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Lokales Havelland Milower Land Rathenower Unternehmer will Gutspark in Großwudicke retten
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16:19 06.08.2019
Werner Knake (l.) mit Felix Menzel vor dem Teich im Großwudicker Gutspark. Der Unternehmer will das Idyll retten. Quelle: Christin Schmidt
Großwudicke

Seit 15 Jahren ist der Rathenower Unternehmer Werner Knake in seiner Freizeit mit dem Rad unterwegs und kennt mittlerweile die schönsten Flecken der Region. Dazu gehört für ihn ohne Zweifel auch der frühere Gutspark in Großwudicke.

In das Wäldchen samt Teich, dass sich sicher auch als Kulisse für einen Film eignen würde, hat sich Knake schon vor langer Zeit verguckt. Der Park ist eines seiner liebsten Ausflugsziele und inzwischen gehört ihm das idyllische Wäldchen sogar.

Als Knake Anfang des Jahres aus der MAZ erfuhr, dass der Park versteigert werden soll, zögerte er nicht lange und gab ein Angebot ab. Es sollte das einzige bleiben. Für 20 000 Euro ging der 7,9 Hektar großen Parks samt Teich des ehemaligen Gutshauses Großwudicke und Nebenflächen an den Rathenower.

Gemeinde unterstützt das Vorhaben

Der ist damit nun Unternehmer und Gutsparkbesitzer. Das Idyll will er aber keineswegs für sich behalten. „Dieses wunderschöne Stück Natur soll weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Mein Ziel ist es, den Teich zu retten und die Wege so herzurichten, dass man wieder rundherum spazieren kann“, verkündet Werner Knake.

Bei dem Vorhaben unterstützen will ihn die Gemeinde Milower Land. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass sich jemand gefunden hat, dem der Park am Herzen liegt. Für uns ist wichtig, dass hier etwas passiert“, sagt Bürgermeister Felix Menzel (SPD).

Ende Juni hatte er zusammen mit Werner Knake sowie Vertretern der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Havelland sich das Gelände angeschaut.

Der Gutspark im Regenschauer. Viele Bürger aus Großwudicke gehen hier gern spazieren. Quelle: Christin Schmidt

Laut Menzel ist der Teich mit einem Gewässer zweiter Ordnung, dem Buckower Grabensystem verbunden. Weil nur noch wenig Wasser in dem Tümpel ist und dieser zunehmend verschlammt, hat die Rettung des Teiches und der Fische für Knake und Menzel oberste Priorität.

Als erste Maßnahme ist deshalb geplant, das Gewässer auszubaggern. Das dafür notwendige Gutachten liegt bereits vor. Daraus geht hervor, dass sich keine giftigen Stoffe im Schlamm befinden.

Werner Knake möchte in diesem Zuge den Tümpel so ausbaggern, dass um die sogenannte „Liebesinsel“ wieder Wasser fließen kann. Die „Liebesinsel“ ist ein kleines Wäldchen im Teich. Früher führte eine Brücke vom Park auf die Insel. Diese ist aber längst verschwunden und es fließt auch kein Wasser mehr um das Wäldchen.

Der Park gehörte Familie Gontard

„Die Baggerarbeiten können aller Voraussicht nach bald beginnen“, meint der Bürgermeister zuversichtlich. Geht es nach Werner Knake soll es auch bald wieder eine Brücke geben.

„Wichtig ist, dass wir zunächst die Zuständigkeiten klären. Fällt der Park in den Zuständigkeitsbereich der Denkmalschutzbehörde oder ist es Waldgebiet? Dann wäre die Forst der richtige Ansprechpartner. Um das zu klären, wollen wir wollen alle Ansprechpartner an einen Tisch holen“, erklärt Felix Menzel.

Werner Knake (r.) will den Gutspark Großwudicke in Großwudicke retten. In dieser Woche sah er sich das Wäldchen mit Felix Menzel an. Quelle: Christin Schmidt

Ursprünglich gehörte das Gelände so wie viele weitere Flurstücke in Großwudicke, darunter der Sportplatz und die Grundschule, der Familie Gontard. Ihr gehörte das Anwesen von 1916 bis 1945. Nach dem Krieg ging die Familie in die USA.

Den Landschaftspark hinter dem Herrenhaus gab es damals bereits. Wer ihn ursprünglich anlegte, ist unklar. Fest steht, dass die einst so idyllische Anlage seit Jahren nicht mehr gepflegt wird. „Das soll sich nun ändern“, verspricht Knake.

Ein Idyll am Dorfrand: Der Gutspark Großwudicke. Quelle: Christin Schmidt

Von Christin Schmidt

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