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Havelland Mit dem Robur durch die Region
Lokales Havelland Mit dem Robur durch die Region
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09:04 21.10.2017
Klaus Richard und sein Robur.
Klaus Richard und sein Robur. Quelle: Norbert Stein
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Stechow

Klaus Richard möchte gleich mit einer vorgefassten Irrtum aufräumen. „Da hast du aber abgeguckt“, bekommt er immer wieder von Menschen zu hören, denen er auf einer Tour mit seinem Robur-Bus begegnet. „Stimmt nicht“, sagt der 65-Jährige. Noch bevor das RBB-Fernsehen begann, mit so einem Fahrzeug durch das Land zu touren, habe er sich einen Robur besorgt und auf seinem Hof in Stechow gehabt. Er hat das Fahrzeug von einem Bekannten gekauft.

Früher in Salswedel

Der Robur ist Baujahr 1977, stand früher im Dienst des Kreisbetriebes für Landtechnik Salzwedel und ist für den Rentner Klaus Richard ein geliebtes Hobby. Die Vorbesitzer hatten mit Standheizung und weiteren Details für eine gute Ausstattung des Dieselfahrzeugs gesorgt. Dennoch war der Robur in die Jahre gekommen.

Viel Arbeit investiert

Vier Monate, sieben Tage in der Woche von morgens bis spät abends, schraubte Klaus Richard an dem Fahrzeug. Er wechselte verschlissene Teile aus, machte die Fenster dicht, sorgte für einen neuen Bodenbelag. Klaus Richard überprüfte alles genau und sorgte auch dafür, dass der Robur wieder seine Originalfarbe Blau- Weiß bekommen hat. „Alle ist originalgetreu und TÜV hat das Fahrzeug auch “, erklärt der Stechower mit Stolz.

Zwei Ausnahmen

Zwei Ausnahmen hat er aber zugelassen. Er hat dem Robur zusätzliche Scheinwerfer verpasst. Innen hat Klaus Richard auf einige Sitze verzichtet, weil er sonst als Kraftfahrer ohne Busschein keine Zulassung für das Oldie-Fahrzeug bekommen hätte.

Über die Frontscheibe des Fahrzeugens hat Klaus Richard mit Magnetbuchstaben die Aufschrift „Havelland“ angebracht. Der Stechower fährt mit dem Robur nach Norwegen, Dänemark und in die schönsten Gegenden von Deutschland zu vielen Oldtimertreffen. Und in der Heimatregion ist er auch, zum Beispiel in Friesack und Paaren im Glien.

Klaus Richard und die Fragen

Wo Klaus Richard mit dem Robur hinkommt, wird das Fahrzeug von Menschen bestaunt. Wird er gefragt, wo er herkommt, zeigt Klaus Richard auf die Magnetbuchstaben. Die Aufschrift schafft mehr Aufmerksamkeit als das Fahrzeugkennzeichen. „HVL kennen nur wenige Menschen, Havelland ist da schon mehr ein Begriff“, erklärt er. Klaus Richard wirbt mit seinem „Havelland“-Robur für die Heimatregion.

17 Liter Diesel

Bis zu 90 Stundenkilometer schafft der Oldie und schluckt etwa 17 Liter Diesel auf 100 Kilometer. „Ohne die amtliche Anerkennung als Oldtimer könnte ich mir den Freizeitbus als Rentner nicht leisten“, sagt Richard. Er und seine Frau Irene Michael, sind mit dem Robur aber auch auf Festen im Dorf und weiteren Veranstaltungen dabei.

Klaus Richard muss – wen er viel fährt – öfter nachtanken. Quelle: Arno Burgi

Auch für den kürzlich gegründeten Stechower Verein „Dorf mit Herz“ wird der Robur nützliche Dienste leisten. Irene Michael ist die Vereinsvorsitzende. Als Landrat Roger Lewandowski Anfang des Monats das Amt Nennhausen besuchte, fuhr Verwaltungschefin Inka Lenke mit ihm im Robur durch die Dörfer. Klaus Richard steuerte den „Havelländer“.

Der Verein mit Herz wurde in Stechow gegründet. Ihm steht der Robur auch zur Verfügung. Quelle: Norbert Stein

Klaus Richard arbeitete viele Jahre als Kraftfahrer im Gut Rhinsmühlen. Nach der Wende lenkte er als Selbstständiger einen Transporter. Autos, wie Moskwitsch oder Tatra aber auch Gabelstapler und andere Fahrzeuge sind sein Hobby.

Von Norbert Stein