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Nauen Kirche in Berge bekommt vergoldete Turmzier
Lokales Havelland Nauen

Berge: Sanierter Kirchturm hat Bekrönung erhalten

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21:32 21.12.2021
Im Schneetreiben entfernten Matthias Boehlke und Mitarbeiterin Anne Schlüter die Schutzwatte von der Bekrönung.
Im Schneetreiben entfernten Matthias Boehlke und Mitarbeiterin Anne Schlüter die Schutzwatte von der Bekrönung. Quelle: Andreas Kaatz
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Berge

Ein bisschen war es, als wenn man an Heiligabend Geschenke auspackt. Vorsichtig entfernten Matthias Boehlke und seine Mitarbeiterin Anne Schlüter im Schneetreiben das Papier und die Schutzwatte, mit der die drei Teile der Bekrönung der Kirche verpackt waren.

Denn nichts sollte jetzt noch schiefgehen und schon gar nicht durften Fingerabdrücke auf das 24-Karat-Blattgold geraten. Säure könnte sonst die Beschichtung zerstören, die die Konstruktion nun viele Jahrzehnte zuverlässig vor der Witterung schützen soll.

Jetzt fehlt nur noch die Farbe

Das Aufsetzen der Bekrönung ist der offizielle Abschluss der Sanierung des Berger Kirchturms, der nun nur noch seine Farbe bekommen muss. Für die Kirchengemeinde ein absoluter Höhepunkt. „Wir sind sehr glücklich und können dankbar sein, dass alles so gut gelaufen ist. Ich konnte kaum schlafen, weil es ein so besonderer Tag ist“, sagte Brigitte Richert, die schon viele Jahrzehnte dem Gemeindekirchenrat angehört.

Eine Kapsel wurde von Thomas Tutzschke und Brigitte Richert mit Zeugnissen unserer Zeit.befüllt. Quelle: Andreas Kaatz

Auch ihr Wunsch war es gewesen, dass zusätzlich noch die Turmzier erneuert wird. Durchgeführt haben die Arbeiten die Mitarbeiter der Metalldrückerei aus Wurzen. Inhaber Thomas Müller sagte: „Wir haben die verbeulte Kugel aufgearbeitet. Es wurden Löcher geflickt und kaputte Lötstellen ausgebessert.“

Ein Duplikat aus Edelstahl

Und auch der Boden sei neu angefertigt worden. Weil die alte Wetterfahne nicht mehr lange gemacht hätte, hat die Firma ein Duplikat aus Edelstahl angefertigt. Das Original will der Gemeindekirchenrat im Gotteshaus ausstellen. Wo genau, steht noch nicht fest.

In luftiger Höhe: Pfarrer Ulrich Baller sprach den Segen für die Kirche, aber auch für den Ort und die Menschen, die in Berge wohnen. Quelle: Andreas Kaatz

Bevor die Kugel an ihren Platz über der Turmspitze kam, wurde sie noch befüllt. Hinein kamen wieder die drei Kassetten mit Dokumenten aus früherer Zeit. Und es gibt jetzt auch eine neue, die Superintendent Thomas Tutzschke gemeinsam mit Brigitte Richert befüllte.

Corona-Schutzmaske kam ebenfalls mit hinein

„Es soll ein Zeugnis unserer Zeit sein“, sagte sie und freute sich, dass sich einige Einwohner bereiterklärt haben, ihre Gedanken zum Gotteshaus niederzuschreiben, um späteren Generationen mitzuteilen, warum ihnen die Kirche in Berge so wichtig ist. Die Schreiben kamen mit in die Kartusche.

Gut verpackt wurden die Teile erst einmal in die Höhe gewuchtet. Quelle: Andreas Kaatz

„Und wir legen eine Schutzmaske rein, damit die Nachwelt sieht, was uns heute wirklich belastet“, sagte Thomas Tutzschke. Außerdem kamen Geldstücke hin-ein, ebenso wie eine Plakette vom Dorffest „250 Jahre Kirche“. Neben Bauplänen steckte er darüber hinaus unter anderem eine MAZ in das Behältnis, wie auch Bischofsbriefe von Ostern und Advent 2020 sowie eine Dokumentation zur Wetterfahne der Kirche und Kostenschätzungen für den ersten und zweiten Bauabschnitt.

Turm wird ein echter Hingucker

Tutzschke dankte allen Beteiligten, die zur Sanierung des Kirchturmes

Die neue Turmzier in ihrer ganzen Pracht. Quelle: Andreas Kaatz

beigetragen haben – von den Baufirmen über die Architekten bis hin zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz und zur Landeskirche. „Und ich danke allen Spendern, die mitgeholfen haben, dass der Turm ein echter Hingucker wird“, sagte er. „Die goldene Bekrönung wird künftig in der Sonne leuchten und damit wird die Kirchturmspitze wieder leuchten wie ein Stern am Himmel und den Ort zeigen, wo auf die Erlösung hingewiesen wird.“

Wie der Superintendent weiter sagte, sei der zweite Bauabschnitt fast fertig, nur die Farbfassung fehle. Sonst aber könne sich der Turm sehen lassen. Man habe sich nicht einschüchtern lassen von den immensen Baukosten für die Sanierung des Turmes, „sondern wir sind es angegangen und haben es nun fast geschafft, die Sanierung des Turmes und das Geläut der Uhr zu finanzieren und sogar die Zier zu vergolden“.

Turmhaube stand irgendwann schief

Im ersten Bauabschnitt 2018/19 musste das äußere Fachwerk des Turmes entfernt werden. Weil die Hölzer eingemauert waren, hatte die dadurch fehlende Belüftung zu Braunfäule, Echtem Hausschwamm und mangelnder Tragfähigkeit geführt.

Annette Wiesner spielte zusammen mit Johannes Neugebauer ganz oben auf dem Turm Kirchenmusik. Quelle: Andreas Kaatz

Beim jetzt erfolgten zweiten Bauabschnitt musste die abgesackte Turmhaube wieder geradegerückt werden. Dazu wurde unter anderem die Unterkonstruktion erneuert.

Segen für die Kirche und die Menschen

Nachdem die Turmzier am Donnerstag an ihrem Platz war, sprach Pfarrer Ulrich Baller gleich daneben einen Segen für die Kirche, aber auch für den Ort und die Menschen, die dort wohnen.

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Und eine von ihnen, Brigitte Richert, sagte: „Wir sollten beten, dass der Herrgott uns unterstützt, dass das Gotteshaus erhalten bleibt. Das gehört hier in unser Dorf. Ein wichtiger Ort, wo man sich treffen kann. Wir hoffen, dass nach Corona alles wieder ein bisschen enger zusammenrückt.“

Von Andreas Kaatz