Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Die ersten Äpfel in der Region werden reif
Lokales Havelland Die ersten Äpfel in der Region werden reif
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:03 30.07.2019
Die Pomologin Urte Delft kommt regelmäßig nach Milow. Ihr Wissen und ihr Rat sind besonders bei der Bestimmung alter Apfelsorten gefragt. Quelle: Norbert Stein
Milow

Der heiße und über viele Wochen sehr trockene Sommer hat auch den Obstbäumen zugesetzt. An den Bäumen auf Sandböden reifen oft nur kleine Früchte, auf tiefer oder in Gewässernähe liegende Flächen sind die Früchte größer.

Aktionstag zur Obsternte

Im westlichen Havelland werden in den nächsten Wochen bis in den Herbst hinein vor allem Pflaumen, Birnen und Äpfel geerntet. Der Nabu Regionalverband Westhavelland organisiert auch in diesem Jahr wieder einen Aktionstag zur Obsternte. Am 21. September ist Apfeltag auf der Streuobstwiese in Milow.

Der Nabu Regionalverband Westhavelland kümmert sich um die Streuobstwiese in Milow. Quelle: Norbert Stein

Vor mittlerweile etwa über zehn Jahren begann die Regionalverband seine Idee umzusetzen, in der ehemaligen Gärtnerei von Anna und Wilhelm Kleb die Streuobstwiese aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Waldbäume und Sträucher wurden beseitigt, in Zusammenarbeit mit Pomologen wurden alte Apfel- und Birnensorten bestimmt und neue Obstbäume gepflanzt.

Nabu-Wiesen in Milow und Rathenow

Von den derzeit 78 Obstbäumen auf der Streuobstwiese sind 50 Apfelbäume. Weiterhin kümmert sich der Regionalverband um eine 4,5 Hektar große Wiese mit 183 Obstbäumen am Schliepengraben in Rathenow-West. Gepflanzt wurden die Obstbäume vor 20 Jahren als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der ICE-Strecke Berlin - Hannover im Teilabschnitt Rathenow.

Wie in Milow sind auch in Rathenow West der frühen Apfelsorten bereits reif. René Riep, Geschäftsführer des Nabu Regionalverbandes, rechnet mit einer ordentlichen Ernte, auch wenn die Äpfel etwas kleiner sind als in den Jahren mit mehr Niederschlägen. Die Apfelernte wird der Regionalverband wieder zu Most verarbeiten lassen.

Bestand rückläufig

Im 19. Jahrhundert gab es fast in allen Dörfern und Städten Streuobstwiesen, die auch Bienen und Insekten einen wertvollen Lebensraum bieten. An dieser Bedeutung hat sich bis heute nichts geändert, der Bestand ist jedoch rückläufig.

Der Nabu-Regionalverband möchte die Streuobstwiesennutzung unterstützen und den Besuchern des Naturparks Westhavelland ihre ökologische Bedeutung erklären. Alte Apfel- und Birnensorten sollen erhalten und durch Nachpflanzungen auf Streuobstwiesen ergänzt werden. Die Entscheidung darüber obliegt natürlich den Eigentümern.

Auf den Streuobstwiesen im Westhavelland reifen die Äpfel. Quelle: Norbert Stein

Mitte der 1990er Jahre wurden vom Regionalverband rund 170 Flächen mit Obstbäumen im Westhavelland begutachtet. Im Ergebnis der Arbeit wurden 55 Streuobstwiesen ausgewiesen.

Nach 20 Jahren wurden die Streuobstwiesen erneut begutachtet und der Bestand aktualisiert. Danach gibt es heute im Westhavelland noch 48 Streuobstwiesen mit einer Gesamtfläche von 44 Hektar und 2690 Obstbäumen. Rund Zweidrittel sind Apfelbäume, der Rest Birnen, Pflaumen und Kirschen.

18 Wiesen im Amt Nennhausen

Insgesamt 15 Streuobstwiesen wurden in den letzten 25 Jahren neu angelegt. Territorialer Spitzenreiter mit 18 Streuobstwiesen ist das Amt Nennhausen, vor Rathenow mit zwölf Wiesen. Jedoch dürfte das Amt Rhinow mit Rathenow gleichgezogen haben, weil der Regionalverband eine vom Verein „Gesund in die Zukunft“ in Spaatz angelegte Streuobstwiese noch nicht berücksichtigt hat. Sie wurde erst nach der Erfassung mit 65 Obstbäumen gestaltet.

Von Norbert Stein

Für die Rodung einer Waldfläche bei Premnitz Mitte Juli gab es offenbar keine Genehmigung. Nun hat die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Havelland den Verursacher zu mehrjährigen Maßnahmen verpflichtet.

29.07.2019

Ein Verkehrsunfall, bei dem eine Radfahrerin schwer verletzt wurde, ereignete sich Montagnachmittag in Kladow. Der Grund war wohl Unachtsamkeit eines Pkw-Fahrers.

29.07.2019

Das Land hat die Richtlinien für Anträge zum Digital-Paket für Schulen festgelegt. Nun können sich Gemeinden und Schulen aus der Region um Fördergeld bemühen, teilen ein Landtags- und ein Bundestagsabgeordneter mit.

27.07.2019