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Milower Land Seltene Wasserpflanze wuchert auf der Havel
Lokales Havelland Milower Land Seltene Wasserpflanze wuchert auf der Havel
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13:24 14.10.2018
Dirk Lange fischt Gemeinen Schwimmfarn aus der Havel. Diese Wasserpflanze hat er hier noch nie gesehen. Quelle: Foto: Christin Schmidt
Bützer

Seit knapp 20 Jahren lebt Dirk Lange in Bützer. Seither ist er regelmäßig auf und in der Havel unterwegs. Mal wirft er seine Angel aus, mal taucht er in der Havel bei Bützer, um sich die Unterwasserstruktur anzuschauen. Er kennt das Gewässer bestens und ist umso erstaunter, was sich in den letzten zwei Monaten hier abspielte.

Ein dichter grüner Teppich liegt auf großen Teilen des Flusses. „Dass die Nebenarme in den warmen Monaten mit Pflanzen bedeckt sind, ist nichts Ungewöhnliches. Aber dass die Buchten auf der Haupthavel komplett dicht sind, das habe ich so noch nicht erlebt“, sagt Dirk Lange.

Als er im August seine Welsangel spannte, entdeckte er erstmals eine Pflanze, die seiner Meinung nach bisher nicht in der Havel zu finden war. „In den Buchten hatte sich explosionsartig ein grüner Teppich gebildet. Der Wind trieb das Zeug dann bis auf die Haupthavel“, erinnert sich Lange. Im September war die Bucht so voll, dass er Raubfische dort nicht mehr angeln konnte. Der Kunstköder blieb schlichtweg auf den Pflanzen liegen.

Salvinia natans fühlte sich in diesem Sommer besonders wohl in der Havel. Quelle: Christin Schmidt

Er ist nicht der einzige, der sich über das neue Grün in dem Gewässer wunderte. Steffen Ziehnert aus Potsdam war vor einem Monat mit einem Kajak von Berlin aus flussabwärts unterwegs und staunte ebenfalls, als er auf einer Länge von etwa zehn Kilometern eine ihm bisher unbekannte Pflanze auf der Wasseroberfläche entdeckte. „Besonders heftig hatte sich das Grün bei Bützer ausgebreitet“, berichtet der Fischereiwirtschaftsmeister.

Er hat sich inzwischen schlau gemacht und weiß, dass es sich bei der neuen Havelbewohnerin um Salvinia natans, den Gemeinen Schwimmfarn handelt. Der kleine Farn bildet bis zu 20 Zentimeter lange Triebe aus und besiedelt windgeschützte Uferzonen vor allem von Flussaltarmen.

Besonders wohl fühlt sich die Pflanze in sommerwarmen Gebieten in Ostasien sowie Süd- und Osteuropa. In Mitteleuropa ist der Gemeine Schwimmfarn dagegen nur selten anzutreffen und steht sogar auf der Roten Liste Deutschlands, das heißt die Salvinia natans gilt als stark gefährdet.

Salvinia natans – Der Gemeine Schwimmfarn

Der Schwimmfarn ist eine einjährige Pflanze.

Diese treibt neben den Schwimmblättern bis zu sieben Zentimeter lange, tief zerteilte und büschelig aussehende Wasserblätter aus.

Für gewöhnlich stirbt der Schwimmfarn im Oktober nach den ersten kalten Nächten ab.

Ab Mitte Juni steigen die Farnkeime an die Oberfläche, verzweigen sich und bilden Schwimmblätter aus.

„In Bützer scheint sie nicht bedroht zu sein, hier fühlt sie sich offensichtlich sehr wohl“, sagt Dirk Lange mit einem Schmunzeln. Wie genau die Pflanze hierher kam, weiß er nicht.

Er vermutet aber, dass die konstant hohe Wassertemperatur in den letzten Monaten zu Verbreitung der Salvinia natans beigetragen hat. „Die Havel hatte konstant etwa 24 Grad Celsius und das selbst in tieferen Wasserschichten. Das ist ungewöhnlich und führt auch dazu, dass sich der Fluss verändert“, ist sich Dirk Lange sicher.

Inzwischen ist der grüne Teppich an vielen Stellen bereits ausgedünnt. Die langsam sinkende Wassertemperatur sorgt dafür, dass die Pflanze abstirbt. Die befruchteten sogenannten Megasporen dürften aber inzwischen zum Gewässergrund gesunken sein, wo sie den Winter überdauern.

Sollte auch der nächste Sommer heiß werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ab Mitte Juni die Farnkeime an die Oberfläche steigen.

Die Salvinia natans ist nur ein Zeichen dafür, dass sich der Fluss verändert. „Das Klima ändert sich und damit auch die Natur, das ist deutlich zu spüren. Ich glaube, dass wir diesen Vorgang unterschätzen“, so der Bützeraner. Damit will er nicht sagen, dass der Gemeine Wasserfarn gefährlich ist. „Aber er ist hier bei uns auf der Havel ein Exot und das zeigt, dass ein Prozess in Gang ist.“

Einen dichten grünen Teppich hatte der Gemeine Schwimmfarn in den letzten Wochen in den Havelbuchten gebildet. Quelle: Christin Schmidt

Von Christin Schmidt

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