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Milower Land Obstblütenfest auf der Streuobstwiese
Lokales Havelland Milower Land Obstblütenfest auf der Streuobstwiese
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15:56 28.04.2019
Hans-Joachim König (mit Hut) vom Naturparkzentrum in Milow bot Pflanzen und Samen, unter anderem Tomatenpflanzen in rund 40 Sorten an. Quelle: Uwe Hoffmann
Milow

Das Wetter am letzten April-Wochenende zeigte schon nahezu all seine Facetten von sonnig-warm bis regnerisch-kühl. Am Samstag luden Nabu und Naturwacht zum mittlerweile 10. Obstblütenfest auf die Streuobstwiese in der Bergstraße nach Milow ein.

Das übermäßig sommerliche Wetter der letzten Tage zeigte sich mit ein paar Grad weniger angenehmer, aber auch mit ein, zwei kurzen Regenschauern. Trotzdem zog es viele Besucher auf die Streuobstwiese am Ortsrand. Sie verbanden den Wochenendausflug mit einer Stunde Entspannung bei Kaffee und Kuchen.

Das Obstblütenfest auf der Streuobstwiese in Milow hat auch in diesem Jahr wieder viele Besucher angelockt.

Apfelbäume in voller Blüte

FÖJ-lerin Kara Dolgner steuerte ihren erstmals gebackenen „Zebrakuchen“ zum abwechslungsreichen Buffet bei. Die geflügelten Besucher, die fleißigen Bienen, besuchten die weithin strahlenden Blüten, um Nektar zu sammeln. Die Birnenbäume waren schon verblüht, während die Apfelbäume noch in voller Blüte standen.

Diese sind eine ideale „Insekten-Tankstelle“ für Bienen und Schmetterlinge, wofür der Nabu mit seiner Aktion „Gartenvielfalt“, gerade als Beitrag zur verstärkten Diskussion um das Insektensterben, für mehr heimische Artenvielfalt im Garten wirbt. Nach dem überaus erfolgreichen Volksentscheid in Bayern konnten die Gäste sich auch an der Unterschriftensammlung der Brandenburger Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“ beteiligen.

Naturparkzentrum-Mitarbeiterin Gabriele Matthies bot Saft von der Streuobstwiese und Konfitüren, wie aus Löwenzahn, an. Quelle: Uwe Hoffmann

Auch die Blütenpflanzen zwischen den Bäumen bieten den Insekten Nektar. Aber die „Insektentankstellen“ liefern auch leckere Produkte für den Menschen. So verkaufte Naturparkzentrum-Mitarbeiterin Gabriele Matthies wieder den Saft der Früchte der Streuobstwiese, der in der Mosterei Ketzür gekeltert wird.

Nach dem ersten Versuch im letzten Jahr von lediglich 37 kleinen Gläschen, mit dem in Kooperation mit dem Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung in dessen Lehrküche hergestelltem Löwenzahn-Aufstrich kamen in diesem Jahr 54 Gläschen zusammen.

Nur noch wenig Saft übrig

„Im vergangenen Herbst konnten wir 2.400 Liter Saft, vor allem Apfelsaft, von den Früchten hier gewinnen. Davon sind nur noch 200 Liter in Flaschen abgefüllt erhältlich“, erzählt Nabu-Regionalverbands-Geschäftsführer René Riep. „Aber auch wir spürten das extrem trockene Wetter des letzten langen Rekordsommers. Wir hatten recht viele Früchte, aber sie waren einfach kleiner. Das fehlende Wasser und der noch in diesem Jahr zu geringe Grundwasserstand sind ein Problem. Hoffen wir auf eine bessere Ernte 2019.“ In diesem Jahr bewirkte das bereits wieder zu warme Wetter eine etwas frühere Obstblüte.

Im Rahmen der Pflanzen- und Saatgut-Tauschbörse bot der Naturparkzentrum-Mitarbeiter Hans-Joachim König, neben verschiedenem Samen des VERN e.V. (Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg), auch Steck-Kartoffeln schmackhafter Sorten an, wie „Linda“, „Sieglinde“ und der rot-fleischigen 2004 gezüchteten „Roten Emmalie“. Als „Kartoffel des Jahres“ 2007, 2010 und 2018 allesamt geschmackvolle „Königinnen“ ihrer Art.

40 Sorten Tomaten

Tino Wachowiak ist seit Jahren großer Tomatenfan und züchtet Dutzende seltene und alte Sorten in ihrer Vielfalt von Farbe, Form und Geschmack. „Für die Tauschbörse habe ich insgesamt 240 Pflanzen von rund 40 Sorten nach der Aussaat eingetopft“, so der Nabu-Regionalverbands-Vorsitzende.

Ab Montag kann man noch die letzten Pflanzen – Tomate, Schlüsselblume und Bärlauch sowie Steck-Kartoffeln besonderer Sorten –zu den Öffnungszeiten im Naturparkzentrum, täglich außer mittwochs, 10 bis 17 Uhr, für den eigenen Garten erwerben.

Am 21. September laden Nabu und Naturwacht zum 11. Apfeltag auf die Streuobstwiese ein.

Von Uwe Hoffmann

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