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Milower Land Tintenfisch in der Havel gefunden
Lokales Havelland Milower Land Tintenfisch in der Havel gefunden
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14:52 20.07.2018
Das ist eine Aufnahme von dem Tintenfisch, den Burkhard Moldenhauer in der Havel bei Bahnitz gefunden hat. Quelle: privat
Bahnitz

Einen erstaunlichen Fund hat der in Bahnitz wohnende Burkhard Moldenhauer (62) am Donnerstag gemacht. Bei einem Gang mit seinem Hund hat er im Wasser der Havel unterhalb des Bahnitzer Wehrs einen Tintenfisch entdeckt. Nicht weit vom Ufer lag das tote Tier im wadentiefen Wasser auf dem Grund.

Er habe erst gar nicht richtig erkannt, um was es sich da handelt, berichtet Burkhard Moldenhauer. Er habe zunächst etwas Pflanzliches vermutet, einen Rettich vielleicht. Mit einem Stock habe er das wundersame Objekt dann aus dem Wasser geholt und an Land sehr schnell erkannt, dass dies ein Tintenfisch ist.

Fischer Wolfgang Schröder. Quelle: Christin Schmidt

Der Eingeweidesack war ab. Aber ansonsten war das Tier ziemlich komplett. Der Bahnitzer nahm seinen Fund mit nach Hause, schon auch, um ihn fotografisch zu dokumentieren. Einschließlich der Tentakeln hat es der Tintenfisch auf eine Länge von 15 Zentimetern gebracht. Er habe einen relativ frischen Eindruck gemacht, berichtet Burkhard Moldenhauer. Bis auf Weiteres habe er seinen Fund kühl gelagert.

Tintenfische können im Süßwasser der Havel nicht leben“, sagt der Strodehner Fischer Wolfgang Schröder. Das seien Meerestiere, die Salzwasser brauchen. Er äußert die Vermutung, dass es sich bei dem Bahnitzer Fund um einen Fischköder handelt. Von Welsanglern sei ihm bekannt, so berichtet er, dass diese immer wieder mal neue Köder ausprobieren. Vom Rindfleisch über Leber reiche bis zum Seelachsfilet die Palette.

Der Tintenfisch könnte als Angelköder für einen Wels gedacht gewesen sein. Quelle: privat

Tintenfische kann man hierzulande ohne Eingeweidesack im Handel kaufen. Würde ein solch exotisches Tier als Angelköder nicht viel zu teuer und aufwendig sein? Es gebe auf jeden Fall sehr engagierte Angler, sagt der Fischer, für die eine Preisfrage keine Rolle spiele.

Der Vermutung, dass die im Wasser baumelnden Fangarme einen Wels besonders intensiv anlocken könnten, erteilt Wolfgang Schröder eine Absage. Der Wels jage nach Geruch.

Ein Lebensraum ist die Nordsee

Nach einer Anfrage an das Landesumweltamt hat die Behörde das Institut für Binnenfischerei in Potsdam eingeschaltet. Bei dem fotografierten Tier, erklärt Abteilungsleiter Steffen Zahn, handele es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Gewöhnlichen Tintenfisch, der auch in der Nordsee vorkommt.

Seit circa zehn Jahren werde in der Nordsee eine starke Zunahme der Tintenfische beobachtet, teilt er mit. Von einer dem Süßwasser angepassten Population würde er aber nicht ausgehen. Die Kopffüßer seien für ihre Reproduktion an marine Verhältnisse gebunden.

Irrläufer oder Köder?

Aus seiner Sicht könne es für den Fund nur zwei Erklärungen geben, teilt Steffen Zahn mit. Es könnte sich um einen Irrläufer handeln, der in Bahnitz verendet ist. Im Brackwasser der Weser bei Bremen solle 2017 angeblich auch mal ein Tintenfisch gesichtet worden sein. Viel wahrscheinlicher sei es aber, dass der Tintenfisch im Supermarkt gekauft und als Angelköder verwendet worden ist. Die Zielarten wie Aal, Zander, Rapfen und Wels hielten sich besonders gerne in der Nähe von Wehren auf. Vermutlich sei der Angelfreund von seinem Köder wohl doch nicht so ganz überzeugt gewesen – und habe ihn liegen gelassen.

Von Bernd Geske

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