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Havelland Mit der Polizei auf der Ketziner Havel
Lokales Havelland Mit der Polizei auf der Ketziner Havel
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10:09 18.05.2015
Heiko Thietz prüft das Boot und die Papiere von Uwe Steckahn (2.v..)
Heiko Thietz prüft das Boot und die Papiere von Uwe Steckahn (2.v..) Quelle: Annett Lahn
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Ketzin/Havel

Angler sitzen mit starrem Blick unter der Schirmmütze am Ufer. Eine Familie macht ein Picknick am wärmenden Lagerfeuer. Paddler kämpfen sich durch Wind und Wellen, und ältere Herren steuern kleine Motorboote in Richtung Trebelsee. Nur wenige Freizeitsportler trotzten am Sonnabend dem trüben Maiwetter und durchquerten die Gewässer rund um Ketzin.

Auch für die Wasserschutzler der Polizeidirektion West war das kein Großkampftag. Nach dem arbeitsreichen Himmelfahrtstag bedeutete der sanfte Schiffsverkehr Dienst nach Vorschrift. Als Polizeihauptmeister Heiko Thietz und Polizeimeister Karsten Fröhling am Steg der Ketziner Havelpromenade gegen 13 Uhr anlegten, waren sie schon vier Stunden im Einsatz. Ihren zwölfstündigen Arbeitstag auf dem Wasser begannen die Beamten in Potsdam-Pirschheide.

Wasserschutzpolizei kommt selten bis Ketzin

Auf der Ketziner Havel sind die Beamten eher selten unterwegs. „Bei schönem Wetter kommen wir nur bis Werder“, erzählt Thietz. Ihre Aufgabe sei es, „die Ordnung und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs zu sichern“. Während Fröhling das Boot lenkt, späht Thietz mit dem Fernglas ständig Wasser und Ufer ab. Eingegriffen wird, wenn die Gründe offensichtlich sind. Thietz sagt: „Für die meisten Kontrollen liegen augenscheinlich Hinweise vor.“

Rund um Ketzin sei touristisch aber nicht so viel los wie auf den Havelseen bei Potsdam. Am Himmelfahrtstag kontrollierten sie dort Skipper, die an Deck Bierkästen stapelten. „Solang der Mann am Steuer nüchtern bleibt, ist alles in Ordnung“, erklärt Fröhling. Bei alkoholisierten Männercliquen auf Sportbooten holen die Wasserschutzpolizisten aber auch schon mal Verstärkung.

Ohne Diplomatie geht nichts

Wichtig ist es den Beamten, immer diplomatisch zu bleiben. „Reden ist unsere Waffe. Am Herrentag wurden wir unserem Ruf, freundliche Polizisten zu sein, gerecht“, sagt Thietz und schaut wieder konzentriert durchs Fernglas. In Ketzin und Umgebung ist jedoch keine Bierkiste in Sicht. Die vorbeifahrenden Skipper lächeln respektvoll und winken den Polizisten freundlich zu. Auf der Westseite des Trebelsees sitzen die Zachower Angler friedlich am Ufer.

Thietz meint dazu: „Das ist entspanntes Arbeiten. Die Leute genießen ihre Freizeit und wir müssen sie dabei nicht stören.“ Auch im Hafen der Deponie Vorketzin wird nichts verladen. Die Berufsschiffer nutzen das lange Wochenende. Auf den mit Müll beladenen Frachtschiffen kontrollieren die Polizisten sonst Ladung und Besatzung. „2014 gab es 15 Kontrollen und fünf Beanstandungen“, weiß Thietz. Unter Alkohol haben sie 2013 und 2014 im Bereich Ketzin weder Sport- noch Berufsschiffer erwischt.

Keine Chance gegen Jet-Ski-Fahrer

Plötzlich kreuzt ein Jet-Ski rasant die Fahrrinne und stört die Beschaulichkeit. Das Polizeiboot hat gegen das schnelle wendige Wassermotorrad keine Chance. „Das wissen die Fahrer. Manche sind ganz frech und fahren mit zugehaltenem Nummernschild an uns vorbei.“ Nach der kleinen Aufregung erblicken die Wasserschutzler ein auffälliges, langes olivgrünes Boot. „Sieht aus wie ein amerikanisches Sturmboot. Die Bordwand geht fast bis zur Hüfte“, sagt Thietz und beschließt, sich das Gefährt näher anzusehen. Der Kapitän des Bootes, Baujahr 1944, ist der Berliner Uwe Steckhan. Der Fotograf begrüßt die Polizisten freundlich. Nach zwei Jahren Umbauarbeiten ist er auf Jungfernfahrt. Die Papiere stimmen, auch die Beleuchtung entspricht der Norm. Er zeigt den Wasserschutzlern die Technik und erzählt, dass er damit bald mit Touristen auf Foto-Safari gehen möchte.

Die Polizisten nehmen sich viel Zeit und hoffen, dass ihr Dienst so unkompliziert bleibt. Wenn die Schifffahrtssaison im September endet, gehen die Wasserwächter mit Spezialausbildung wieder zu Lande auf Streife. Für die zweistündige Tour am Sonnabend kann Thietz festhalten: „Rein optisch haben wir um die 50 Boote überprüft. Es gab keinen Anlass für Kontrollen.“

Von Annett Lahn

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