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Havelland Mobilitätstage für Senioren mit schlechten Ergebnissen
Lokales Havelland Mobilitätstage für Senioren mit schlechten Ergebnissen
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17:25 04.05.2015
Ältere Autofahrer guckten bei einer Veranstaltung in Falkensee, wie fit sie für den Straßenverkehr sind Quelle: Marotzke
Dallgow-Döberitz

Etwas unsicher sitzt Hans-Joachim Storch aus Falkensee auf dem Stuhl vom dem Gerät, an dem gleich seine Reaktionszeit beim Bremsen gemessen wird. "Unter dem Tisch müssen Sie die Pedale für Gas und Bremse betätigen", erklärt Polizistin Martina Bethke und gibt das Startzeichen. Der 72-Jährige beschleunigt virtuell auf Tempo 30. Dann kommt der Bremsbefehl. Beim ersten Versuch klappt das nicht so gut. "Ich muss mich erst an das Gerät gewöhnen", sagt Hans-Joachim Storch und wiederholt die Aktion. Schließlich ist seine Reaktionszeit 0,462 Sekunden. Der Bremsweg bei Tempo 30 beträgt 11,4 Meter. Prädikat ausreichend. Der Rentner ist zufrieden: "Das sollte man öfter machen."

Gesundheitszustand der Autofahrer ist wichtig

Bezogen auf den Landkreis Havelland allerdings sprechen die Zahlen der Polizei eine andere Sprache. Demnach ist der Anteil der Unfälle, an denen Rentner beteiligt waren, im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 800 gestiegen. Bei mehr als zwei Dritteln dieser Unfälle galten die älteren Autofahrer als Verursacher.

"Entscheidend für unfallfreies Fahren ist aber nicht das Alter, sondern vor allem der Gesundheitszustand der Teilnehmer", weiß Hähle. Um diesen zu überprüfen, ist der Falkenseer Klaus-Dieter Fähling (72) nach Dallgow gekommen. Doch trotz Brille fällt er beim Sehtest durch. "Sie haben offenbar auf dem rechten Auge eine Schwäche", erklärt ihm Liane Wisme von Apollo-Optik, die den Sehteststand betreut. "Sie müssen ihre Sehstärke überprüfen und die Brille ändern lassen", empfiehlt die Dame.

Besser läuft es bei dem 82-jährigen Berliner Rolf Glaser. Er schafft den Mindestanforderungswert von 70 Prozent und bekommt ausreichend. Wie bei allen Tests und auch beim Check der Fahrzeuge bekommen die Teilnehmer bei einem Durchfaller nur Hinweise. Jemanden zwingen, zum Akustiker oder Augenarzt zu gehen oder sein Auto reparieren zu lassen, könne man niemanden, sagt Klaus-Dieter Hähle.

Gehör sollte regelmäßig geprüft werden

Beim Hörtest hat es Standbetreuer Christian Maul von der Firma Geers auch mit vielen älteren Menschen zu tun. "Grundsätzlich sollte man ab 50 einmal im Jahr sein Gehör prüfen lassen", sagt er. Von den ersten 30 getesteten Leuten sei bei 20 alles okay gewesen. "Bei einigen gab es Probleme bei den höheren Frequenzen. Aber das kann auch daran liegen, dass wir hier im Freien sind und viele Geräusche einwirken", so Maul. Und der Experte kennt noch eine erstaunliche Statistik: "Wenn bei Männern ein Hörfehler festgestellt wird, dauert es sieben bis zehn Jahre, bis sie deswegen zur Behandlung gehen."

Gleich nebenan, vor dem ADAC-Mobil, stehen die Fahrzeuge Schlange. Nach und nach fährt Prüfer Guido Kappel die Karossen ins Innere des großen Trucks. "Wir überprüfen kostenlos Bremsen, Reifen, Stoßdämpfer und den Motorblock", sagt der Kfz-Experte. Gerade hat er den 14 Jahre alten BMW von Andreas Krumpholz auf dem Prüfstand. Nach knapp zehn Minuten steht fest: Außer der Feststellbremse, die nachgestellt werden muss, ist alles in Ordnung. "Ich freue mich, dass mein Auto in Takt ist, aber lasse das auch regelmäßig untersuchen", sagt der Elstaler.

An den beiden Mobilitätstagen in Dallgow haben etwa 150 Leute an den Tests teilgenommen, dazu kommen 90 Fahrzeugchecks. Es gab wenige Mängel an den Fahrzeugen. Meistens waren es poröse oder abgefahrene Reifen oder die unterschiedliche Bremsleistung links und rechts. Der Hörtest ergab, dass 30 Prozent der Leute nicht das Ausreichend geschafft haben. Beim Sehtest hatten 40 bis 50 Prozent Einschränkungen. Beim Reaktionstest, der von der Polizei gemacht wurde, schaffte die übergroße Mehrheit ein Ausreichend und besser. ADAC-Mann Klaus-Ulrich Hähle zieht ein schlichtes Fazit: "Man sieht, das viele Fahrer etwas tun sollten."

Von Jens Wegener

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