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Milower Land Nabu fährt satte Ernte ein
Lokales Havelland Milower Land Nabu fährt satte Ernte ein
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10:51 24.10.2018
Tino Wachowiak (2.v.l.) mit den Erntehelfern beim Arbeitseinsatz. 2244 Liter Saft wurden aus der diesjährigen Apfelernte gepresst. Quelle: Nabu Regionalverband Westahavelland
Milow

Der Sommer 2018 bescherte dem Nabu-Regionalverband Westhavelland eine ordentliche Ernte. Rund 3,5 Tonnen Äpfel haben René Riep und fleißige Helfer auf den Streuobstwiesen in Milow und Rathenow gesammelt. Dabei mussten sich die Männer in diesem Jahr häufiger bücken, denn die Bäume hingen voll mit Früchten, die aufgrund der Trockenheit aber größtenteils recht klein waren.

Der Geschmack ist dennoch vorzüglich, dass können alle bestätigen, die den naturtrüben Saft probieren, der nun aus Kaiser Wilhelm, Ontario und Co gepresst wurde. 2244 Liter Apfelsaft brachte die Ernte ein.

„Das ist zwar kein Rekord, aber ein gutes Ergebnis, insbesondere nach der mauen Ernte im letzten Jahr. Da konnten wir nach dem Frost zur Blütezeit nur rund 500 Kilogramm Äpfel ernten“, berichtet René Riep, der Geschäftsführer des Regionalverbands.

Am 23. September, einen Tag nach dem zehnten Apfeltag auf der Streuobstwiese in Milow, traf er sich mit fünf ehrenamtlichen Helfern und sammelte die ersten 2300 Kilogramm bei Dauerregen.

Rund 3,5 Tonnen Äpfel haben fleißige Helfer in diesem Jahr auf den beiden Streuobstwiesen des Nabu in Milow und Rathenow geerntet. Quelle: Nabu Regionalverband Westahavelland

Am nächsten Tag brachte Riep die Früchte in die Mosterei nach Ketzür, wo der Regionalverband die Ernte regelmäßig zu Saft verarbeiten lässt. Hier werden die Früchte zunächst gewaschen, dann fein zermahlen und anschließend kalt ausgepresst. Schließlich wird der Saft grob gefiltert und schonen auf 80 Grad Celsius erhitzt. Damit ist das Naturprodukt mindestens 18 Monate haltbar.

Etwa ein Drittel der Ernte bleibt nach dem Pressen übrig, also die Schale und das Gehäuse. Der Rest landet in den Ein-Liter-Flaschen, die der Regionalverband mit einem Etikett versieht und unter anderem im Naturpark-Shop in Milow verkauft und an das „Haus der Natur“ in Potsdam liefert.

Seit 2016 gibt es auch eine Kooperation mit der Rathenower Bäckerei Möhring, die auf Regionales setzt und den Saft von der Streuobstwiese in ihren fünf Filialen verkauft – zumindest so lange der Vorrat reicht.

Die ersten Flaschen dürften bald in den Geschäften stehen, denn die Helfer konnten Dank des langen und heißen Sommers früher mit der Ernte beginnen. „Allerdings mussten wir auf einen Termin in der Mosterei warten, die in diesem Jahr aufgrund der hohen Erträge sehr viel zu tun hatte“, so Riep.

Mehr als 2000 Flaschen Apfelsaft kann der Regionalverband nun verkaufen. René Riep hat den frisch gepressten Saft von der Mosterei in Ketzür abgeholt. Quelle: Nabu Regionalverband Westahavelland

Vergangene Woche fuhr er mit Tino Wachowiak, Vorsitzender des Regionalverbands, und fünf weiteren Helfern zur Streuobstwiese, die der Verband in Rathenow West unterhält. Dort sammelten sie noch einmal rund 1,2 Tonnen Äpfel, die ebenfalls zu Saft verarbeitet wurden.

Die Wiese in Rathenow hat der Nabu 1998 erworben. Die Deutsche Bahn hatte vor etwa 20 Jahren auf der Fläche als Ausgleichspflanzung vor allem Apfelbäume, aber auch Birnen-, Pflaumen-, Kirsch- und Walnussbäume gepflanzt.

Heute stehen dort 241 Obstbäume, die kürzlich bestimmt und nummeriert wurden. Seit etwa fünf Jahren tragen sie Früchte und bereichern damit die Ernte des Nabu-Regionalverbands. In diesem Jahr waren es immerhin 747 Flaschen Apfelsaft.

Die Wiese in Milow übernahm der Regionalverband vor zehn Jahren mit 50 alten Obstbäumen. „Die sind schon über 100 Jahre alt, tragen aber noch immer Früchte“, betont René Riep. Um 50 weitere Obstbäume hat der Nabu die Streuobstwiese inzwischen ergänzt. Zudem hat die Inge-Sielmann-Grundschule Milow auf dem Gelände ein paar kleine Beete. „Hier können sie in diesem Jahr zum Beispiel Kürbisse ernten“, erzählt René Riep.

Ginge es nach ihm, könnte noch mehr angebaut und geerntet werden, allerdings bräuchte es dazu auch mehr Helfer. Der Regionalverband kann das allein nicht leisten, zumal es auch keine satzungsgemäße Aufgabe ist. „Wir versuchen mit unseren Aktivitäten die Streuobstwiesen zu erhalten. Das ist natürlich auch viel Arbeit, denn neben der Ernte gehört der Baumschnitt und die Pflege der Fläche insgesamt dazu“, erklärt René Riep.

Zudem will er mit seiner Arbeit das Bewusstsein für die Bedeutung regionaler Produkte stärken, die eine sehr viel bessere Ökobilanz aufweisen, als Obst und Gemüse, das aus aller Welt in die Supermärkte transportiert wird. „In den letzten zehn, zwanzig Jahren hat sich ja schon einiges entwickelt, insofern sollten wir optimistisch sein“, so der Geschäftsführer.

Von Christin Schmidt

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