Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Möglicher Gift-Brief erweist sich als unbedenklich
Lokales Havelland Möglicher Gift-Brief erweist sich als unbedenklich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:21 29.01.2017
Die Kameraden, die in der Wache waren, mussten von den Einsatzkräften  aus Börnicke dekontaminiert werden
Die Kameraden, die in der Wache waren, mussten von den Einsatzkräften aus Börnicke dekontaminiert werden Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Nauen

Das weiße Pulver in einem Briefumschlag, das am Freitagnachmittag in Nauen für Aufregung in der Polizeiwache in der Schützenstraße sorgte, hat sich als unbedenklich herausgestellt. Darüber informierte am Sonntag die Polizei im Ergebnis der Untersuchung im Landeslabor in Frankfurt/Oder. „Die gesperrten Bereiche in der Polizeiinspektion Nauen wurden wieder freigegeben“, so ein Sprecher.

Wie berichtet, war am Freitag ein 59-jähriger Falkenseer auf der Wache erschienen und hatte den Umschlag am Empfangstresen abgegeben. Wie der Unternehmer sagte, befand sich dieser in der Geschäftspost, die seine Sekretärin entgegengenommen hat. Seine Frau habe durch das Sichtfenster im Umschlag festgestellt, dass sich darin ein unbekanntes Pulver befindet. Die Polizisten verständigten sofort die Feuerwehr und sperrten den Wachbereich sowie den Eingangsbereich zur Polizeiinspektion ab.

Zur Untersuchung ist der Brief in einer Plastikbox transportiert worden. Quelle: Julian Stähle

Substanz muss von Spezialisten in Frankfurt/Oder untersucht werden

Die Einsatzkräfte rückten unter anderem mit dem Gefahrguttransporter und dem ABC-Erkunder aus Dallgow-Döberitz an. „Die Kameraden haben den Brief unter Atemschutz geborgen und in eine Kunststoffbox gesteckt“, sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Jörg Meyer. Zuvor war ein Schnelltest vorgenommen worden, der aber erst einmal keine Hinweise auf Kampfmittel oder eine Chemikalie ergab. Die für die Untersuchung zur Verfügung stehende Menge war zu gering. Aus dem Grunde brachte ein ABC-Erkundungsfahrzeug der Feuerwehr Dallgow-Döberitz den Briefumschlag samt Inhalt zur weiteren Untersuchung noch am Freitagnachmittag ins Landeslabor nach Frankfurt/Oder.

Feuerwehrleute kümmern sich um einen sicheren Transport des Umschlags. Quelle: Julian Stähle

Räume im Polizeirevier wurden vorerst gesperrt

Vorsorglich wurden die vier Personen, die mit dem Brief in Kontakt gekommen waren – der 59-Jährige, seine Ehefrau und die Sekretärin der Firma sowie der Polizeibeamte, der den Brief entgegengenommen hat – zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Allerdings traten bei Niemandem gesundheitliche Beeinträchtigungen auf. Vorsorglich wurden auch die unmittelbar betroffenen zwei Räume der Polizeiinspektion in Nauen gesperrt.

Die Polizei prüft in einem Ermittlungsverfahren einen möglichen strafbaren Hintergrund durch das Versenden des Briefes. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit neun Feuerwehrfahrzeugen und zwei Rettungswagen vor Ort. Insgesamt waren 32 Kameraden der Feuerwehr und der diensthabende Kreisbrandmeister im Einsatz.

Der Brief löste einen Großeinsatz aus Quelle: Julian Stähle

Von Andreas Kaatz