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Milower Land Nachwuchskameraden im Ritter-Fieber
Lokales Havelland Milower Land Nachwuchskameraden im Ritter-Fieber
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15:20 26.07.2019
Am Sonntag präsentierten sich alle Teilnehmer mit einem kleinen Bühnenprogramm. Quelle: Landesjugendfeuerwehr
Wusterhausen/Dosse

Während andere ihren Urlaub an der Ostsee oder in den Bergen verbringen und die Seele baumeln lassen, verbringt Sven Szramek die schönste Zeit des Jahres dieses Mal in Wusterhausen/Dosse.

Zum Entspannen kommt der Milower hier aber nicht. Denn Sven Szramek leitet das 20. Camp des Landesjugendfeuerwehrverbandes Brandenburg und trägt die Verantwortung für die rund 600 Gäste, die hier eine ganze Woche gemeinsam verbringen.

Seit 37 Jahren ist Sven Szramek Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. 2013 wurde er zum Jugendwart der Milower Wehr ernannt. 2017 übernahm er den Ehrenamtsposten als Landesjugendfeuerwehrwart. Und in dieser Funktion hat er dieser Tage aller Hand zu tun.

Rund 420 Mädchen und Jungen verbringen gemeinsam eine Woche im Landesjugendfeuerwehrlager in Wusterhausen/Dosse. Geboten werden dem Feuerwehrnachwuchs diverse Workshops und Ausflüge.

Seit Mittwoch, dem 17. Juli, ist Szramek in Wusterhausen/Dosse, um das Gelände auf das Großereignis vorzubereiten. Er organisierte den Aufbau, packte mit an und begrüßte am Samstag die Gäste. Rund 420 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren nehmen in diesem Jahr am „Ruppiner Ritter-Camp“ des Landesfeuerwehrverbandes teil.

Darunter sind auch sechs Jungen und zehn Mädchen aus dem Milower Land mit vier Betreuern, was den Landesjugendwart besonders freute: „Die Jugendfeuerwehren unserer Gemeinde haben sich ganz toll entwickelt. Und dass so viele Mädchen aus meiner Heimat dabei sind, zeigt, wir sind auf einem guten Weg.“

Gemeinde spendiert Teilnahme

Zu verdanken ist diese Präsenz nicht zuletzt der Unterstützung der Gemeinde Milower Land. Als Träger des Brandschutzes hat diese den Kindern und Jugendlichen die Teilnahme spendiert.

„Das ist nicht selbstverständlich und wir sind sehr froh und stolz darauf, dass die Gemeinde dies für unseren Nachwuchs möglich macht. Einige Kinder hätten sonst nicht dabei sein können“, ist sich Szramek sicher.

Nur wenige Teilnehmer aus dem Havelland

Allerdings sind die Milower die einzigen Teilnehmer aus dem Havelland, was Szramek sehr bedauert. Er hatte in den letzten Monaten in seinem Heimatlandkreis viel Werbung für das Camp gemacht – viel gebracht hat das offenbar nicht.

Er vermutet, dass das geringe Interesse aus dem Havelland damit zu tun haben könnte, dass erst zu Beginn der Ferien das Ausbildungslager der Jugendfeuerwehren in Paaren im Glien stattfand.

Zugleich betont der Landesjugendwart, dass das Camp kein Ausbildungslager ist. Vielmehr werden verschiedenste Workshops angeboten, dazu gibt es vor Ort ein kleines Reisebüro, in dem die Teilnehmer Ausflüge buchen können.

Saunabau und Ausflug in die Skihalle

Lichtgraffiti, Quizshow, Floßbau, Erste-Hilfe-Kurs und vieles mehr wurde geboten. Selbst die schönen Künsten und das Handwerk kamen nicht zu kurz. Unter anderem bauten die Jungen und Mädchen einen Bauwagen zur Sauna um. Das deutsch-finnische Jugendprojekt förderte das Land Brandenburg.

Zudem gab es Unterstützung vom Bildungsministerium. Das beteiligte sich an der Finanzierung eines Tagesausflugs in die Skihalle nach Wittenburg, wo sich die Teilnehmer ein wenig Abkühlung verschaffen konnten.

Alle 600 Gäste reisten mit neun Bussen an. „Rund 25 000 Euro kostete uns dieser Ausflug. Etwa Hälfte steuerte das Ministerium bei, wofür wir sehr dankbar sind“, betont Szramek.

145 Betreuer sind vor Ort

Die Teilnahme für die meisten Mädchen und Jungen finanzieren die Fördervereine der jeweiligen Wehr. Zum Teil springen wie im Milower Land auch die Träger des Brandschutzes ein. Alle anderen sind auf ihre Eltern angewiesen. 112 Euro kostet die Teilnahme für Mitglieder des Landesfeuerwehrverbands mit Frühbucherrabatt.

Dieser Betrag ist subventioniert. „Normalerweise kostet das Camp 375 Euro – das ist der Preis für alle, die sich zu spät anmelden und für Nichtmitglieder“, erklärt der Landesjugendwart.

Er konnte in diesem Jahr auch Gäste aus dem Saarland sowie aus Russland, Polen und Finnland begrüßen. Insgesamt sind 145 Betreuer angereist, die alle ehrenamtlich im Einsatz sind und für das Camp ihren Urlaub opfern.

Das Camp hat sich verjüngt

Zudem sorgen 25 Helfer für einen möglichst reibungslosen Ablauf. Szramek hat auch festgestellt, dass sich das Camp massiv verjüngt hat: „Sonst waren die meisten zwischen 14 und 16 Jahren. Jetzt ist der überwiegende Teil zehn bis zwölf Jahre alt.“

Verändert habe sich auch das Interesse an dem ökumenischen Gottesdienst, mit dem das Camp traditionell am Sonntag um 10 Uhr eröffnet wird. „Bisher nahmen daran etwa 40 Leute teil. Dieses Mal waren fast alle in der Halle“, berichtet der Landesjugendwart.

Alle zwei Jahre findet das Camp an wechselnden Orten und stets unter einem neuen Motto statt. 2017 verwandelte sich der Nachwuchs in Piraten. Dieses Mal wehte eine Ritterfahne über dem Platz.

Am Samstag kehren alle Nachwuchskameraden wieder heim. Sven Szramek ist noch bis zur Endabnahme am Mittwoch vor Ort. „Das war dann mein Urlaub“, sagt er zufrieden und etwas erschöpft.

Von Christin Schmidt

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