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Nauen Autofahrer rasen ins Dorf hinein
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02:19 26.05.2018
Seit Jahren leben die Wachower mit der Raserei. Ein erster Antrag auf Tempo 30 im Jahre 2013 wurde abgelehnt. Jetzt wollen sie, dass sich die Stadt Nauen erneut dafür einsetzt. Quelle: Andreas Kaatz
Wachow

Einige Wachower fühlen sich seit Jahren, als wenn sie an einer Einflugschneise leben. Täglich rasen zahlreiche Autofahrer auf der geraden Landesstraße in das Dorf. Das Ortseingangsschild wird einfach ignoriert und erst ein Stück weiter abgebremst. Darüber regt sich unter anderem auch Carsten Fox auf, dessen Haus nahe dem Ortseingang aus Richtung Päwesin steht.

„Kaum ein Kraftfahrer hält sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Selbst die 40-Tonner fahren manchmal mit 80 km/h und mehr in den Ort hinein. Wir möchten, dass der Abschnitt verkehrsberuhigt wird, dass ein 30 km/h-Schild aufgestellt wird.“ Denn Tempomessungen mit einer Anzeigetafel hatten ergeben, dass Kraftfahrer teils mit mehr als 150 km/h in den Ort fahren.

Hoffen, dass kein Unfall geschieht

Für Fox ist es immer noch unverständlich, dass der Antrag von 2013 auf Tempo 30 abgelehnt worden ist. So komme es weiterhin zu gefährlichen Situationen. Davon kann auch Margit Kunde ein Lied singen. Sie wohnt auf der anderen Straßenseite und hofft jedes Mal, wenn sie mit dem Auto das Grundstück verlässt, dass kein Unfall geschieht. „Und auch wenn ich aufs Grundstück fahren will, wird noch überholt.“ Der heranbrausende Gegenverkehr sorge dann manches Mal für Gefahr. „Leider hat sich durch die Kontrollen der Polizei, die schon mehrmals am Ortseingang stand, nichts geändert“, sagt Carsten Fox.

Für Ortsvorsteher Uwe Bublitz ist die derzeitige Situation eine „mittelschwere Katastrophe“. Er erinnert daran, dass es sich bei der Landesstraße 91 durch Wachow auch um einen Schulweg handelt. Für ihn kann das Aufstellen eines Tempo-30-Schildes aber nur der Anfang sein. „Wir wollen eine Sanierung der Landesstraße durch den ganzen Ort, auch wenn die Anwohner das mitbezahlen müssen. Damit verbunden soll es eine Planung zur Verkehrsberuhigung geben.“ Das würde unter anderem bedeuten, dass am Ortseingang Verkehrsinseln installiert werden.

Liste mit Unterschriften übergeben

Im Herbst vorigen Jahres hatte er Staatssekretärin Ines Jesse eine Liste mit 420 Unterschriften mitgegeben – zusammen mit einem Schreiben, in dem die Sorgen der Anwohner formuliert waren. Auf eine zwischenzeitliche Nachfrage im Infrastrukturministerium, was aus dem Schreiben geworden ist, gab es bisher noch keine Antwort.

Aber nicht nur die Verkehrs- und damit ihre eigene Sicherheit liegt den Anwohnern am Herzen, auch ihr Eigentum. „Es gibt massive Schäden an den Häusern“, so Bublitz. So musste auch Carsten Fox schon zahlreiche Risse am Haus beseitigen, was ihn einige tausend Euro kostete. „Wenn die Lkws mit hoher Geschwindigkeit in den Ort fahren, dann wackelt das Haus regelrecht.“

Lkws kürzen offenbar ab

Fox hat ebenso wie viele andere Einwohner festgestellt, dass der Lkw-Verkehr in letzter Zeit zugenommen hat. Viele Fahrer würden zwischen der A 2 und der A 10 durch Wachow abkürzen. „Was ist so schwierig daran, ein Tempo-30-Schild aufzustellen?“, fragt Carsten Fox nun?

Zuständig für Tempobegrenzungen ist der Landkreis. Auf MAZ-Anfrage wurde von dort mitgeteilt: „Sofern die Stadt Nauen beziehungsweise der Bürger einen Antrag auf Prüfung stellt, werden wir dem Sachverhalt selbstverständlich nachgehen. Einen Antrag auf Herabsetzung der Geschwindigkeit auf 30 km/h wurde schon einmal für die Ortsdurchfahrt gestellt.

Erster Antrag abgelehnt

Nach Prüfung der Straßenverkehrsbehörde wurde dieser jedoch abgelehnt, da die erforderlichen Voraussetzungen für die Genehmigung einer entsprechenden verkehrsbehördlichen Anordnung zum damaligen Zeitpunkt nicht erfüllt waren.“ Die Straßenverkehrsbehörde würde jetzt prüfen, ob die Voraussetzungen für eine verkehrsrechtliche Anordnung nunmehr gegeben sind.

Von Andreas Kaatz

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