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Milower Land Alter Tanzsaal soll kulturelles Zentrum werden
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19:37 25.10.2018
Dietrich Gläsmann (l.) will den Saal gern an Dirk Lange und seinen Verein Kunstwerk West verkaufen. Das Banner durfte Lange schon anbringen. Quelle: Foto: Christin Schmidt
Bützer

Ein Jahr ist es her, dass im alten Saal an der Havelstraße nach langer Pause wieder Discofox getanzt wurde. Mitglieder des Vereins „Initiative Dorfbegegnung Bützer“ und des Ortsbeirats luden in Erinnerung an die Disco-Abende der 1990er Jahre zum Tanz ein und die Gäste kamen in Scharen.

Eine Neuauflage ließ nicht lange auf sich warten. Auch der Besitzer des Saals, Dietrich Gläsmann, freut sich, dass die Räumlichkeiten nach fast zehn Jahren Pause wieder für solche Veranstaltung genutzt werden. Er würde es begrüßen, wenn sich der Saal zum kulturellen Zentrum von Bützer entwickelt. Allerdings muss das ohne ihn geschehen, denn Dietrich Gläsmann will den Saal verkaufen.

„Ich wohne seit fast acht Jahren in Kloster-Lenin und bin zwar noch sehr oft und sehr gern in Bützer, aber der lange Fahrtweg strengt zunehmend an“, erklärt der 71-Jährige. Der Saal steht deshalb zum Verkauf und es gibt auch schon einige Interessenten für das Haus unweit des Havelufers.

35 Vereinsmitglieder wollen das Vorhaben für Bützer stemmen

Dazu gehört unter anderem der Vorsitzende des Vereins „Kunstwerk West“ Dirk Lange. Der hatte im Frühjahr zunächst im Spaß gesagt: „Wenn keiner den Saal will, kaufen wir ihn“. Aus dieser fixen Idee ist inzwischen ein konkreter Plan gewachsen. Der Verein möchte den Saal für Konzerte, Seminare und Kleinkunstveranstaltungen nutzen und ihn auch für andere Vereine und Initiativen als Veranstaltungsort offen halten.

„Uns geht es darum, den Raum mit Leben zu füllen. Die Senioren, die sich hier regelmäßig treffen, sollen das auch künftig tun. Wir wollen die Strukturen erhalten, den Ort mit neuen Ideen weiter beleben und ein qualitativ hochwertiges Angebot auf die Beine stellen“, erklärt Dirk Lange.

Mit den rund 35 Vereinsmitgliedern, darunter Musiker, Musikpädagogen, Handwerker, Grafiker, Fotojournalisten, Künstler und Techniker hat er unter anderem 2016 das Havelbeatz Festival ins Leben gerufen, das seither jährlich in Bützer stattfindet. Es sind also keine Kultur-Neulinge, die den Saal kaufen wollen.

Gut 60 Menschen haben hier an Tischen Platz, dazu gibt es eine Bühne und einen Tresen. Zuletzt wurde der Saal 2008 renoviert. Quelle: Christin Schmidt

Für Dirk Lange geht es aber nicht nur um den kulturellen Aspekt. Auch in sozialer Hinsicht sei der Saal wichtig für Bützer. „Insbesondere in ländlichen Regionen wie dem Westhavelland fehlen solche Treffpunkte, wo ein anspruchsvolles Programm geboten wird. Etwas, auf dass die Menschen stolz sein, mit dem sie sich identifizieren können und das ihr Selbstbewusstsein stärkt“, betont der Vereinsvorsitzende.

Dass es ihm und seinen Mitstreitern gelingen kann, den Saal als Vereins- und Kulturstätte zu beleben, haben sie Ende April bewiesen. Zur ersten Auflage ihrer Veranstaltung „River Swing und Friends“ kamen zahlreiche Gäste.

Der 9 mal 13 Meter große Saal, in dem gut 60 Menschen bequem an Tischen Platz haben, war gut gefüllt. Und auf der Bühne fühlten sich hochkarätige Musiker mit ihren Jazz- und Gipsy-Gitarren sichtlich wohl. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Am 10. November gibt es eine Wiederholung.

Rund 35.000 Euro muss der Verein aufbringen, um sich den Traum vom eigenen Vereinshaus zu erfüllen. Das Geld will Dirk Lange über Sponsoren, Spenden und Fördermittel beschaffen. Gelingt das, bleibt den Bützeranern der Saal erhalten. Das wäre ganz im Sinne des jetzigen Eigentümers.

„Es fällt mir nicht leicht, zu verkaufen, viele Erinnerungen hängen daran. Aber wenn der Verein das übernimmt, würde es mich freuen“, sagt Dietrich Gläsmann. Er hat Kunstwerk West bis zum Frühjahr 2019 das Vorkaufsrecht eingeräumt. Bis dahin muss die Finanzierung stehen.

„Ich weiß, das ist ein mutiges Vorhaben, aber ich will es wagen – für Bützer, die Region und die Menschen“, so Dirk Lange. Wer ihn unterstützen möchte, nimmt über Facebook Kontakt auf oder spendet auf: www.leetchi.com

Von Christin Schmidt

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