Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Musikalisches Reformationsjahr startet Sonntag
Lokales Havelland Musikalisches Reformationsjahr startet Sonntag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:46 04.01.2017
Gemeinsam Spaß an der Musik: Matthias Wacker und die Falkenseer Bläser.
Gemeinsam Spaß an der Musik: Matthias Wacker und die Falkenseer Bläser. Quelle: Tanja M. Marotzke
Anzeige
Falkensee

Reformation und Musik – das ist seit Langem ein Paar. Und wenn 2017 „500 Jahre Reformation im Havelland“ gefeiert wird, dann sind bei den geplanten 95 Veranstaltungen die meisten mit Musik verbunden. Den Auftakt bildet dabei das Neujahrskonzert am Sonntag in der Finkenkruger Kirche.

Dann sind der bekannte Potsdamer Saxofonist Matthias Wacker mit seiner Band und Finkenkruger Bläser gemeinsam zu hören. Das Konzert ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Posaunenchor des Kirchenkreises Falkensee „Circlebrass“ unter der Leitung von Kreiskantor Stephan Hebold.

Die musikalische Laufbahn von Matthias Wacker hatte selbst einst in einem kirchlichen Posaunenchor begonnen. Schon als Sechsjähriger hatte er dort Trompete gespielt, Jahre später wechselte er zum Saxofon und studierte an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin. „Mit dem gemeinsamen Konzert wollen wir auch etwas von der Freude wiedergeben, die Musikmachen und Musikhören breiten können“, sagt er mit Blick auf das Finkenkruger Projekt.

Das Programm spannt den Bogen von Klassik über traditionelle Jazzstandards und Filmklassiker bis zu modernen Songs im Pop-Arrangement. So erklingen bekannte Melodien wie „Solo Sunny“, „Watermelone Man“ und das Thema aus „Lovestory“. Außerdem sind Popballaden, soulige Songs und der Saxofonklassiker „Lily was here“ zu hören. Bach trifft Dylan, könnte man zu dem Konzert sagen .

„Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht“, soll Martin Luther einst gesagt haben. Und daran halten sich viele Veranstalter in diesem Jahr. Kreiskantor Stephan Hebold hält es außerdem mit Max Reger, der einst sagte: „B-A-C-H ist Anfang und Ende aller Musik.“ Für Hebold ist klar: Luthers Lieder und Bachs Kompositionen haben gemeinsam, dass darin ihr tiefer Glauben und auch ihr starker Charakter zu spüren ist. „Auch wenn wir manches heute mit anderen Worten sagen würden, die Musik erweckt Emotionen“, sagt Stephan Hebold, „der nach dem rechten Glauben suchende musikliebende Martin Luther hat Glaube und Musik aus der Diktatur der Kirche befreit.“

So erblühte das musikalische Schaffen und die Musikgeschichte nahm ihren Lauf: Oratorien, Messen, Sonaten, Opern, Volkslied, Liebeslied, Songs und vieles mehr. „Ohne Luther hätte Bob Dylan sicher keinen Literaturnobelpreis bekommen“, spannt der Kantor einen weiten musikalischen und historischen Bogen. In textgebundener Musik bleiben „Glaube, Liebe, Hoffnung“ über alle Zeiten hinweg die dominierenden Themen, so auch in den Liedern und Songs, die im Neujahrskonzert in Finkenkrug erklingen werden.

Dieses Konzert ist eines von vielen Möglichkeiten, in diesem Jahr in Kirchen der Musik zu begegnen. Der Veranstaltungskalender ist prall gefüllt: Musik und Schauspiel verbinden sich bei dem Programm „Ich, Martin Luther“, das Anfang März in der Autobahnkirche Zeestow aufgeführt wird. Die Falkenseer Musiktage stehen im Zeichen der Reformation bei ihren Konzerten in der Falkenhagener Kirche. In Lietzow erkling Passionsmusik, in Rohrbeck gibt es ein reformatorisches Kaffeekonzert, in Paretz wird ein Bläsergottesdienst abgehalten, ein Wandelkonzert gibt es zwischen Ribbeck und Groß Behnitz, eine Fahrrad-Orgel-Tour führt von Fahrland,über Kartzow, Paaren und Falkenrehde nach Satzkorn, Lieder zu Luther-Texten erklingen in Priort, ein Orchester aus Halberstadt spielt in Rathenow.

Und auch die Veranstalter, die es nicht unter das Dach von www.reforamtion-havelland.de gezogen hat, kommen nicht an dem Reformationsjubiläum vorbei. So eröffnen die Havelländischen Musikfestspiele am 4. März ihre Saison mit den Charlottenburger Bachsolisten im Schloss Kleßen und setzen sie am 18. März mit einem Bach-Klavierabend auf Schloss Ribbeck fort. Denn ohne die Musik von Johann Sebastian Bach ist das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ gar nicht denkbar.

Von Marlies Schnaibel