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Milower Land Kostenexplosion für Straßenausbau eingedämmt
Lokales Havelland Milower Land Kostenexplosion für Straßenausbau eingedämmt
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08:06 15.06.2018
Bürgermeister Felix Menzel (SPD) mit dem Plan für das neue Wohngebiet am Springberg.
Bürgermeister Felix Menzel (SPD) mit dem Plan für das neue Wohngebiet am Springberg. Quelle: Christin Schmidt
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Milow

Ende März hatten die Vertreter der Gemeinde Milower Land den Plänen für den Ausbau der Kreuzstraße zugestimmt und damit grünes Licht für die Äußere Erschließung des neuen Wohngebiets Springberg gegeben.

Nun mussten die Gemeindevertreter noch einmal über das Projekt abstimmen. Die Kosten für den Ausbau der Anliegerstraße hatten sich von ursprünglich 550 000 Euro deutlich erhöht auf rund 650 000 Euro.

Die Verwaltung hatte in den letzten Wochen mit zwei Unternehmen, die in der Ausschreibung die günstigsten Angebote machten, Gespräche über Einsparmöglichkeiten geführt. Mit Erfolg, die Kosten für den Ausbau liegen nun bei rund 577 000 Euro.

„Das ist natürlich noch immer viel Geld, für die Anwohner und auch für die Gemeinde. Aber wenn wir den Springberg in ein Wohngebiet verwandeln wollen, müssen wir die Straße ausbauen und diese Kosten stemmen“, sagt Bürgermeister Felix Menzel (SPD).

Pflaster statt Asphalt

Er und Mitarbeiter der Verwaltung hatten in der vergangenen Woche in einer Anliegerberatung über die neuerlichen Änderungen informiert. Am Dienstag stimmten die Gemeindenvertreter in einer außerplanmäßigen Sitzung über die überarbeiteten Pläne ab. Alle anwesenden 13 Abgeordneten sprachen sich einstimmig für die Pläne der Verwaltung aus.

Vor einem Jahr ging man bei der groben Planung noch von einem durchschnittlichen Beitragssatz von 8,25 Euro aus, den die Anwohner zahlen müssen. Dieser hatte sich zuletzt auf rund zwölf Euro erhöht. Unter anderem aufgrund des gestiegenen Preises für Asphalt und des derzeitigen Baubooms, so Menzel.

„Wir haben jetzt noch einmal intensiv verhandelt und geprüft, wie wir die Kosten senken können. Das ist uns gelungen, die Gesamtkosten haben sich um rund 80 000 Euro auf insgesamt 577 000 Euro reduziert“, erklärt der Bürgermeister.

Unternehmen aus dem Jerichower Land hat den Zuschlag bekommen

Gelungen ist das unter anderem durch Einsparungen beim Ausbau des Kreuzungsbereichs. Hier wird statt Asphalt, nun Verbundpflaster verwendet. Auch Pflasterart und -stärke wurden vereinheitlicht. Der Unterbau kann, anders als ursprünglich geplant, teilweise mit Betonrecyclingmaterial ausgeführt werden. Dieser ist etwas günstiger als die frühere Variante mit Natursteinschotter.

Außerdem nutzt die Gemeinde für Bauberatungen Räumlichkeiten in der Verwaltung, so kann auf einen zusätzlichen Bürocontainer verzichtet werden. Diese und weitere Maßnahmen drücken nun den Beitragssatz auf 9,90 Euro pro Quadratmeter.

Die individuelle Beitragshöhe für die Anlieger ist von Grundstücksgröße und -nutzung abhängig. So werden gewerblich genutzte Grundstücke stärker belastet als Wohngrundstücke, Gartenland und Grünland dagegen deutlich weniger. Menzel weißt außerdem daraufhin, dass es sich noch immer nicht um die endgültigen Kosten handelt. Diese stehen erst nach Abschluss der Baumaßnahme mit der Schlussrechnung fest.

Den Zuschlag hat ein Unternehmen aus dem Jerichower Land bekommen. Am 16. Juli beginnt es mit bauvorbereitenden Arbeiten. Der Abschluss ist für das zweite Quartal 2019 geplant.

Von Christin Schmidt