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Milower Land Parade mit 170 Traktoren
Lokales Havelland Milower Land Parade mit 170 Traktoren
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17:14 20.10.2019
Zur Parade säumten viele Schaulustige die Straße. Quelle: Uwe Hoffmann
Knoblauch

Herrlich spätsommerliches Wetter lockte zum 17. Knoblaucher Treckertreffen am Samstag viele Teilnehmer und Zuschauer in das kleine Dorf bei Nitzahn.

Mehr als ein Dorffest

Rund 170 Traktoren und weitere Fahrzeuge aus der weiteren Region beteiligten sich an der Treckerparade am Vormittag durch das Dorf. Das weitere Programm und der Marktcharakter mit Anbietern von Fahrzeugersatzteilen und vielen weiteren Verkaufs- und Imbissständen sowie Vergnügungsmöglichkeiten auch für die kleinen Gäste wie Hopseburg, Sandkasten und Schminkstand sorgen für mehr, als nur „Dorffest“-Charakter.

Das traditionelle Treckertreffen zog am Sonnabend zahlreiche Interessierte nach Knoblauch. Sie sahen alte und neue Fahrzeuge und sie erlebten spannende Wettbewerbe. Es war bereits das 17. Treckertreffen in dem kleinen Dorf der Gemeinde Milower Land.

Zur Treckerprade sah man neben den modernen High-Tech-Traktoren, unter anderem mit GPS, viele Fahrzeuge vergangener Jahrzehnte. Der älteste war der Lanz Bulldog, Baujahr 1935, von Reiner Kusmark aus Wenzlow, der schon mehrere Male nach Knoblauch kam.

Nicht nur Erwachsene

Einige der Traktoren waren Marke Eigenbau. Andere zogen Kremserwagen mit Feiernden hinter sich. Aber auch weitere Oldtimer waren zu sehen – wie ein Lastwagen Typ „W 50”, ein Multicar, Trabant-Pkw, Dumper, oder Radlader. Feuerwehr-Traditionsfahrzeuge, sogar vereinzelt alte Armeefahrzeuge, beteiligten sich.

Mit drei Jahren dabei

Der jüngste Teilnehmer war Jack Deutschmann aus Schlagenthin. Stolz und selbstbewusst saß der Dreijährige auf dem Schoß seines Vaters am Steuer eines John Deere Kindertrucks mit zwei Anhängern, Marke Eigenbau. Auch Lisa Simon fuhr wieder mit dem „Fahr“, Baujahr 1955, beim Umzug mit. Das elfjährige Mädchen aus Knoblauch belegte bei der Wertung der besten Eigenbautraktoren im letzten Jahr Platz 2.

Organisator Mirko Paproth. Quelle: Uwe Hoffmann

Während des Umzugs musste ein „Fortschritt ZT300“, der wohl am häufigsten in der DDR-Landwirtschaft eingesetzte Traktor, mit Abschleppfahrzeug an der Tribüne und den vielen Zuschauern auf dem Dorfplatz vorbeiziehen. „Die Einspritzpumpe hat versagt“, so Fahrer Lutz Koths aus Marzahne. Erstmals wurde die Strecke der Treckerparade durchs Dorf in diesem Jahr verkürzt. Die Veranstalter bekamen dafür höhere Polizei-Auflagen.

Entscheidung der Jury

Nach dem Umzug wurden wieder die drei besten Fahrzeuge in zwei Kategorien prämiert. Die Jury kürte mit seinem „Lanz Bulldog“, Baujahr 1940, Lothar Beich zum Sieger in der Kategorie „Alter/Schönheit“. Auf Platz 2 und 3 folgten der „Lanz Iberica“, Baujahr 1960, von Lothar Beich sowie der „Güldner ADN 8“ von Moritz Wolfgang.

Spannender Wettbewerb

Beim Treckerpulling maßen sich insgesamt 30 Fahrer mit ihren Fahrzeugen in vier Leistungskategorien. Auf der präparierten 100-Meter-Strecke galt es den mit jeweils 250 Kilogramm schweren Eisenbahnschwellen beladenen Bremsschlitten mit ihrem Zugfahrzeug am weitesten zu ziehen. Neben Serien-Fahrzeugen nahmen auch hier PS-starke Eigenbau-Fahrzeuge, wie der „Schreckliche Sven“, Baujahr 2018, mit 1000 PS, von Sven Arnstedt aus Bensdorf (Platz 3, Kategorie 1), teil.

Zusammenstoß mit Quad und Bike

Leider gab es am Rande des diesjährigen Treckertreffens einen Zusammenstoß eines Quadfahrers mit einem weiteren Fahrzeug. Ein Rettungshubschrauber wurde zum Einsatzort gerufen.

Wie die Polizei dazu mitteilt, sei das am Rande des Veranstaltungsgeländes passiert. Ein Pocket-Bike-Fahrer und ein Quadfahrer stießen frontal zusammen.

Der Biker wurde, so hieß es im Bericht der Polizei, mit schweren aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen von einem Rettungshubschrauberteam in ein Krankenhaus geflogen. Der Quadfahrer kam ebenfalls mit Verletzungen ins Krankenhaus.

Zur Ursache ermittelt die Polizei noch. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der fahrlässigen Körperverletzung wurde eingeleitet, so ein Sprecher der Polizei.

Der jüngste Teilnehmer beim Pulling war der zwölfjährige Jano Charnstedt aus Bensdorf (Platz 2 in Kategorie 1). In der Klasse 1 (1,5 bis 25 Tonnen) siegte Michael Buhl mit seinem Robus (1974) mit 95 Metern. In Kategorie 2 (Belarus/ZT) siegte Manuel Gaubatz vor Andreas Wiesensee und Carsten Wiesensee. In Kategorie 3 (John Deere/Fend) gingen die ersten drei Plätze an Robert Fabig, Thomas Lummert und Marcus Blume. Auf dem Treppchen in der offenen Kategorie 4 standen Tobias Fredrich, der als einziger Teilnehmer den „Full Pull“ mit 100 Metern schaffte, Thomas Muschert und Harry Lehmann.

Musik mit dem Feuerwehr-Orchester

Zum Nachmittag spielte wieder das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Rathenow für die Besucher auf. Dazu verkauften die Frauen der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes wieder jede Menge selbst gebackenen Kuchen und schenkten dazu Kaffee aus.

Präsentation der Oldtimerfans

Traditionell stellen zum Treckertreffen immer wieder Oldtimerfans ihre Schätze aus. So konnten die Besucher auch in diesem Jahr wieder historische Autos, viele Motorräder, aber auch Fahrräder bestaunen. Auch rund 50 Quadfahrer trafen sich zum Treckertreffen. Auf der Ackerfläche durften sie sich „austoben“.

Beim Treckerpulling Quelle: Uwe Hoffmann

Mit dem Verlauf zeigte sich Organisator Mirko Paproth zufrieden – allerdings trübte ein Unfall diese positive Sicht.

Von Uwe Hoffmann

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