass in Zusammenarbeit mit den Grundschulen Kinderräte gründet.

Von Christin Schmidt

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