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Nauen Fußgänger leben weiter gefährlich
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20:21 21.09.2018
Für den Bereich an der Bushaltestelle in Berge an der B5 fordert Torsten Fischer einen Überweg oder eine Ampel. Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke
Berge

„Dass noch nichts Schlimmes passiert ist, ist wirklich Glück.“ Seit vier Jahren kämpft Torsten Fischer aus Berge für eine sichere Überquerungsmöglichkeit an der B5, die mitten durch den Ort geht. Ihm dauert das eindeutig zu lange. „Ich bin kurz vor der Detonation“, sagte der Sehbehinderte im Kreisausschuss für öffentliche Sicherheit.

„Wir brauchen dringend eine Bedarfsampel und zwei Fußgängerüberwege. Wir haben im Dorf Leute mit Krückstock, Rollator und Rollstuhl, die schlecht über die Straße kommen“, so Fischer. Die im Zuge des Straßenneubaus errichteten Querungshilfen – unter anderem an der Bushaltestelle – reichen ihm nicht aus. „Wenn ich auf der Mittelinsel stehe, die Lkws vor und hinter mir, dann ist das schon ein bedrückendes Gefühl.“

Genehmigung nur bei besonderer Gefahrenlage

Jedoch sieht die zuständige Verkehrsbehörde des Landkreises bisher keine Möglichkeit, Fischers Wunsch nachzukommen. Dies wäre laut Gesetz nur möglich, wenn „eine besondere Gefahrenlage aufgrund der Örtlichkeit vorliegt“, sagte Jan Marschall, Leiter des Sachgebietes Straßenverkehr.

Dies wäre etwa dann der Fall, wenn die Querungsstelle schlecht einsehbar ist, ein schlechter Ausbauzustand der Straße besteht oder ein hohes Verkehrsaufkommen vorliegt. Derzeit ist es so, dass am Tag insgesamt 11 000 Fahrzeuge in beiden Richtungen auf der B 5 durch Berge unterwegs sind, in Spitzenzeiten pro Stunde 1000 in beiden Richtungen.

Marschall betonte, dass ihm durchs Gesetz die Hände gebunden seien. Wenn man eine Gefährdung der Fußgänger gesehen hätte, dann hätte man sich auch für eine Bedarfsampel entschieden. „Wenn wir können, dann wollen wir auch.“

Empfehlung für den Bau einer Ampel

Torsten Fischer jedenfalls rannte mit seinem Anliegen bei vielen Ausschussmitgliedern offene Türen ein. So meinte einer: „Können wir nicht präventiv tätig werden? Muss erst etwas passieren?“ Letztlich empfahl der Ausschuss die Errichtung von bedarfsgerechten Querungshilfen wie Fußgängerüberwege oder Bedarfsampeln erneut zu prüfen.

Möglicherweise könnten die Chancen für eine Genehmigung zumindest in ein paar Monaten steigen. Denn die Stadt Nauen plant, in Berge – am Ortsausgang Richtung Ribbeck – eine neue Kita zu errichten. Und in diesem Fall würde eine neue Situation eintreten, so dass dann vielleicht eine Ampel genehmigungsfähig wäre.

„Kinder springen in die Lücken“

Unverständnis dafür, dass es noch immer keine Lösung gibt, äußerte auch Günter Neumeister (SPD) aus Paulinenaue. „Die Regelungen aus dem Verkehrsbereich sind oft eine Sache aus dem Tollhaus“, meinte er und verwies auf Paulinenaue. So habe es ewig nicht geklappt, dass vor Kita und Schule Tempo 30 ausgewiesen wird. Begründung: Dort existiert bereits ein Fußgängerüberweg. Dann seien die Regeln geändert worden und plötzlich war es möglich.

Das hofft auch Torsten Fischer für Berge: „Was wir an Hilfe bekommen, da bin ich flexibel. Aber wir brauchen Hilfe.“ Denn es gehe ihm nicht nur um sich, sondern auch um die Kinder, beteuerte er. „Die sind unkonzentriert, springen in die Lücken zwischen den Fahrzeugen.“

Von Andreas Kaatz

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