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Havelland Mutmaßliche Kabeldiebe freigesprochen
Lokales Havelland Mutmaßliche Kabeldiebe freigesprochen
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00:32 22.01.2015
An Bahnanlagen werden immer wieder Kabel und Metall gestohlen. Quelle: dpa
Nauen/Brieselang

Einmal zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen und schon landet man vor Gericht. Simon Edermann (alle Namen geändert) hat diese unangenehme Erfahrung machen müssen. Der 50-jährige Berliner musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Nauen verantworten, weil er in Brieselang angeblich Kabel der Deutschen Bahn gestohlen haben soll. Den Nachweis blieb die Staatsanwaltschaft jedoch schuldig, so dass der Angeklagte aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde.

Aus Mangel an Beweisen freigesprochen

Im Juni 2012 war Simon Edermann zusammen mit zwei Freunden in Brieselang gewesen. Die beiden anderen Männer haben bereits wegen Kabeldiebstahls vor Gericht gestanden, einer von ihnen sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Charlottenburg ein. Damals im Juni 2012 waren auch in Brieselang 319 Meter Kupferkabel herausgeschnitten und in kleine Stücke zerlegt worden, um sie später wegzuschaffen.

Die Mitarbeiter der Bahn, die an jenem Tag mit der Reparatur beschäftigt waren, bemerkten die drei Männer, die unweit der Gleise herumliefen, und alarmierten die Bundespolizei. Es ließ sich jedoch nicht beweisen, dass sie die Kabel abgetrennt hatten.

Stattdessen konnten sie glaubhaft versichern, dass sie in Brieselang lediglich ein Zelt abholen wollten, das sie einige Tage zuvor mit Zustimmung des Eigentümers auf einem Grundstück aufgestellt hatten, um dort zu grillen und zu feiern. Weil der Grundstückseigner jedoch noch nicht dagewesen war, habe man sich nach eigener Aussage zunächst noch im Wald die Beine vertreten und sei dort von der Polizei aufgegriffen worden. „Der Angeklagte hat mit der Tat nichts zu tun, das kann ich reinen Gewissens sagen“, äußerte sich einer der drei Männer, der in diesem Verfahren als Zeuge auftrat.

Freispruch trotz Geständnisses

Edermann war nicht der einzige, der am Montag in Nauen wegen Kabeldiebstahls vor Gericht stand. Daniel Voigt saß ebenfalls auf der Anklagebank und auch er wurde freigesprochen – obwohl er zugab, die Taten begangen zu haben.

Millionenschaden

Im Jahr 2012 – dem Jahr, in dem sich auch die jetzt in Nauen verhandelten Taten abgespielt haben – betrug allein der Materialschaden durch Kabeldiebstahl für die Bahn rund 17 Millionen Euro. Hinzu kommen allerdings noch die Kosten für Reparaturen und Überwachung sowie Zugverspätungen und Ausfälle.
Künstliche DNA wird deshalb verstärkt eingesetzt, um einen Weiterverkauf der Kabel zu unterbinden. häf

In drei Fällen hatte der Berliner Kupfer- und Signalkabel der Deutschen Bahn gestohlen. Im März 2012 hatte er zusammen mit einem Komplizen in Hohen Neuendorf (Oberhavel) Kabel mit der Axt durchtrennt; später wurde er beim Ausladen der Beute beobachtet. Im Mai 2012 entwendete er 500 Meter Kabel am alten Stellwerk Falkenhagen; dabei verlor er seinen Rucksack, in dem ein an ihn adressiertes Schreiben des Jobcenters steckte. Einen Monat später entnahm er erneut 100 Meter aus einem Kabelschacht.

Der Angeklagte gestand alle drei Taten und sprach von einer großen Dummheit. Er habe damals noch Drogen genommen und jede Gelegenheit genutzt an Geld zu kommen. Die Kabel verkauften Daniel Voigt und seine Kumpane an verschiedene Schrottplätze, je nachdem, wer gerade am meisten bezahlte. Dass er dennoch davonkam lag daran, dass er 2013 schon einmal vom Amtsgericht Nauen wegen Kabeldiebstahls zu einem Jahr und fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war. Die jetzt verhandelte Tat lag vor diesem Zeitpunkt, so dass das Strafmaß ohnehin verrechnet worden wäre. Zudem erkannte das Gericht an, dass der Angeklagte sein Leben selbst in den Griff bekommen hat, den Drogen abschwor und mittlerweile einen festen Job besitzt. So wurde er ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag freigesprochen.

Von Philip Häfner

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