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Havelland Mit Dipel ES gegen Ekelraupen
Lokales Havelland Mit Dipel ES gegen Ekelraupen
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17:11 22.03.2018
Mit Hubschraubern wurde das INsektizid versprüht. Quelle: Hahn Margrit
Rhinow

Das Amt Rhinow lässt auch 2017 den Eichenprozessionsspinner bekämpfen. Ordnungsamtsleiter Michael Mirschel erarbeitet derzeit einen Einsatzplan, welche kommunalen Eichenbestände oder Einzelbäume in den Gemeinden und welche weiteren Flächen gegen die Ekelraupe mit dem Insektizid Dipel ES besprüht werden sollen.

Im Jahr 2016 hatte das Amt Rhinow eine Fläche von 26 Hektar besprühen lassen. Die Ekelraupe kann bei Menschen auf der Haut starke Juckreize und andere gesundheitliche Beschwerden verursachen. Rund 22 000 Euro mussten die sechs Gemeinden des Amtes Rhinow in diesem Jahr für den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner ausgeben.

Das Insektizid wurde von Hubschraubern auf die Eichen gesprüht. Ob 2017 wieder der Hubschrauber genutzt wird, oder die Bäume vom Boden aus behandelt werden, ist noch nicht entschieden. „Man kann auch beide Methoden in Erwägung ziehen“, sagt Michael Mirschel.

Die Behandlung der Bäume vom Boden aus ist teuer. Vor zwei Jahren mussten die Gemeinden dafür noch 170 Euro bezahlen – pro Baum. Inzwischen gibt es Verfahren, die etwas weniger Geld kosten. Zudem hat der Gesetzgeber die Sicherungsbedingungen nach Hubschraubereinsätzen verschärft.

Vom Boden her ist das absaugen oft schwierig. Quelle: Norbert Stein

Größere Sperrkreise und längere Sperrzeiten sind die Folge. Wenn bestimmte Flächen und Bäume besprüht wurden, dürfen Menschen nicht in die Nähe kommen. Das bereitet den Gemeinden zusätzliche Probleme im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner.

Michael Mirschel plädiert daher für eine genaue Prüfung, welche Eichen behandelt werden. „Es ergibt keinen Sinn, eine Eiche mit dem Insektizid besprühen zu lassen, wenn ein paar Meter weiter stehende Bäume nicht behandelt werden“, erklärt der Ordnungsamtsleiter.

Genau das kann aber passieren, weil der Landkreis und das Land Eichen an ihren Straßen kaum noch gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen, auch nicht innerhalb von Ortschaften. Gleiches gilt für Eichen in Privatbesitz.

Für das kommende Jahr organisiert der Landkreis auch nicht mehr einen koordinierten Hubschraubereinsatz, sowie es in den vergangenen Jahren praktiziert wurde. Daran konnten sich die Ämter, Städte und Gemeinden beteiligen. Sie müssen sich nun selbst darum kümmern, wenn sie den Eichenprozessionsspinner bekämpfen wollen. Das Problem für den Landkreis sind die Sperrzeiten. Man könne zum Beispiel nicht die Bundesstraße 5 für zwölf Stunden sperren. In vielen Gemeinden des Havellandes wurde 2016 auf den Einsatz von Dipel ES aus der Luft verzichtet. In einigen Städten und Gemeinden ging man im Mai punktuell gegen den Schädling vor, nachdem die Sprühaktionen der Vorjahre offenbar Wirkung gezeigt haben.

Die Landesregierung will die Bekämpfung im kommenden Jahr fortsetzen. Für etwa 700 000 Euro ist in diesem Jahr im Land Brandenburg der Eichenprozessionsspinner bekämpft worden. Daran beteiligt waren Kommunen und Landkreise sowie die Landesbetriebe Straßenwesen und Forst, teilte das Brandenburger Landwirtschafts- und Umweltministerium kürzlich mit.

Die Ekelraupen befallen Eichen. Quelle: Matthias Anke

Auf 1300 Hektar wurden die Raupen von Hubschraubern aus mit dem selektiv wirkenden Insektizid Dipel Es bekämpft. Darüber hinaus wurden Eichen an Straßen und Autobahnen auf einer Länge von 315 Kilometern sowie weitere 6500 Einzelbäume mit Sprühkanonen vom Boden aus behandelt. In sensiblen Bereichen wurden die Raupen und deren Nester abgesaugt. Schwerpunkte der Verbreitung waren den Angaben zufolge die Prignitz, Oberhavel, das Havelland und Potsdam-Mittelmark. Bis auf die östlichen Landkreise komme das Schadinsekt inzwischen aber in ganz Brandenburg vor. Die Brennhaare der Raupen können allergische Reaktionen und Gesundheitsschäden hervorrufen.

Trotz der erfolgreichen Bekämpfung würden Fachleute keine Entwarnung geben, hieß es weiter. In naher Zukunft sei kein natürlicher Zusammenbruch der Populationen zu erwarten. Der Eichenprozessionsspinner profitiere vom Klimawandel mit trockener und warmer Witterung im zeitigen Frühjahr und ausbleibenden Frostperioden im Winter. Seit 2012 gibt es eine landesweite Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Insekts.

Im Havelland hat es im ablaufenden und im vergangenen Jahr immer wieder Ärger gegeben, weil sich Touristen belästigt fühlten. So wurde das Geflecht mit den Ekelhärchen in der Nähe von Ferienhaussiedlungen und Radwegen gesichtet.

Die Mitglieder des Amtsausschuss Rhinow haben das Thema nun auf der Tagesordnung. Sie befassen sich am Donnerstag mit der Frage, wie man den Eichenprozessionsspinner im Amt Rhinow bekämpfen kann.

Von Norbert Stein

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