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Nauen Buch mit Laden zu verkaufen
Lokales Havelland Nauen Buch mit Laden zu verkaufen
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08:06 22.05.2018
Norbert Gebauer in seiner Bücherwelt: Vor einem Vierteljahrhundert eröffneten er und seine Frau einen Buchladen in der Bahnhofstraße von Falkensee. Quelle: Tanja M. Marotzke
Falkensee

Für manche ist er nur der Mann mit dem langen Bart, für andere ist er der Buchexperte von Falkensee. Seit 25 Jahren betreibt Norbert Gebauer den Buchladen in der größten Stadt des Havellandes.

Aber nun ist bald Schluss. „Zu verkaufen“ verkündet ein Zettel im Schaufenster. Viele Buchfreunde kennen den Grund: Seit mehr als einem Jahr pflegt Gebauer seine schwer erkrankte Frau. Nach einem Schlaganfall sitzt sie im Rollstuhl. Pflege, Haushalt und den Buchladen alleine – „Ich arbeite für vier“, sagt Norbert Gebauer, das hält man auf die Dauer nicht durch. Deshalb sucht der 64-Jährige einen Nachfolger für den Laden, der von Anfang an auf Bücher und Noten setzte.

Liebe zu Büchern

Norbert Gebauer stammt aus Nauen. Als Kind hat er schon gerne und viel gelesen, die Kinderbibliothek war wahrscheinlich sein Lieblingsort. Auf die Idee, selbst einen Buchladen zu eröffnen, kam er nach der Wende. eine Umschulung hatte ihn nach Falkensee verschlagen und er wunderte sich, dass es in einer so großen Stadt nicht einen Buchladen gab. Und so eröffneten er und seine Frau Ursula 1993 das Geschäft. Anfangs noch direkt in der Bahnhofstraße, kurze Zeit später auf dem Hof nahe dem Biobackhaus.

Noten von Anfang an dabei

Von Anfang an gehörten Noten zum Programm des Geschäftes. Die ehemalige Deutsch- und Musiklehrerin Ursula Gebauer brachte den Geschäftsteil mit ein. Sie selbst war an der Musikschule aktiv, gehörte zum Orchester Saitenschwung und beriet kleine und große Musikfreunde.

Gefragte Tierbücher

Aber das erste, was in dem neuen Laden vor 25 Jahren verkauft wurde, waren keine Noten, das war ein Hundebuch. Hundebücher gibt es immer noch. Hunde, Kaninchen, Pferde und immer wieder Katzen – Tierbücher für Tierfreunde dürfen in einem Buchladen einfach nicht fehlen. Das Geschäft von heute ist bunt und vielfältig: Da finden sich Goethe und Heine ebenso wie Stephen King oder Armin Müller-Stahl, da finden sich Schmachtwerke à la „Folge deinem Herzen“, Bücher wie „Mutige Frauen“ oder „Sex vor Gericht“, wie „Ostfriesentod“ oder „100 Fünf-Minuten-Krimis“. Oder philosophische Bücher des Falkenseers Volker Mueller über Diderot oder Ernst Haeckel. Auch E-Books werden inzwischen verkauft. Zumindest in zaghaften Dimensionen.

Breites Spektrum

„Wir brauchen ein breites Spektrum“, sagt Norbert Gebauer. Auch wenn sich die Bücher und Kisten in dem Laden stapeln, wenn sich die Regalbretter unter der Last durchbiegen – viele Wünsche können nicht sofort erfüllt werden, da wird bestellt. „Viele bestellen per Telefon vorher“, sagt der Buchhändler, nicht wenige erkennt er schon an der Stimme. Stammkunden ist das Zauberwort des Ladens in der zweiten Reihe, wo es keine Parkplatznot gibt.

Sauer auf die Stadt

Nicht jeder mag den Laden mit seinem Rumpelcharme, Falkensee hat zudem einen zweiten Buchladen in der Spandauer Straße. Und die Konkurrenz aus dem Internet. „Ja, das Handeln ist schwieriger geworden“, sagt Norbert Gebauer. Und er ärgert sich über die Stadt; die Stadtbibliothek hat jedes Jahr Geld zum Ankauf von neuen Büchern, die kauft sie nicht in Falkensee.

Frauen kaufen mehr Bücher

Ob mit oder ohne Bibliotheksauftrag – reich wird man mit dem Laden nicht, man kann davon leben. Deshalb hofft er auf einen Nachfolger, der das Geschäft für die Buchfreunde weiterführt. Die Buchfreunde, die sind zu 70 Prozent weiblich. „Die Frauen lesen offensichtlich mehr“, vermutet Norbert Gebauer. Oder verschenken mehr Bücher, das weiß man nicht so genau. An die Zukunft des Buches glaubt Norbert Gebauer ganz fest. „Ein Buch ist mehr als ein Stück Papier“, meint er.

Die Sache mit der guten Laune

Er selbst kommt in letzter Zeit kaum noch zum Lesen. Wie viele Bücher er schon gelesen hat, weiß er nicht. Allerdings weiß er, dass er an Günter Grass und „Ein weites Feld“ gescheitert ist. „Da kam ich einfach nicht rein“, gesteht er. Irgendwann hat er aufgegeben. Es gibt ja viele andere Alternativen. Fürs Pressefoto nimmt er ein Buch zur Hand, das er als nächstes gerne lesen will, wenn er etwas Luft hat: „Madame Missou hat gute Laune“.

Wahrscheinlich passt das mit der guten Laune ganz gut zu Norbert Gebauer. Denn trotz aller Probleme bleibt er immer ruhig und freundlich. Mit jedem kommt er ins Gespräch, hört zu, fragt nach, sucht derweil nach Büchern oder Bestellungen. Das soll so weitergehen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Von Marlies Schnaibel

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