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Milower Land Gemeindepartnerschaft: Zu Besuch im Norden
Lokales Havelland Milower Land Gemeindepartnerschaft: Zu Besuch im Norden
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17:57 08.09.2019
Gruppenfoto im Strandkorb. Ortsvorsteher, Gemeindevertreter und Verwaltungsmitarbeiter aus dem Milower Land zu Besuch in Osterrönfeld im Amt Eiderkanal Quelle: Christin Schmidt
Osterrönfeld

Partnerschaften müssen genau wie Freundschaften gepflegt werden. Wie das gelingen kann, beweisen die Partnergemeinden Milower Land und Amt Eiderkanal in Schleswig-Holstein.

Am Freitag machte sich eine 15-köpfige Delegation vom Westhavelland auf den Weg in den Norden, um das Wochenende mit den Partnern zu verbringen, die man inzwischen getrost Freunde nennen kann.

Denn genauso wurden die Ortsvorsteher, Gemeindevertreter und Mitarbeiter der Verwaltung Milower Land von Birgit Brückner, Torsten Eickstädt und Raimer Kläschen empfangen.

Reger Austausch bei Kaffee und Friesentorte

Birgit Brückner ist Referentin der Geschäftsleitung im Amt und zudem Leiterin der Hafenbehörde. Sie hatte das Wochenende geplant und ein beeindruckendes Programm organisiert:

Abendessen mit Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal, Begehung des Kanaltunnels, ein Abstecher zur einst längsten Rolltreppe Westeuropas, Besuch der größten Landwirtschaftsmesse Norddeutschlands Norla und ein Ausflug zum „Härtesten Ruderrennen der Welt“.

Zur Einstimmung servierten die Gastgeber am Freitagnachmittag aber erst einmal eine Friesentorte – ein Backwerk aus Blätterteig gefüllt mit Sahne und Pflaumenmus. Und weil es gar nicht nötig war, das Eis zu brechen, begann der Besuch gleich mit regem Austausch.

Raimer Kläschen und Birgit Brückner verteilen Geschenke an die Gäste. Quelle: Christin Schmidt

Raimer Kläschen, der seit 2012 ehrenamtlicher Vorsteher des Amtes Eiderkanal ist, und Torsten Eickstädt, seit 2016 leitender Verwaltungsbeamter des Amtes, nutzten die Gelegenheit Bürgermeister Felix Menzel (SPD) zur Wiederwahl zu gratulieren.

„Es ist toll zu sehen, dass ein SPD-Mann im Osten 90 Prozent erreichen kann“, erklärte Kläschen mit einem Lächeln. Er und Menzel sorgen seit 2012 gemeinsam dafür, dass die Partnerschaft belebt wird, die Anfang der 1990er Jahre zunächst mit Amtshilfe begann.

Vertreter der Gemeinde Milower Land besuchten die Partnergemeinde Amt Eiderkanal in Schleswig Holstein. Auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch der Landwirtschaftsmesse Norla.

Heute geht es in erster Linie um Wissens- und Erfahrungsaustausch. Den gab es auch am vergangen Wochenende. Menzel, Eickstädt und Kläschen plauderten über die Modernisierung der Feuerwehren, den Breitbandausbau und neue Bauvorhaben.

2020 ist ein Azubi-Austausch geplant

Dabei kam auch ein Projekt zur Sprache, das die beiden Partnergemeinden im nächsten Jahr realisieren wollen.

„Wir planen 2020 einen Austausch unserer Auszubildenden. Einige Details müssen wir dazu noch klären, aber unser Ziel ist es, dass die jungen Menschen dann in den Verwaltungsablauf der Partnergemeinde hineinschnuppern können“, erklärte Raimer Kläschen.

Die Möthlitzerin Martina Max ließ sich derweil von Birgit Brückner ihr Referenten-Büro zeigen. Für Martina Max, Sekretärin des Milower Bürgermeisters, war es nicht der erste Ausflug ins Amt Eiderkanal.

Raimer Klässchen, Torsten Eickstädt und Felix Menzel (v.l.) tauschen sich über aktuelle Themen in den Partnergemeinden aus. Quelle: Christin Schmidt

Sie ist seit fast 40 Jahren in der Verwaltung tätig und konnte die Entwicklung der Partnerschaft, die nicht immer so intensiv gepflegt wurde, von Beginn an verfolgen. Genau wie Wolfgang Gräfe, ehrenamtlicher Vorsitzender der Gemeindevertretung Milower Land.

Etwa 20 Mal hat er das Amt Eiderkanal besucht, sogar Urlaub hat er hier schon gemacht. „Seit unserem letzten Besuch hat sich einiges getan“, bemerkte Wolfgang Gräfe.

Interessante Ein- und Ausblicke

Aus dem Schotterparkplatz am Nord-Ostsee-Kanal direkt neben dem Hotel „Kanal-Meisterei“ ist ein Caravan-Parkplatz entstanden, der terrassenförmig angelegt ist. „So hat man von jedem Platz einen Ausblick auf den Kanal“, erklärte Birgit Brückner.

Auch das Hotel wurde um einen modernen Anbau erweitert. Die Zimmer hier bieten ebenfalls einen Ausblick auf den Kanal, den Hochseeschiffe aus aller Welt passieren.

Interessante Einblicke bekamen die Gäste Dank eines Mitarbeiters des Wasser- und Schifffahrtsamts, der den Milowern eine technische Führung durch den Kanaltunnel bot.

Milower sind begeistert vom Ausflug

Der Fußgängertunnel verbindet Osterrönfeld mit Rendsburg, der Partnerschaft Rathenows, und hat einen Durchmesser von etwa vier Metern. Hunderte Schulkinder passieren täglich den Tunnel, der 27 Meter unterm Wasserspiegel liegt. Der Weg zum Tunnel führt über vier Rolltreppen. Eine Fahrt dauert etwa zwei Minuten.

Spannend war auch der Besuch der Norla, auf der ein Agrar-Scout die Delegation herumführte. Spaßig ging es an der Schiffsbegrüßungsanlage zu.

Von dort aus verfolgten die Milower den SH Netz Cup, das „härteste Ruderrenen der Welt“. Mit einem Abend auf dem Museums-Frachtschiff Cap San Diego klang der Besuch schließlich aus.

„Es war ein sehr schönes Wochenende mit tollen Erlebnissen. Birgit Brückner hatte alles wunderbar durchorganisiert und wir konnten die Zeit für wertvolle Gespräche mit den ,Kollegen’ nutzen. Jetzt freuen wir uns auf ihren Besuch im nächsten Jahr“, erklärte Sandra Thiele, Ortsvorsteherin in Bützer auf dem Nachhauseweg.

Für sie und einige andere war es der erste Besuch in der Partnergemeinde. Wer übrigens glaubt, den Ausflug lassen sich die Abgeordneten aus der Gemeindekasse bezahlen, der täuscht sich. Die Teilnehmer tragen die Kosten selbst.

Von Christin Schmidt

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